Sonntag, 3. April 2016

Zusammenspiel von Offensive und Defensive

Bei dem Zusammenspiel von Offensive und Defensive versucht jeder beteiligte die nächsten Schritte des Gegenübers zu antizipieren. Erfolgreiche Strategien bestehen aus aktionsbasierten und geplanten Elementen.
Aktionsbasierte Elemente fassen die Anteile der Offensive zusammen, die darauf ausgelegt sind eine Reaktion bei der Defensive zu provozieren, wie zum Beispiel Täuscher. Analog für die Verteidigung sind die Teile gemeint, die eine unmittelbare Reaktion auf Elemente des Angriffs darstellen, wie zum Beispiel das Schließen einer Lücke oder das verändern des Musters als Reaktion auf ein gewisses Zeichen des Gegners.
Geplante Elemente stellen die Anteile der Defensive dar, die darin besteht Muster zu fahren, die unabhängig von der Offensive sind, wie zum Beispiel feste Muster, die zu vorher geplanten Zeitpunkten gefahren werden. Analog für den Angriff wird der Teil beschrieben, der die Bewegungen der Verteidigung versteht. Also das Wiedererkennen von charakteristischen Bestandteilen, in dem Verteidigungsmuster, das die nächste Position verrät. Beispielsweise wenn Sturm verstanden hat, dass der gegnerische Torwart immer die Mitte geöffnet hat, nachdem er die beiden Stangen gekreuzt hat (Torwart der 1er Reihe fährt auf die andere Seite einer Figur der 2er Reihe).

Gute Offensiven und Defensiven nutzen beide Merkmale aus. Es können sehr gute Systeme mit Schwerpunkt auf einem der beiden Seiten aufgezogen wird. Dies gelingt nur, wenn  das System die ganze Zeit über an die Stärken und Schwächen des Gegners angepasst wird. Hierzu hilft es, wenn aktionsbasierte von geplanten Elementen unterscheiden lernt.
Christian Szüle spielt mit vielen aktionsbasierten Elementen. Er verwendet extrem viele Täuscher, um die Reaktionen des Gegners abzutasten.
Mick Kunath verwendet für seine Verteidigung fast ausschließlich aktionsbasierte Elemente. Er baut seine Verteidigung über die Muster auf, die er fährt und ist damit erfolgreich, weil er ein gutes Gespür für Abschusszeitpunkte und Optionenwahl des Gegners hat.

Hieraus ergeben sich einige sinnvolle Strategien, die helfen den gegenüber zu verstehen. Zuerst ein paar grundlegende Ideen aus Sicht des Angreifers:
Wenn der Verteidiger stark reagiert, lohnt es sich für den Angreifer, viele Täuscher zu verwenden, um die Reaktionen abzutasten und daraus dann die offenen Lücken zu antizipieren (siehe auch "Schießen auf reaktive Verteidigung").  Bei einigen Verteidigern, die reaktionsbasiert halten, kann ein Stack Overflow provoziert werden. Indem man ganz viele Täuscher verwendet, weiß der Verteidiger nicht mehr worauf er reagieren soll und reagiert ab einem bestimmten Moment garnicht mehr. Dann können die offenen Lücken einfach geschossen werden.
Wenn der Verteidiger wenig reagiert, dann bringen Täuscher wenig und man sollte auch wenige benutzen (siehe auch "Schießen auf Muster").
Aus Sicht der Defensive ist die Sache genau umgekehrt. Wenn der Stürmer viele Täuscher verwendet, dann lohnt es sich wenig darauf zu reagieren. Dadurch wird er in die Richtung gebracht, dass sein Hauptwerkzeug, der Täuscher und die daraus resultierende Reaktion, nicht funktioniert. Wenn er wenig Täuscher verwendet, dann lohnen sich stärkere Reaktionen. Solche Stürmer versuchen häufig Lücken zu finden, die sich zyklisch öffnen. Dies kann man durchkreuzen, indem man zum Beispiel Lücken sehr lange offen lässt. Dadurch öffnet sich diese Lücke nicht und der Stürmer erkennt sie ggf. nicht als geöffnet ("Arschloch-Deckung").
Im Allgemeinen gilt: Wenn die eigenen Reaktionen nicht schnell genug sind, hilft ein besserer Plan.

Viel Spaß beim Ausprobieren!




Sonntag, 27. März 2016

Trainingsmodus: Reaktionstraining

Der Spielmodus One-touch und das Koordinationstraining für 3 & 5 sind gute Trainingsmethoden, um sein Spiel bei frei herumfliegenden Bällen zu verbessern.  Diese Spielidee zielt direkt auf Reaktionsfähigkeit ab.


Man macht einen Abschlussring von einem Bändchen um den Ball und spielt mit diesem. Dabei ist weniger entscheidend welchen Spielmodus man spielt. Denn durch das zusätzliche Material verändert sich die Laufbahn extrem. Insbesondere wenn er langsam auf einer Reihe läuft.  Der Ball rollt nicht mehr gerade und der Winkel, unter dem er von Figuren und Banden abprallt, ist jedes mal anders. Man kann den Ball nur unter Kontrolle bringen, wenn man in der Lage ist, im letzten Moment auf eine veränderte Bahn des Balls zu reagieren.

Passen ist sehr viel schwieriger und schießen ist weiterhin möglich.
Für freies Spiel lernt man damit, abgefälschte Bälle besser unter Kontrolle zu bringen.

Viel Spaß beim nachspielen.


Sonntag, 20. März 2016

Trainingsspiel: Koordinationstraining 5 und 3

Einen guten Spieler zeichnet mehr als nur gute Technik aus. Es gibt auch ein paar Fähigkeiten, die nicht direkt ersichtlich sind. Es verschafft einen großen Vorteil, unkontrolliert herumfliegende Bälle entweder selbst unter Kontrolle zu bringen oder ihnen noch einen Stoß zu verpassen, der sie auf das gegnerische Tor lenkt oder zumindest es dem Gegner erschwert, sie unter Kontrolle zu bringen. Diesen "Gücksfaktor" (siehe Artikel zum Glück) kann man lernen.

Hierzu gibt es eine sehr einfache Übung:
Man wirft den Ball ein und spielt sich diesen immer zwischen 3 und 5 hin und her ohne ihn zu fangen. Die Puppen, mit denen man spielt, sollten immer gewechselt werden, damit man nicht nur zwischen zwei Puppen gerade aus spielt.
Nach und nach steigert man die Geschwindigkeit, ohne den Ball zu verlieren. Wichtig ist die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit am Limit und fehlerfreien Ballwechseln.

Die Übung eignet sich sehr gut als Aufwärmübung im Training oder vor einem Turnierspiel. Wie lange man das macht, bleibt einem selbst überlassen. Es gilt das Motto: "Viel hilft viel."
Wenn man diese Übung regelmäßig, z.b. täglich 10 Minuten, macht, wird man nach ein paar Tagen feststellen, dass man bei unkontrollierten Bälle zunehmend besser wird. Entweder man lenkt diese auf das gegnerische Tor oder man fängt sie.

Viel Spaß beim Training :)


Sonntag, 13. März 2016

Passspiel 3 - Strategie

In Teil 1 und Teil 2 wurden Pass- und Setupeigenschaften vorgestellt, um einzelne Pässe beschreiben zu können. Betrachtet man mehrere Pässe, lassen sich verschiedene Strategien formulieren.

Konditionierung

Wenn man einen Pass erfolgreich gespielt hat, macht es Sinn ihn zu wiederholen. Da der Gegner das auch weiß, sollte man versuchen herauszufinden, wegen welcher Pass- bzw. Setupeigenschaft der Pass erfolgreich war. Für den defensiven Spieler ist es sehr schwierig alle Eigenschaften im Auge zu behalten, deswegen behält man einen Teil bei und ändert andere Eigenschaften.

Beispiel 1: 

  1. Pass: Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls.
  2. Pass: Kantenpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  3. Pass: Langes Setup; Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls.
  4. Pass: Kurzes Setup; Stickpass ins Feld
  5. Pass: Brushpass ins Feld nach einer Bandenberührung in Rollrichtung des Balls.

In Beispiel 1 ist eine typische Konditionierung auf Feldpass gezeigt. Die Passeigenschaft "Anspielposition: Feld" bleibt bei jedem Pass gleich, andere Pass- und Setupeigenschaften werden geändert. Dadurch ändert sich automatisch auch das Timing. Der Gegner weiß zwar, wohin der Pass kommt, aber nicht wann. Irgendwann wird er auch denken, dass man doch auch mal an die Bande spielen muss. Dann wird er auch öfter an der Bande stehen wollen, um den Wechsel abzupassen. Dann ist aber auch öfter der Feldpass frei und man kann immer weiter ins Feld passen.


Abwechslung

Nach einem erfolgreichen Pass geht man davon aus, dass der Gegner weiß, dass es sich lohnt den Pass zu wiederholen. Wechselt man dann Pass- und Setupeigenschaften bleibt man unvorhersehbar. Am besten funktioniert das, wenn man die Pass- und Setupeigenschaften beibehält, auf die der Gegner achtet, und gezielt einzelne Eigenschaften ändert.

Beispiel 2:

  1. Pass: Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  2. Pass: Brushpass an die Bande in Rollrichtung des Balls mit gleicher Abspielposition wie in Pass 1
  3. Pass: Kantenpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  4. Pass: Schneller Stickpass an die Bande
  5. Pass: Brushpass ins weite Feld auf Mittelpuppe

In Beispiel 2 sind 5 sehr unterschiedliche Pässe aneinandergereiht. Pass 1 und 2 ähneln sich noch etwas, weil sie den gleichen Abspielpunkt haben, was eine gewisse Erwartung für den Feldpass generiert. Bei Pass 3 und 4 werden die abwechselnden Anspielpositionen beibehalten, aber die Passtechnik gewechselt und Pass 5 hat eine eher ungewöhnliche Anspielposition. Der Gegner kann nicht wirklich wissen, wohin der nächste Pass kommt. Er muss den Pass erraten und ist mehr oder minder zum Reagieren gezwungen. Vielleicht kann er durch Locken noch verteidigen, aber er weiß nicht wirklich, worauf er locken kann.


Anwendung

Konditionierung und Abwechslung sind die grundlegendsten Strategien beim Passspiel. Weitere Strategien lassen sich durch eine Verbindung beider Extrema umsetzen. Zum Beispiel könnte man die Konditionierung verstärken, indem man alle 3-4 Pässe die beibehaltene Passeigenschaft ändert (In Beispiel 1 also auch mal Bandenpässe einstreuen). Entsprechend kann man bei der Abwechslung auch manchmal Pässe wiederholen, weil der Gegner nicht noch einmal mit demselben Pass rechnet.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten Strategien zu formulieren. Die beiden Beispiele für Konditionierung und Abwechslung enthalten noch nicht alle Pass- und Setupeigenschaften, haben aber schon sehr viele Variationsmöglichkeiten. Mithilfe der Eigenschaften lassen sich aber verschiedene Strategien einfach und vollständig beschreiben. In den Artikeln Offensive 5er Reihe und Defensive 5er Reihe sind Anregungen, welche Fragen man sich stellen sollte, um Strategien zu formulieren.


Autor: Lukas Übelacker

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Sonntag, 6. März 2016

Verteidigen: Pin Rechtslang

Offensive verstehen

Um zu verstehen, wie man ein System verteidigen kann, muss man die Optionen und die "Denkweise" des Systems verstehen.
Die Optionen des Pin Rechtslang Systems haben wir in diesem Artikel vorgestellt: System: Pin Rechtslang

Am wichtigsten sind die Standardoptionen. Kann ein Stürmer diese nicht vollständig schießen, kann er in der Regel auch nicht das ganze Tor bearbeiten. Das macht es einem als Verteidiger sehr einfach, weil man auch nicht das ganze Tor decken muss. Die übrigen Lücken werden dann sehr klein.
Die Standardoptionen sind meistens auch die Optionen mit der kürzesten Abrufzeit. Die Abrufzeit ist die Dauer zwischen Entscheidung und Durchführung. Je schwieriger jemandem eine Option fällt, desto länger die Abrufzeit.
Bei Langsystemen muss man zwischen zwei Varianten unterscheiden: Langfokus und Kurzfokus.
Spieler mit Langfokus bevorzugen lange Optionen, wie den namensgebenden Rechtslang. Kurze Optionen werden zum öffnen der langen Optionen verwendet. Bei Kurzfokus ist es genau umgekehrt. Die Standardoption auf die Mitte ist die anspruchsvollste und wird gerade von Anfängern zu weit (3/4 Länge; Position 4) geschossen.
Zur Vorbereitung der Optionen, zuckt der Schütze an oder springt mit dem Ball in den Raum. Man kann dieses System als aktiv bezeichnen, da durch diese Bewegungen Druck ausgeübt wird und die Bewegungen des Verteidigers abgetastet werden. Es gibt zwar auch Schützen, die Rechtslang als reaktives System spielen, das ist aber eher die Ausnahme (z.B. Björn Brose)

Die wichtigsten Zusatzoptionen sind der schräge Kurbler, der geworfene Kurbler (1/4 Länge; Position 4) und der 3/4 Schuss (auf Position 2). Der schräge Kurbler wird eingesetzt, um eine bestimmte Puppenstellung zu erzwingen (2er nah am Ball, Torwart weg vom Ball). Die Schüsse auf Zwischenpositionen sind nur dann gefährlich, wenn der Schütze die Ecken weit genug trifft.


Verteidigungsstrategie

Durch den Fokus ist klar, welche Optionen der Schütze bevorzugt. Auf diese Optionen sollte man versuchen den Schützen zu locken. Dabei muss man darauf aufpassen, sie nicht zu lange offen zu halten, da die Abrufzeit sehr kurz ist. Auch das Verlangen diese Lücken zu schießen ist sehr hoch, was das Locken vereinfacht, aber auch die ausnutzbaren Zeitfenster verkleinert. Immer wieder wird der Schütze vom Fokus absehen, um durch einen Schuss auf die andere Ecke die Fokusoption zu öffnen. Die Lücke sollte man danach aber nicht stärker decken, da sonst der Plan des Öffnens aufgehen würde. Man kann weiter an der Strategie festhalten, die Fokuslücke zu decken. Zum Locken auf die Fokusoption kann man die Lücke kurz offen lassen und im selben Timing zuziehen, wie sich der Schütze zum Schuss entscheidet oder man zieht mit einer Puppe aus der Lücke weg und wieder hin (zurückfahren, kreuzen, Außenmann).  Shufflebewegungen sind gegen Langsysteme meistens schlecht, weil man beim Shuffle am häufigsten über die Mitte fährt (schwierigste Standardoption) und dadurch die Ecken zu lang offen sind.

Mit dem schrägen Kurbler versucht der Schütze eine Puppenstellung zu erzwingen. Das macht es schwieriger zu kreuzen, weil der schräge Kurbler offen ist, wenn man mit der 2er Reihe den Langen deckt. Mit dem Tormann auf der Mitte kann man aber den schrägen Kurbler decken, wenn er nicht weit genug gespielt wird.
Die Zusatzoptionen auf die Zwischenpositionen können durch mehr Bewegung abgedeckt werden. In der Regel ist der 3/4 aber ungewollt und sollte nicht zu sehr beachtet werden, sonst ist der viel wichtigere Lange frei.


Autor: Lukas Übelacker

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Sonntag, 28. Februar 2016

Verteidigen: Jet Mitte

Offensive verstehen

Um zu verstehen, wie man ein System verteidigen kann, muss man die Optionen und die "Denkweise" des Systems verstehen.
Die Optionen des Jet Mitte Systems haben wir in diesem Artikel vorgestellt: System: Jet Mitte

Am wichtigsten sind die Standardoptionen. Kann ein Stürmer diese nicht vollständig schießen, kann er in der Regel auch nicht das ganze Tor bearbeiten. Das macht es einem als Verteidiger sehr einfach, weil man auch nicht das ganze Tor decken muss. Die übrigen Lücken werden dann sehr klein.
Die Standardoptionen sind meistens auch die Optionen mit der kürzesten Abrufzeit. Die Abrufzeit ist die Dauer zwischen Entscheidung und Durchführung. Je schwieriger jemandem eine Option fällt, desto länger die Abrufzeit. Der gerade Jet hat in der Regel die kürzeste Abrufzeit, gefolgt von links und abschließend rechts. Das ist nur eine Orientierungsmöglichkeit, die tatsächliche Abrufzeit ist immer spielerabhängig.
Die wichtigsten Zusatzoptionen sind gerade Schüsse auf die Zwischenpositionen. Diese werden aber erst dann gefährlich, wenn der Schütze weit in die Ecken trifft.

Der Jet zeichnet sich generell durch geringe Abrufzeit, geringen Ansatz, aber auch schlechter Mobilität aus. Der Stürmer wird also auf der Stelle stehen oder wippen und Lücken abpassen. Man kann dieses System auch als reaktiv bezeichnen, weil der Stürmer selbst nichts vorgibt (Fakes, anzucken, springen,...). Er schaut meistens auf eine Lücke und wartet, bis sie aufgezogen wird (Schießen auf wegziehen). Mit mehr Erfahrung kann der Stürmer auch komplexere Muster auslesen und wartet auf sich wiederholende Bewegungsabläufe (Schießen auf Muster).

Verteidigungsstrategie

Als Verteidiger konzentriert man sich darauf, durch eigene Bewegungen dem Stürmer eine Option aufzudrängen. Da er auf wegziehen schießt, liegt seine Aufmerksamkeit auf den Puppen. Man täuscht also an, mit einer Puppe wegzuziehen, ohne die Lücke wirklich freizugeben. Entweder weil man wieder mit derselben Puppe zurückzieht oder weil man mit einer anderen Puppe nachzieht (Kreuzen). Die Abrufzeit der entsprechenden Option gibt dabei an, wieviel Zeit man hat, um die Lücke wieder zuzuziehen. Bei Schüssen mit kurzer Abrufzeit muss die Lücke auch wieder schnell zugezogen werden. Schüsse mit großer Abrufzeit müssen nicht so schnell zugezogen werden, sollten aber auch lange genug offen bleiben, damit der Schütze auf den Bait reinfällt (Locken). Mit diesen Mitteln öffnet und schließt man möglichst unrhythmisch die verschiedenen Optionen.
Gegen erfahrene Schützen bleibt das Prinzip gleich. Man muss nur längere Ketten bauen, mit denen man Lücken öffnet und schließt. Diese Ketten werden wieder dazu verwendet, den Gegner zu manipulieren. Es ist fast schon egal, ob der Stürmer ein Tor schießt oder nicht. Das wichtigste ist, dass man herausfindet, wie man den Gegner steuern kann und wann man die Optionen decken muss. Mit diesem Plan kann man es schaffen den Gegner langfristig effektiv zu blocken.

Verwendet der Gegner noch Zusatzoptionen, muss man seinen Plan erweitern. Zusatzoptionen dürfen aber nicht überbewertet werden. Sie müssen meistens erst über die Standardoptionen vorbereitet werden, weil sie sonst nicht gut genug sind. Schüsse auf Zwischenpositionen sind erst dann gut, wenn der Stürmer die Ecken trifft. Schießt er in eine Richtung nicht weit genug, ist auch die Zwischenposition nicht offen, weil man als Verteidiger nicht bis ganz in die Ecke ziehen muss. Auch wenn man reagiert ist es besser für den Stürmer, auf die Ecke zu schießen, weil der Weg länger wird.
Aus diesem Grund darf man auch die Häufigkeit nicht überschätzen, mit der Zusatzoptionen verwendet werden. Nur in Kombination mit den Standardoptionen kann der Stürmer das ganze Tor ausnutzen. Meistens werden Zusatzoptionen verwendet um Lücken zu öffnen. Konzentriert man sich dann zu sehr auf die Zusatzoption, werden die Standardoptionen wieder besser, selbst wenn der Stürmer die Zusatzoption nicht mehr verwendet. Möchte man die Zwischenpositionen abdecken, ohne zu sehr die Standardoptionen zu öffnen, kann man sich mehr bewegen (Shuffle). Dadurch fährt man öfter an den Zwischenpositionen vorbei. Entweder macht man generell mehr Bewegungen oder baut unregelmäßig Shuffles ein.
Welche Bewegungen man im Verteidigerbereich zu einer Kette zusammenschließen kann und eine Erklärung dazu findest du im Artikel Defensivbewegungen im Verteidigerbereich


Autor: Lukas Übelacker

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Sonntag, 21. Februar 2016

Schusstechniken auf der 3er Reihe im Vergleich

Auf Turnieren sieht man eine bunte Mischung aus Mitte-, Lang- und 3/4-Systemen auf der 3er Reihe. Die Wahl der Schusstechnik ist leichter, denn es gibt nur Pin, Jet und Schieber. Alle drei bieten einem verschiedene Möglichkeiten ein System aufzuziehen und einen eigenen Stil zu entwicklen.
Doch welche Technik ist am besten für mich geeignet?

Um das zu entscheiden habe ich 5 Kriterien gewählt. Pro Kriterium gibt es 5 Punkte, wobei 0 sehr schlecht und 5 sehr gut ist. Die Kriterien sind:

Multitable-Tauglichkeit 
Wie gut sich die Schusstechnik auf verschiedenen Tischen umsetzen lässt. Je mehr Tische und je einfacher, desto besser.

Mobilität
Wie gut man mit dem Ball vor dem Schuss wandern und antäuschen kann.

Winkelkontrolle
Wie leicht es ist, den Schuss kontrolliert schräg zu schießen und wieviele verschiedene Winkel man kontrolliert schießen kann.

Technischer Anspruch
Wie leicht die Schusstechnik zu lernen ist. Das umfasst Trainingsaufwand und Stabilität im Spiel.
Ein hoher technischer Anspruch wird mit wenig Punkten bewertet, ein geringer Anspruch mit vielen Punkten, weil ein Schuss stabiler und abrufbarer ist, je leichter man ihn einsetzen kann.


Pin - der Täuscherschuss

Multitable-Tauglichkeit 3
Mobilität 5
Winkelkontrolle 4
Technischer Anspruch 1

Der Pin ist ein extrem vielseitiger Schuss. Durch die hohe Mobilität kann man alle Schusssysteme, egal ob Mitte, Lang oder 3/4, schießen. Auch kann man ohne Probleme schnell zwischen den Systemen wechseln und Wechsler sind der ideale Fake gegen reaktive Deckungen. Die Möglichkeiten werden noch erweitert durch die verschiedenen Winkel die man schießen kann. Sowohl ein harter Cutback (mit der Kante geschossen, ca 45°), als auch leicht schräge Schüsse (Stupser oder Brushs, ca 30°) sind vergleichsweise einfach. All diese Eigenschaften machen den Pin zur idealen Schusstechnik, wenn man den Gegner manipulieren möchte.
Die große Schwäche ist allerdings der extreme technische Anspruch. Man muss also viel Trainingszeit investieren, um den Schuss zu lernen. Erst recht wenn man die hohe Mobilität ausnutzen möchte. Dabei ändern sich nämlich mit den Abschusspunkten auch die Strecken, die man z.B. für beide Ecken zurücklegen muss gewaltig. Den technischen Anspruch bekommt man auch bei der Multitable-Tauglichkeit zu spüren.
Der Pin ist die richtige Schusstechnik für dich, wenn du den Gegner mit Täuschern manipulieren und für jede Situation eine passende Schussvariante haben möchtest.

Jet - der Denkerschuss

Multitable-Tauglichkeit 5
Mobilität 2
Winkelkontrolle 1
Technischer Anspruch 5

Der Jet ist sehr leicht zu lernen, weil er im Gegensatz zu allen anderen Schüssen keine Ausholbewegung hat (diese ist in der Schussbewegung integriert). Das macht den Jet unglaublich stabil, egal auf welchem Tisch man spielt. Da man auch nicht mit der Puppe hinter den Ball gehen muss, sind alle Längen ohne besonderen Trainingsaufwand schießbar, solange man von seinem Abschusspunkt auf die Ecken kommt. Der gerade Schuss ist auch direkt eingebaut und extrem schnell abrufbar. Das macht es sehr leicht mit dem Jet ein 5-Punkte System aufzuziehen ohne dafür die Abschussposition zu verändern. Man wartet einfach trocken auf einer Position und wartet auf den richtigen Augenblick. Das ist zwar nicht spektakulär, aber effizient. Da man sich nicht auf die Technik konzentrieren muss, hat man alle Kapazitäten verfügbar den Gegner zu lesen.
Im Gegenzug hat man mit dem Jet keine gute Mobilität. Man kann zwar lang schießen und auch Positionen wechseln, aber das ist technisch anspruchsvoll. Auch die Winkelkontrolle ist technisch anspruchsvoll. Harte Cutbacks (mit der Kante geschossen, ca 45°) sind zwar möglich, dafür sind andere Winkel schwierig zu kontrollieren.
Der Jet ist die richtige Schusstechnik für dich, wenn du den Gegner auslesen und wenig Optionen effizient einsetzen möchtest.

Schieber - die Ruhe vor dem Sturm

Multitable-Tauglichkeit 5
Mobilität 1
Winkelkontrolle 4
Technischer Anspruch 2

Beim Schieber hat man den Ball nicht geklemmt, sondern frei liegend und bewegt ihn dann mit der Seitenfläche der Puppe. Die erste Herausforderung ist, den Ball in die richtige Position zu bringen, was sich bei abgespielten Bällen mit Kerben oder wackeligen Tischen in einer Turniersituation als schwierig erweisen kann. Auf Bonzini kann das ein ernsthaftes Problem werden, aber grundsätzlich ist der Schuss auf jedem Tisch spielbar, solange man den Ball sauber hinlegen kann.
Der Ball wird bei der Lateralbewegung mit der Seite geführt. Eine sehr filigrane Bewegung, bei der man aber keinen Ansatz erkennen kann, bei welcher Länge der Schuss kommt. So kann man ohne Probleme alle Längen in einer Richtung abdecken und durch die hohe Winkelkontrolle auch noch die Puppenstellung des Verteidigers ausnutzen. So kann der Gegner nie genau wissen, welcher Schuss als nächstes kommt.
Die Winkelkontrolle ist nicht ganz perfekt, weil man weite Winkel (ca. 45°) nicht spielen kann, dafür kann man sowohl gegen, als auch in Zugrichtung schräg schießen.
Der Schieber ist die richtige Schusstechnik für dich, wenn du dich auf ein Langsystem spezialisieren möchtest, das auf jedem Tisch funktioniert und du abrupt zuschlagen möchtest.



Anmerkungen:
  • Zum Pin zähle ich auch den Kurbler, weil beide nicht voneinander trennbar sind.
  • Schieber ist der Oberbegriff für Zieher und Drücker.
  • Die Ballgeschwindigkeit des geschossenen Balles ist zweitrangig. Wichtiger ist es, eine hohe Lateralgeschwindigkeit vor dem Schuss zu haben und seine Optionen nicht schon vorher (Beispielsweise durch verändertes Setup des Balls) an den Torwart zu verraten.


Autor: Lukas Übelacker

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Sonntag, 14. Februar 2016

Spielmodus: Forward-Shootout Deluxe

Die meisten Tore werden auf der 3 geschossen. Mit dem Spielmodus: Forward shoot-out haben wir bereits einen Modus geliefert, bei dem man unterschiedliche Offensiv- oder als Torwart auch Defensivkonzepte ausprobieren kann. Hier stellen wir eine Variante vor, die besonders gut für ausgeglichene Gegner geeignet ist. Es ändert sich lediglich die zählweise der Tore.

Man spielt einer gegen einen. Gespielt wird in mehreren Runden. Für jede Runde steht ein Spieler im Tor und sein Gegner im Sturm. Der Stürmer schießt immer auf den gleichen Torwart. Bei diesem Spiel können auch zwei Begegnungen gleichzeitig an einem Tisch stattfinden.
  • Gestartet wird auf der 3 mit dem fertig-Protokoll.
  • Begonnen wird mit dem Spielstand 5:5 auf einem Zähler.
  • Bei einem geschossenen Tor kriegt der Stürmer einen Punkt und der Torwart verliert einen.
  • Ein gehaltener oder verschossener Ball kostet dem Stürmer einen Punkt und der Torwart kriegt einen.
  • Die Runde wird beendet sobald alle Steine auf einer Seite sind. Also der Stürmer 10 Punkte hat oder der Verteidiger 10 Punkte hat.
  • In der nächsten Runde werden die Rollen getauscht.
Bei einer ausgeglichenen Spielsituation kann eine einzelne Begegnung sehr lange dauern. Hierdurch lernt man sich in intensiven Spielsituationen besser zu konzentrieren.

Viel Spaß beim Nachspielen!


Sonntag, 7. Februar 2016

Der Kurbler

Der Kurbler ist ein gerader Schuss bei dem man den Ball vorne geklemmt hat (Frontpin) und den Ball mit einem Überschlag der Puppe schießt. Er ist also wie ein Jet, nur dass man den Griff in der Hand hat und nicht am Handgelenk ansetzt.

Um ihn zu schießen, zieht man ruckartig den Unterarm nach oben und dreht so den Griff mithilfe der Finger. Danach muss man den Griff wieder fangen, bevor die Stange sich zu oft durchgedreht hat. Die Stange darf vor und nach dem Treffen des Balls um 360° drehen. Dreht sie sich weiter, ist das ein Foul. Man darf auch nicht den Arm zu weit von der Stange entfernen. Was genau "zu weit" ist, ist in den Regeln nicht genau definiert.
Die Probleme beim Kurbler sind aber nicht nur Regelgrauzonen, sondern auch Inkonstanz, fehlende Präzision und schlechte Abrufbarkeit. Die Inkonstanz ergibt sich daraus, dass man lange Zeit keinen Kontakt zum Griff hat, was auch zu schlechter Genauigkeit führt. Die Angst vor Überdrehen sorgt für die schlechte Abrufbarkeit, so dass man oft zu gehemmt ist, um den Schuss im richtigen Moment zu machen. Mit der richtigen Technik kann man diese Probleme aber beheben.

Die Stange dreht man wieder, indem man den Unterarm hochzieht und den Griff mit den Fingern mitnimmt. Dabei bleibt man mit den Fingern am Griff, bis man ihn nur noch mit den Spitzen hat und fängt ihn mit der Daumenspitze. Bei vielen ist die Hand nicht groß genug, damit die Puppe einen kompletten Überschlag machen kann. In dem Fall wartet man ein wenig mit dem Fangen und lässt den Griff dabei über die Finger gleiten (Schlupf). (Videobeispiel Marc Balic, Frederic Collignon)

Durch diese Technik hat man viel mehr Kontrolle über den Schuss, weil man durchgehend Kontakt zum Griff hat. Das steigert Konstanz und Präzision. Die Abrufbarkeit steigt, weil man keine Angst vor Überdrehen haben muss.

Der Kurbler wird vor allem im Pinshot als gerade Option gespielt. Man kann ihn aber auch für schwierige Pinshots verwenden. Legt man den Ball zur Seite und kurbelt dann, hat man im Prinzip einen Jet. Dieser Schuss heißt "geworfener Kurbler".
Hat man Probleme mit einem Schuss, kann man sich im Spiel mit dem geworfenen Kurbler retten. Das kann am Anfang recht häufig mit dem linken Pin passieren, deswegen ist der geworfene Kurbler ein sehr wichtiges Werkzeug, wenn man Pin schießt. Bis auf Bonzini lässt er sich auf jedem Tisch spielen. So kann  man sich schneller auf Fremdtischen wehren.
Der geworfene Kurbler kann aber auch verwendet werden, um kurze Schüsse (1/4 Torbreite) zu machen. Diese sind mit Pin meistens schwierig zu schießen, mit geworfenen Kurblern aber so einfach wie ein Jet.


Sonntag, 31. Januar 2016

Spielmodus: One-Touch

Einen guten Spieler zeichnet mehr als nur gute Technik aus. Es gibt auch ein paar Fähigkeiten, die nicht direkt ersichtlich sind. Es verschafft einen großen Vorteil, unkontrolliert herumfliegende Bälle entweder selbst unter Kontrolle zu bringen oder ihnen noch einen Stoß zu verpassen, der sie auf das gegnerische Tor lenkt oder zumindest es dem Gegner erschwert, sie unter Kontrolle zu bringen. Diesen "Gücksfaktor" (siehe Artikel zum Glück) kann man lernen. Allerdings nicht mit Techniktraining.
Um die eigene Geschwindigkeit zu trainieren gibt es den Spielmodus "One-Touch". Bei diesem ignoriert man bewusst die eigene Technik und hackt einfach auf den Ball. Ziel ist für beide Mannschaften, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen.
Bei diesem Modus geht es weniger darum ein voll ausgetüfteltes Regelwerk zu erarbeiten, sondern viel mehr darum, die Hand-Auge-Koordination zu verbessern. Deshalb belasse ich es bei dem Vorschlag von einem Zeitlimit von 3 Sekunden pro Stange einzuführen und/oder maximal eine/zwei Ballberührungen pro Stange zu erlauben.

Viel Spaß beim Nachspielen :)


Sonntag, 24. Januar 2016

Schritt für Schritt: Jet schießen

Diese Anleitung ist nicht wirklich für Jet-Neulinge, sondern eher für Fortgeschrittene gedacht. Spieler die anderen den Jet strukturiert beibringen oder Feinheiten an ihrem Schuss verbessern wollen. Anfänger können diese Anleitung auch benutzen, sollten aber unbedingt jemanden haben, der ihnen Handhaltung oder Stellung zum Tisch zeigen kann. Solche Sachen lernt man am besten am Tisch, weil sie sowohl mit Texten, als auch mit Bildern oder Videos nur mäßig zeigbar sind.

Bevor es zur Schritt-für-Schritt-Anleitung geht, möchte ich noch gerne einige Begriffe klären.
Es gibt bei einem Schuss immer eine Ausgangsposition, an der der Ball am Anfang des Schusses ist, und eine Abschussposition. (Bei einem Geraden sind Ausgangs- und Abschussposition gleich)

Der Jet besteht aus Seitwärts- (, Gegen-) und Schussbewegung.
Seitwärts-, Gegen und Schussbewegung

Nicht jeder schießt mit Gegenbewegung. Es wird auch darüber gestritten, ob der Schuss mit oder ohne Gegenbewegung besser ist. Ich werde hier beides vorstellen ohne darauf einzugehen, was besser ist.

1. Griffhaltung finden

Übung: Man nimmt den Griff in die Hand und rollt mit dem Arm den Griff herunter, bis man einen kompletten Überschlag gemacht hat.

Die richtige Griffhaltung ist wichtig, um eine zu kurze oder zu weite Schussbewegung zu verhindern. Im Idealfall hat man den Griff nach dem Schuss wieder in der Hand und die Puppe ist wieder in der Ausgangsstellung. Braucht man mehr Weg, als man bei dieser Übung ermittelt, hat man Schlupf beim Schuss (der Arm rutscht über den Griff). Diese Übung muss eventuell mit der nächsten im Wechsel durchgeführt werden.


2. Griff fangen lernen

Übung: Ball vorne geklemmt, Jet aus dem Stand schießen.

Der gerade Jet besteht nur aus einer Schussbewegung und ist deswegen die einfachste Möglichkeit zu schießen. Der Griff sollte dabei ohne Schlupf über Arm und Hand rollen
(Dann braucht man kaum noch Kraft). Am Ende der Rollbewegung fängt man den Griff wieder mit der Hand. Dabei wird die gesamte Wucht von den Fingern aufgefangen. Man muss nicht aktiv fangen, leichter geht es, wenn die Finger eine Klaue bilden, in die der Griff hineinrollt.

Die Faustregel lautet: Abrollen, nicht hochreißen!


3. Seitwärtsbewegung lernen

Übung: Ball vorne geklemmt führen

Anfangs hat man den Ball geklemmt und wippt hin und her, während man auf dem Ball bleibt. Diese Bewegung ist das typische Setup für Jet Mitte und vereinfacht die Seitwärtsbewegung beim Schuss. Man gewöhnt sich dabei an die eigenartige Führung der Stange. Danach kann man versuchen den Ball in kleinen Sprüngen vor dem Tor hin und her zu führen. Um den Ball loszulassen muss man am Griff mit dem Arm hochrollen und zum Fangen wieder runterrollen. Auch diese Bewegung ist nicht intuitiv und sollte ausgiebig trainiert werden.
Die Sprünge bei der Seitwärtsbewegung sollten immer weiter bzw. ruckartiger werden.
Hier muss man auf eine parallele Ballführung achten. So kann man präziser schießen.


4. Ball treffen lernen (auch: Gegenbewegung lernen)

Übung: Ball vorne geklemmt; zur Seite bewegen und direkt schießen

Diese Übung gewöhnt den Schützen an den Bewegungsablauf aus Seitwärts- und Schussbewegung. Die Distanz und der Winkel des Schusses sind zunächst egal.


Übung: Ball auf gewünschter Abschussposition, Puppe auf gewünschter Ausgangsposition (ohne Ball); liegenden Ball wegschießen
Mit Gegenbewegung: Man zieht in der Seitwärtsbewegung am Ball vorbei und geht  in der Schussbewegung wieder hinter den Ball.
Der Ball soll möglichst gerade auf das Tor kommen. Die Gegenbewegung sorgt dafür, dass der seitliche Beschleunigung des Balls entgegengewirkt wird, damit der Schuss nicht nach außen abdriftet. In dieser Übung wird zunächst nur der Bewegungsablauf der Gegenbewegung trainiert. Wird der Ball im vollständigen Schuss von der Ausgangsposition mitgenommen, muss die Gegenbewegung stärker ausfallen.


5. Präzision üben

Übung: Die 2er Reihe wird an die Bande geschoben, an der man seine Präzision verbessern möchte. Dabei hat der Puffer zur Bande einen bestimmten Abstand.

Der Abstand gibt die Schwierigkeit an. Dabei ist die Länge der Seitwärtsbewegung entscheidend. Je weiter die Seitwärtsbewegung, desto schwieriger wird es kleinere Lücken zu treffen.
Ich habe als Abstandsmaß "Finger" gewählt, man kann aber auch Ball- oder Pufferbreiten nehmen.

 

lang: gesamte Breite des Tors
halb: halbe Breite des Tors
kurz: viertel Breite des Tors

6. Praxisnah trainieren

Übung: Ein Trainingspartner gibt verschiedene Bewegungsmuster vor.

Die rein technische Seite des Schusses wird in den ersten 6 Schritten trainiert. Jetzt geht es darum unter Spielbedingungen zu trainieren.
Hier ein paar Vorschläge:
    a) rhythmische, synchrone Bewegung
    b) rhythmische, asynchrone Bewegung 
    c) stehenbleiben und irgendwann mit einer Puppe wegbewegen (auf Wegziehen)
    d) stehenbleiben und beim Schuss reinreagieren (auf Lücke)


Beim Trainieren sollte darauf geachtet werden, die Übungen zunächst sehr langsam zu machen. Dadurch erkennt man schnell, ob sich Fehler (gerade kleinere) einschleichen. Die Geschwindigkeit kommt dann automatisch mit der Sicherheit. Je besser also eine Übung klappt, desto schneller kann man werden. Entsprechend sollte man auch langsamer machen, wenn etwas mal nicht klappt. So erkennt man dann auch, welchen Teilschritt man gezielt verbessern sollte.


Autor: Lukas Übelacker

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Sonntag, 17. Januar 2016

Glaubenssätze und Selbstanweisungen

Jeder Mensch hat Glaubenssätze in sich eingeprägt nach denen er handelt und denen er unbewusst seine Leistung anpasst. Diese können positiv wie negativ sein. Manche Glaubenssätze hat man chronisch, andere entstehen spontan.
Einige Glaubenssätze wie "ich bin gut in ..." motivieren und andere hemmen. Hier ein paar Beispiele:
  • "Ich bin besonders gut in ..."
  • "Ich kann nicht ..."
  • "Ich habe eine Matchballschwäche."
  • "Ich kann den Schuss/Pass an die Position nicht."
  • "Ich kann gegen den Spieler nicht gewinnen."
  • "Ich verliere, weil ich Pech habe."
  • "Der Gegner hat nur Glück."
  • "Der Spieler ist viel zu gut, ich kann nicht gegen ihn gewinnen."
  • "Ich verliere das Spiel."
  • "Ich gewinne sowieso." 
  • "Den Ball schieße ich gegen den Pfosten." 
  • "Auf diesem Tisch kann ich nicht spielen, weil..."
  • "Mädchen sind schlecht in Mathe."
  • "Bei Vollmond schlaf ich schlecht."
  • ...
Dadurch, dass man an diesen Glaubenssatz glaubt, findet man auch viele Anzeichen, dass er wirklich wahr ist. Man baut sich eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es hilft einem sehr viel weiter, wenn man hemmende Glaubenssätze bei sich erkennt.
Einen Glaubenssatz kann man nicht unterdrücken. Dadurch wird eine Kontrollinstanz hervorgerufen, die nachprüft ob man diesen Gedanken nicht mehr verfolgt und dadurch wird er wieder aktiv ins Denken übernommen. Besser funktioniert es, diesen negativen Glaubenssatz durch einen positiven anderen auszutauschen.
Wenn man zum Beispiel gegen einen starken Spieler steht und führt, dann muss man seine Konzentration halten. Wenn man sich gedanklich mit dem Sieg beschäftigt ("Ich gewinne sowieso."), dann besteht die Gefahr, dass die Konzentration verloren geht und man am Ende verliert.
Ähnlich verhält es sich, wenn man den Gegner als übermächtig einschätzt und glaubt nicht gewinnen zu können. Dann wird man auch nicht in der Lage sein ihn zu besiegen. Selbst wenn man dazu in der Lage wäre.
Zum Beispiel anstelle von "Ich habe eine Matchballschwäche, hoffentlich fällt der Ball so ins gegnerische Tor" den Satz "Ich bin beim Matchball besonders fokussiert". Das verdrängt den negativen Glaubenssatz und man kann wahrnehmen, was man bei solchen Bällen gut und richtig macht.
Falls man in einem guten Spiel denkt: "Der letzte Ball wird nochmal schwer.". Dann funktioniert zum Beispiel "Den letzten Ball spiele ich wie jeden anderen Ball.".
Oder wenn der Linke Pin nicht klappt und man daraus einen Glaubenssatz ("Der Linke Pin klappt nicht.") macht, kann man diesen ersetzen durch etwa "Ich schieße den linken Pin wie im Training." um im Unterbewusstsein wieder die Erinnerung von der Trainingssituation mitsamt der korrekten Bewegung hervorzurufen und den Schuss wieder auf Spur zu bringen. Es hilft zudem, sich kurz das Bild von dem Training zu Hause vor Augen zu führen.
Bei der Formulierung von Anti-Glaubenssätzen oder Selbstanweisungen sind folgende Richtlinien zu beachten:
  • Er muss konkret sein.
  • Er muss positiv formliert sein.
  • Er muss durch eigene Kompetenzen erreichbar sein.
Häufige Fehler:
  •  "Nicht gegen den Pfosten schießen" funktioniert schlecht. Es ruft im Unterbewusstsein ein Bild von einem gegen den Pfostn geschossenen Ball hervor. Das Bild will man nicht feststzen.
  • Etwa "Keine Fehler machen." ist ebenfalls negativ und zudem viel zu unspezifisch.
  • "Besser spielen." ist ebenfalls zu unspezifisch.
Mit genügend Selbstreflektion kann man hemmende Glaubenssätze aufspüren und im weiteren über Disziplin auflösen. Hemmungen bei wichtigen Bällen und Technikverlust sollten einen Großteil der Glaubenssätze ausmachen. Die Details und wie man diese am besten auflösen kann muss jeder für sich entdecken und ausprobieren.
Diese Technik funktioniert nur, wenn man dran glaubt sich ändern zu können. Wenn man hingegen fest davon überzeugt ist, dass ein Glaubenssatz von einem übernatürlichen Wesen oder einer höheren Macht gegeben (für Theisten "gottgegeben") ist, dann kann man ihn nicht ändern.
Die Selbstanweisungen funktionieren auch in anderen Bereichen. Wenn man sich vornimmt, sein Offensiv- oder Defensivverhalten an den Gegner anzupassen und dann die nächsten Schritte plant empfehlen sich die selben Richtlinien für die Selbstanweisung. Beispielsweise wenn man nicht mehr auf die Täuscher des Gegners reagieren möchte, nimmt man sich anstelle von "nicht reagieren" besser vor "Ich fahre einfach weiter mein Muster"...

Wer mehr zum Thema erkennen und anpassen der eigenen Denkmuster lesen möchte, der findet mehr bei Schweppe & Schwarz - NLP Praxis

Sonntag, 10. Januar 2016

Mentales Training VII - Meditation

Im letzten Artikel wurde "im Flow sein" grundlegend beschrieben. Mit Achtsamkeit wurde ein Weg gegeben, wie darauf zuarbeiten kann. Der Weg dahin ist für jeden Spieler unterschiedlich. 
Eine Möglichkeit Achtsamkeit zu trainieren ist Achtsamkeitsmeditation. Man schult Selbstempathie und die Lenkung des Fokus auf ein bestimmtes Meditationsobjekt.
Diese Form der Meditation bildet das "Gegenstück" zur "formlosen" Meditation, die im letzten Artikel beschrieben wurde (Monotasking und maximaler Fokus auf den aktuellen Moment bei wertfreier Beobachtung). Um Achtsamkeit vollends im Alltag bzw im Tischfußball zu integrieren, kann man Mini-Meditationen nutzen, die einen Zeitrahmen von wenigen Sekunden bis einigen Minuten haben, um sich der inneren und äußeren Erfahrungen mit Wohlwollen und Akzeptanz bewusst zu werden und dafür wach zu sein.
Diese Mini-Meditationen gelingen mit genügend Übung während der Spielpausen und sogar während einzelner Begegnungen. Man kann damit in den Time-Outs seinen Geist neu fokussieren. Durch die Selbstempathie kann man seine Emotionen besser wahrnehmen und zielführend mit ihnen umgehen.
Um dieses "Werkzeug" zu erlernen, muss man allerdings sehr viel Zeit und Disziplin investieren. Um die positiven Wirkungen aufrecht zu erhalten muss man regelmäßig meditieren.
Der Grundgedanke von Meditation ist, dass man seine Aufmerksamkeit lange genug achtsam auf das Meditationsobjekt richtet, dann erreicht der eigene Geist den Zustand der Meditation. Sobald man merkt, dass der geistige Fokus das Meditationsobjekt verlässt, lenkt man ihn wieder sanft darauf zurück. 
Als Meditationsobjekt kann man sehr viele unterschiedliche Sachen nehmen.
Man kann "innere" Objekte nehmen, wie zum Beispiel die eigene Atmung oder allgemeines Körpergefühl. Bei der Atemmeditation richtet man seine Wahrnehmung auf einen Punkt im Körper, in dem man die Atmung besonders gut wahrnehmen kann, wie den Bauch (der sich hebt und senkt) oder die Nase (in der man den Luftstrom und die Temperaturveränderung fühlen kann). Wichtig ist, dass man den Atem fließen lässt. Es geht um die reine Beobachtung, ohne ihn dabei bewusst zu steuern. Andere Körperempfindungen (Füße, Wahrnehmung von Emotionen, ...) funktionieren ebenso. Besonders für Entspannung zu empfehlen ist eine Meditation namens Body Scan. Bei dieser geht man mit der Wahrnehmung die einzelnen Körperteile durch und versucht diese zu fühlen.
Äußere Meditationsobjekte, wie Gegenstände oder Geräusche (Musik), funktionieren nach dem selben Prinzip wie innere.
Meditation passiert im Kopf. Die Körperhaltung ist dabei nebensächlich. Für denjenigen der gelenkig genug ist, empfiehlt sich der Lotus Sitz. Dieser bietet einen sicheren Sitz und man kann bequem aufrecht sitzen und dabei frei atmen. Für alle anderen gibt es auch einfachere Varianten wie der Halbe- oder Viertel- Lotus, oder der Burmesische Sitz. Alternativ kann man auch mit Meditationskissen oder ganz normal aufrecht auf einem Stuhl sitzen (am besten etwas nach vorne gerutscht ohne sich anzulehnen). Wichtig ist, dass man sich während der Meditation nicht bewegt.
Am Anfang muss man viel ausprobieren, bis man etwas gefunden hat, was für einen funktioniert. Es hilft, bei diesem Objekt zu bleiben und dies immer mit den selben Gegebenheiten auszuführen. Zum Beispiel immer am selben Ort zu dem selben Lied meditieren. Dadurch kommt man am Anfang etwas schneller voran und man hat ein paar Erfolgserlebnisse.
Um Fortschritt zu machen, muss man sehr regelmäßig meditieren. Am besten täglich mindestens 30 Minuten. Es hilft wenn man mit 10 Minuten anfängt und sich dann langsam steigert. Der Geist ist einfacher zu fokussieren, wenn man sich einen Wecker stellt und keine Uhr im Blickfeld hat.
Es braucht sehr viel Disziplin, da man am Anfang wenig bis keinen Fortschritt merkt.
Als ich angefangen habe täglich zu meditieren, habe ich nach in paar Wochen langsamen Fortschritt bemerkt.  Die ersten Male, die Meditation bei mir funktioniert hat waren draußen. Auch wenn ich ich damals noch häufig gefragt habe ob ich eine Meditation erreicht hatte oder einfach nur müde geworden bin. Danach stellte ich langsamen Fortschritt fest. Ich konnte mich besser auf das Objekt konzentrieren. Zuerst bin ich beim Klingeln des Weckers hochgeschreckt. Aber nach einiger zeit konnte ich die Konzentration aufrecht erhalten. Nach ca. 8 Wochen habe ich einen großen Schritt gemacht und es hat gewohnter Umgebung gut funktioniert (schnell & "tief"). Nach etwa 3 Monaten hat es die ersten Male während eines Kicker Turniers funktioniert.
Um Meditation im Turnier während der Spiele nutzen zu können, muss man den Schwierigkeitsgrad langsam steigern. Zum Beispiel, dass man an anderen Orten meditiert, andere Objekte nimmt und mit formlosen Mini-Meditationen, bei denen man z.B. auf dem Weg zur Arbeit Zeit überbrückt indem man sich auf ein Meditationsobjekt konzentriert, anfängt.
Um sich während des Spiels neu fokussieren zu können, sind insbesondere zwei Objekte besonders geeignet. Zum einen der eigene Atem und zum anderen ein Kicker Ball. Hierfür meditiere ich oft mit einem Kickerball als Meditationsobjekt, oder falls ich ein anderes habe, schaue ich einen Kickerball an (vergleiche Concentration Conditioning).
Diese beiden Objekte haben die Vorteile, dass man sie zum Üben immer dabei hat bzw. leicht mitnehmen kann und sie sind beim Spiel immer vorhanden. Man kann sie einsetzen, wenn man durch die eigene geschulte Selbstempathie merkt, dass man den aktuellen Moment verlässt, oder sich die Wahrnehmung einschränkt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn man aktuell nicht am Ball ist und auf die nächste Aktion wartet. Man muss für die eigene Reaktion bereit sein muss ohne diese einzuschränken. Dann kann man im Rahmen einer Mini-Meditation sich auf den eigenen Atem oder die "Muster" auf dem Ball fokussieren und merkt die aufkommende Klarheit der Meditation wirken.

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Meditation. Achtsamkeitsmeditation eignet sich besonders, um sich neben oder sogar während der Spiele zu fokussieren. Andere geeignete Meditationsarten ist Mantra oder Zen Meditation. Es gibt noch jede Menge mehr Möglichkeiten und jeder muss sich nur diejenige aussuchen, die am besten bei ihm funktioniert. Wer mehr zu Meditation im allgemeinen wissen möchte, der kann sich bei "Bodian - Mediation für Dummies" darüber informieren.

Um Meditation zu lernen empfehle ich, sich vorher mehr in das Thema einzulesen. Zum Beispiel Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (englisch Mindfulness Based Stress Reduktion, kurz: MBSR) bietet eine "bereinigte" Version und einen 8-wöchigen Kurs zum Erlernen. Alternativ gibt es auch sehr viel auf Youtube, wie zum Beispiel den Channel von Yuttadhammo Bhikkhu, der viele Tipps und Tricks rund um Meditation gibt.
How To Meditate I - What is Meditation
How To Meditate IV - Fundamentals of Meditation Practice
Herrigel - Zen in der Kunst des Bogenschießens
Lodro Rinzler - sit like a buddha ist eine gute und kurze Einleitung für Anfänger in Achtsamkeitsmeditation.
Unter dem Stichwort "Vipassana" oder allgemeiner "Buddhismus" oder auch Yoga ist ebenso einiges zu finden.

Das wichtigste ist, dass man sich seiner Intention bewusst ist und diszipliniert die notwendige Zeit (auch nach Erlernen der Meditation) regelmäßig investiert um die Positiven Auswirkungen aufrecht zu erhalten.



Sonntag, 3. Januar 2016

Mentales Training VI - Flow und Achtsamkeit

In manchen Spielen läuft es schlecht. Man ist tierisch unter Druck und fokussiert auf einige wenige Optionen, die einem der Gegner direkt wegnimmt. Mehr nimmt man nicht wahr. Später wird einem bewusst was man alles nicht gesehen hat.
Es gibt aber auch Spiele, in denen gelingt einem fast alles. Man ist "im Flow" und kann seine PS voll auf die Straße bringen.
In diesem Artikel werde ich einen Weg aufzeigen, wie man auf diesen Zustand hinarbeiten kann. Im Artikel  Mentales Training III - Mindset Teil 1 - Grundlagen wurde schon umrissen, welche Eigenschaften zum "Flow" gehören. Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:
  • Es gibt keine störenden Gedanken über Vergangenheit (z.B. missglückte Aktionen) oder Zukunft (z.B. gewinnen müssen).
  • Man ist in dem aktuellen Moment. Es laufen nur Gedanken ab, die zu dem aktuellen Spielgeschehen gehören.
  • Aktionen werden nicht bewertet. Sie werden nicht in Schubladen wie Glück oder Pech geschoben, sondern nur beobachtet.
  • Aus den Informationen, die wahrgenommen wurden, werden bewusst oder unbewusst zielführende Taktiken, die die eigenen Stärken sowie die Schwächen des Gegners ausnutzen.
  • Man hat die Übersicht über das Spiel. Es werden viele unterschiedliche Aspekte wahrgenommen.
  • Die eigenen Emotionen werden zielführend eingesetzt.
  • Die Technik funktioniert. Die Bewegungsausführung wird komplett von dem Unterbewusstsein gesteuert. Bewusst werden nur die Optionen und Zeitpunkte gewählt, die dann wie automatisch ausgeführt werden.
  • Man denkt und agiert flexibel angepasst an die Situation.
Der Weg, wie dieser Zustand erreicht werden kann, ist für jeden Spieler anders. Eine Möglichkeit daran zu arbeiten ist über Achtsamkeitstraining. Dieses umfasst im Kern den Grundgedanken der o.g. Liste.
Achtsamkeit (englisch: mindfulness) beschreibt allgemein den Fokus der Gedanken auf den aktuellen Moment zu legen und diesen dabei wahrzunehmen ohne ihn zu bewerten. Dabei ist bei der inneren Haltung wichtig, dass man dem aktuellen Moment mit Neugier entgegnet. Man muss seine Gefühle und sein Denken wahrnehmen und akzeptieren anstatt zu leugnen. Neue Erfahrungen müssen mit wohlwollen aufgenommen werden. Man darf nicht versuchen angenehme Erfahrungen festzuhalten oder unangenehme wegzuschieben. Man muss lernen seinen Fokus auf eine einzige Tätigkeit zu legen um diese voll und ganz zu erleben, intensives Monotasking also. Gleichzeitig bringt es wenig, sich zu sehr zu bemühen. Man muss Geduld haben, denn Veränderungen brauchen Zeit.
Der Grundgedanke, im aktuellen Moment zu leben, klingt trivial erfüllt. Aber in Wahrheit sind wir immer in Gedanken irgendwo, nur nicht im aktuellen Moment. Wir machen uns Gedanken über die Vergangenheit, in der Ereignisse geschehen sind, die uns belasten. Oder wir denken an die Zukunft. An Ereignisse die wir sehnsüchtig erwarten oder vor denen wir uns fürchten. Aber im aktuellen Moment verweilen wir selten. Und zudem überhäufen wir uns mit Informationen. Beim Essen läuft im Hintergrund der Fernsehr und wir unterhalten uns nebenbei. Aber mit unserer Aufmerksamkeit verfolgen wir keine der Tätigkeiten voll. Wir kriegen jeweils nur einen Teil mit. 
Wenn wir lernen, unsere Aufmerksamkeit bewusst auf nur eine Sache fokussieren zu können, dann können wir diese viel besser bewerkstelligen.
Achtsamkeit ist den Buddhistischen Lehren entnommen und wird mittlerweile in der westlichen Welt als Mittel für das geistige Wohl eingesetzt. Zum Beispiel wurde mit Achtsamkeitsbasierter Stressreduktion (englisch Mindfulness Based Stress Reduktion, kurz: MBSR) ein Programm geschaffen welches die Vorzüge wissenschaftlich untersucht und gleichzeitig mit einem 8-wöchigen Programm mit ca. einer Stunde Programm je Tag einen festen Rahmen für das Erlernen schafft.
Ein wichtiger Aspekt von Achtsamkeit ist Selbstempathie. Nur wer seinen eigenen Gemütszustand in dem aktuellen Moment gut einordnen kann, ist in der Lage die eignen Emotionen bewusst und zielführend einsetzen um das eigene Spiel zu verbessern. Das Einordnen der eigenen Emotionen geht mit einem gewissen Körpergefühl einher. Nur wenn man merk, dass man zum Beispiel seinen Stand am Tisch verändert hat kann man diesen korrigieren. Oder wenn man merkt, dass sein Arm verkrampft kann man diesen lockern.
Man muss sehr viel Zeit für Selbstreflektion und Disziplin investieren um die eigenen Denkstrukturen, die das Ergebnis eines jahrzehntelangen Prozesses sind, zu analysieren und zu verändern.
Man kann zum Beispiel damit anfangen, dass man sich bewusst seinem Essen widmet und versucht dieses maximal wahrzunehmen. Hierzu ein paar Leitfragen. Wichtig ist, dass man beim beantworten keinerlei Bewertung hinzufügt, sondern nur Beobachtet.
  • Wie sieht es aus?
  • Wie riecht es?
  • Wie fühlt es sich an, wenn wir es mit Messer und Gabel handhaben?
  • Welche Empfindungen löst der Kontakt mit dem Mund aus?
  • Welche Temperaturempfindungen haben wir?
  • Wie ist die Textur der Oberfläche?
  • Wie klingt es wenn wir kauen?
  • Wie verändert sich die Textur während wir kauen?
  • Wie entfaltet sich der Geschmack im Mund?
  • Wie fühlt sich das Schlucken an?
  • ...
Achtsamkeit hört sich einfach an, erfordert aber einiges an Disziplin um seine Denkweise dahingehend zu modifizieren. Mit der Zeit kann man seine Übungen auf immer neue Bereiche des Lebens ausweiten und somit lernen, beim Kickern fokussierter zu sein.
Man weiß nicht, was man alles nicht wahrnimmt. Jeder, der Fortschritte gemacht hat, wird vermeintlich bekannte Situationen komplett anders wahrnehmen und neu bewerten.  Das ganze wird gut von diesem Spruch zusammengefasst:
Vater: Mein Sohn, du schielst!
Sohn: Nein Vater, ich schiele nicht. Sonst würde ich da oben ja nicht zwei Monde sehen, sondern vier.
Quellen:
Timothy Gallwey- Inner Game of Tennis: In disem Buch wird der Grundgedanke etwas weniger spirituell beschrieben.
Über Achtsamkeit gibt es jede Menge anderer Literatur und im Internet ist auch einiges zu finden. Wer sich tiefergehend damit auseinandersetzen möchte, findet genug, zum Beispiel auch unter dem Stichpunkt Yoga.



Mittwoch, 23. Dezember 2015

Mentales Training - Einleitung

Man kann ohne Gegner trainieren und man kann auch ohne Tisch trainieren. Dabei gibt es Übungen, die die Bewegungsausführung verbessern (z.B. Visualisierungen von Bewegungen) und es gibt Übungen, die für mehr mentale Stärke sorgen.

Zuerst muss man für sich die grundlegende Frage beantworten, ob man von mentalem Training profitieren kann. Diese Frage ist gleichbedeutend mit dem Vergleich der eigenen Leistung im Turnier zu der Leistung im Training.
Tischfußball wird zu einem Großteil im Kopf entschieden. Nachdem man die Grundlagen der Schuss- und Passtechniken gelernt hat sind zwei Fragen entscheiden.
  • Wie gut kann ich in einer Turniersituation meine Schüsse und Pässe technisch ausführen?
  • Wie gut kann ich in einer Turniersituation meinen Gegner analysieren um den richtigen Schuss oder Pass auszuwählen?
Erfolg hat man nur, wenn man in beiden Punkten unter dem Druck des Turniers gut funktioniert. Wenn die Leistung im Turnier auf gleichem Level oder höher ist, als die Leistung im Training, dann ist es bestimmt nicht notwendig.
Es gibt viele Wege um mental stärker zu werden. Die meisten Spieler erlangen mentale Stärke über Turniererfahrung. Zusätzlich gibt es einen ganzen Zoo an Techniken, um die eigene mentale Stärke erhöhen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mental stärker zu werden. Wichtig ist, dass man am Ball bleibt und viel ausprobiert. Nicht jede Technik ist für jeden geeignet. Wenn man dran glaubt, dass etwas nicht funktioniert, kann man es besser lassen.
Wie eine neue Schusstechnik brauchen Techniken für mentale Stärke einiges an Praxis bevor man ihr Potential für sich abschließend bewerten kann. Man muss zudem für die Umsetzung ein hohes Maß an Selbstreflektion und Disziplin aufbringen und das geht nur, wenn man an die Technik glaubt und das Training dieser einem Spaß macht.
Die Techniken sind alle recht allgemein formuliert und aus anderen Bereichen entlehnt. Es gibt viele Wege sie an Tischfußball anzupassen. Wichtiger ist jedoch, dass man sie an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Es ist viel Selbstreflektion notwendig. Der Leitsatz lautet: Die eigenen Stärken beibehalten und an den Schwächen arbeiten.
In unseren Artikeln können wir nur die Ideen vorstellen.  Bevor man sich tiefergehend mit einer Technik auseinandersetzt, sollte man sich auch etwas mehr darüber informieren, da eine sehr detaillierte Beschreibung nicht in die Artikel passt.

In den nächsten Artikeln werden wir ein paar neue Techniken vorstellen.


Sonntag, 20. Dezember 2015

Tischführer: Flix Libero

Man kann ohne Gegner trainieren und man kann auch ohne Tisch trainieren. Dabei gibt es Übungen, die die Bewegungsausführung verbessern (z.B. Visualisierungen von Bewegungen) und es gibt Übungen, die für mehr mentale Stärke sorgen.

Zuerst muss man für sich die grundlegende Frage beantworten, ob man von mentalem Training profitieren kann. Diese Frage ist gleichbedeutend mit dem Vergleich der eigenen Leistung im Turnier zu der Leistung im Training.
Tischfußball wird zu einem Großteil im Kopf entschieden. Nachdem man die Grundlagen der Schuss- und Passtechniken gelernt hat sind zwei Fragen entscheiden.
  • Wie gut kann ich in einer Turniersituation meine Schüsse und Pässe technisch ausführen?
  • Wie gut kann ich in einer Turniersituation meinen Gegner analysieren um den richtigen Schuss oder Pass auszuwählen?
Erfolg hat man nur, wenn man in beiden Punkten unter dem Druck des Turniers gut funktioniert. Wenn die Leistung im Turnier auf gleichem Level oder höher ist, als die Leistung im Training, dann ist es bestimmt nicht notwendig.
Es gibt viele Wege um mental stärker zu werden. Die meisten Spieler erlangen mentale Stärke über Turniererfahrung. Zusätzlich gibt es einen ganzen Zoo an Techniken, um die eigene mentale Stärke erhöhen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, um mental stärker zu werden. Wichtig ist, dass man am Ball bleibt und viel ausprobiert. Nicht jede Technik ist für jeden geeignet. Wenn man dran glaubt, dass etwas nicht funktioniert, kann man es besser lassen.
Wie eine neue Schusstechnik brauchen Techniken für mentale Stärke einiges an Praxis bevor man ihr Potential für sich abschließend bewerten kann. Man muss zudem für die Umsetzung ein hohes Maß an Selbstreflektion und Disziplin aufbringen und das geht nur, wenn man an die Technik glaubt und das Training dieser einem Spaß macht.
Die Techniken sind alle recht allgemein formuliert und aus anderen Bereichen entlehnt. Es gibt viele Wege sie an Tischfußball anzupassen. Wichtiger ist jedoch, dass man sie an die eigenen Bedürfnisse anpasst. Es ist viel Selbstreflektion notwendig. Der Leitsatz lautet: Die eigenen Stärken beibehalten und an den Schwächen arbeiten.
In unseren Artikeln können wir nur die Ideen vorstellen.  Bevor man sich tiefergehend mit einer Technik auseinandersetzt, sollte man sich auch etwas mehr darüber informieren, da eine sehr detaillierte Beschreibung nicht in die Artikel passt.

  • Beschreibung:
    • Höhe: 89cm
    • Gewicht: 72kg
    • Korpus: Multiplex
    • Griffe: Lettner Griffe mit 32mm Außendurchmesser
    • Stangen: Contus L4, 16mm
    • Lager: Ring in Ölwanne (Gleitlager)
    • Figuren: Lettner TT Soccerfiguren (alt), wahlweise auch andere.
    • Spielfeld: Langes Spielfeld (Torwart steht vor dem Tor) eigene Linienführung.
    • Ball: Lettner Avant
  • Davon können sich andere Hersteller noch etwas abgucken:
    • Der Tisch ist äußerst hochwertig und mit Liebe zum Detail verarbeitet. Er besteht aus Multiplex und Edelstahl.
    • In den Seitenwänden sind Dosenlibellen (runde Elemente von Wasserwaagen) eingelassen mit deren Hilfe sich der Tisch waagerecht ausrichten lässt. In dem Tisch, der uns zur Verfügung stand, zeigten diese leider alle in eine andere Richtung.
    • Man kann den Tisch leicht zusammenklappen. Die Tore können in das Spielfeld gepackt werden. Auf den Banden befinden sich je zwei Metallklappen. Wenn man diese öffnet, kann man alle Stangen in wenigen Sekunden entnehmen. Die Stangen werden unter dem Spielfeld verstaut und die Beine werden unter das Spielfeld geklappt. Hierdurch erhält man ein sehr kompaktes Packmaß. Unter dem Tisch befinden sich zwei Rollen auf denen man den Tisch wie einen Trolley hinter sich herziehen kann. Die Rollen sind durch einen Splint befestigt und können abgenommen werden. Die Achsen lassen sich im Tisch versenken. Die Rollen kann man einfach wieder an den Achsen befestigen, da die Achsen über einen kleinen Griff verfügen, über die man diese einfach wieder zum Vorschein bringen kann.
      https://www.youtube.com/watch?v=DFwkNri_Cww
    • Bei den Puffern geht Flix einen eigenen Weg. Die Puffer sind aus Schaumstoff gefertigt und spielen sich extrem gut. Sie sind zwar einerseits sehr weich und bei leichtem Anschlagen ist kein Knall hörbar aber andererseits federn sie Schläge bei härterem Anschlagen auch noch sehr gut ab und der Tisch wackelt nicht. Die Puffer sind der Geheimtipp für alle Spieler die ihre Nachbarn und Mitbewohner schonen wollen.
    • Das Spielfeld ist aus einer massiven Platte herausgefräst. Die Ecken sind wie bei anderen Tischen angehoben, aber die Kante verläuft in Form eines S. Dieses Zeichnet sich dadurch aus, dass der Ball nicht neben dem Torwart liegen bleiben kann. Gleichzeitig ist das Spielfeld unter der Zweierreihe schon wieder eben und dadurch kann man sich den Ball auch ganz nah an der Bande unter der Stange hinlegen.
    • Neben den Toren befindet sich eine Nut. Wenn der Ball gegen diese Prallt springt er nicht hoch.
      Metallpfosten, Torbande, Torzähler
    • Der Torzähler besteht aus 6 massiven Metallsteinen auf einem Rohr. Diese haften magnetisch aneinander und können sich durch anschlagen nicht umstellen.
    • Man kann Zusatzgewichte an den Beinen befestigen. Diese kann man einfach für den Transport entfernen.
    • Die Torgeometrie ist gut gewählt. Bälle die im Torraum hin- und herschlagen fliegen selten heraus, da im oberen Bereich des Tores keine Senkrechte Strebe ist an der sie abprallen können. Sie fallen auf das Knallbrett und sind so als Tor klar erkennbar.
    • Die Torpfosten sind aus Metall.
  • Daran kann noch gearbeitet werden:
    • Die Farbgebung des Torzählers entspricht nicht dem der üblichen Tische. Wenn der 5. Stein farblich hervorgehoben wäre, wäre der Punktestand einfacher zu erkennen.
    • Bei der Variante Libero ist die Ballausgabe beim eigenen Tor. Zum Schusstraining alleine eignet sich dieses Modell nicht. Bei den Varianten Libero Sport und Libero Home ist die Ballausgabe mittig hinter dem Tor und kann von beiden Seiten gut erreicht werden.
    • Standfestigkeit ist ein Zielkonflikt mit Mobilität. Die Beine sind in sich nicht stabil genug, um den Tisch auf drei Beinen ausrichten zu können. Deswegen dauert das Ausrichten etwas länger, als bei einem der anderen Premium Tische. Beim Spiel zu viert bewegt sich der Tisch.
    • Die Füße des Tisches sind sehr klein. Beim ausrichten des Tisches muss man an diesen drehen, um die Höhe zu verändern. Weil sie so klein sind, braucht man viel Kraft um diese drehen zu können.
    • Bei den Tischen die mir zugänglich waren, zeigten die Libellen alle in eine andere Richtung.
    • Der Abstand von Griff zu Seitenwand ist etwas geringer, als der von Lettner / Leonhart und viel geringer als der von P4P. Dies liegt an der gleichen Bohrung der Stangen bei dickeren Seitenwänden. Zudem hatte ein von mir angespielter Tisch an einer Seite unter der Metallklappe der Stangen eine relativ scharfe Kante unter der Metallklappe. Hier muss man beim Einzel etwas drauf achten, damit man sich nicht weh tut. Bei anderen Tischen war diese Kante nicht zu fühlen.
  • Spielweise:
    • Es lassen sich alle gängigen Techniken auf diesem Tisch spielen.
    • Das Spielfeld ist etwas glatter, als das eines Lettners, aber griffiger als das eines P4Ps. Pässe lassen sich gut spielen. Die Details hängen sehr stark von Ball und Figuren ab, mit denen der Tisch bestückt ist und deswegen werde ich hier nicht weiter darauf eingehen.
    • Die Bälle, die gegen die Bande neben das Tor schlagen, springen nicht gegen die Stangen, sondern prallen schnell heraus. Sie sind für den Torwart schwieriger zu fangen. Insbesondere im Einzel ist es eine einfache Passoption, neben das Tor zu schießen und dann den herausprallenden Ball auf der 3 zu fangen.
    • Durch die S-Bande bleiben weniger Bälle neben dem Tor liegen. Gleichzeitig ist der Bereich unter der 2er Reihe noch nicht angehoben. Dies merkt man beim Passen von 2 auf 5 da man den Ball bis an die Bande laufen lassen kann, ohne dass dieser nach vorne abgelenkt wird.
    • Der Hersteller empfiehlt die Stangen mit WD40 zu schmieren. Sie laufen dabei minimal schwerer als die der anderen Premium Tische. 
    • Die Puffer dämpfen sehr gut und fühlen sich gut an wenn man an die Bande anschlägt. Man fühlt keinen festen Schlag. Gleichzeitig sind sie hart genug, dass die Puffer selbst bei sehr hartem Anschlagen nicht "durchschlagen". Der Anschlag nach einem Pass an die Bande fühlt sich sehr weich an.
    • Da der Tisch im Vergleich zu den anderen premium Tischen relativ leicht ist und die Beine deutlich filigraner, steht der Tisch beim Spielen nicht so stabil wie die anderen premium Tische. Der Korpus selbst verwindet sich nicht. Bei viel Krafteinsatz bewegt er sich leicht seitlich. Wenn der Tisch nicht korrekt ausgerichtet wurde, kann es sein, dass man dabei ein Bein anhebt.
    • Flix hat seine eigenen Positionen für die Linien. Gleichzeitig haben sie wichtige Punkte, wie zum Beispiel die Pfosten vom Tor über den "Flix"-Schriftzug unter der 3er Reihe markiert.
  • Turniere:
    Derzeit gibt es keine feste große Turnierserie auf diesem Tisch. Es gibt einzig ein paar kleinere Turniere (DYPs) im Raum Bremen, bei denen die Tische für die Turniere dort aufgestellt werden.
  • Links:
  • Fazit:
    Der Flix ist kein Standard. Nirgends. Er ist gut zu spielen und zeichnet sich neben vielen innovativen Details durch seine unschlagbare Mobilität bei dem schönen Design aus. Hierdurch ergibt sich ein äußerst hoher WAF.

Die Bilder wurden mit freundlicher Unterstützung von Flix bereitgestellt.


Sonntag, 13. Dezember 2015

Schusssysteme auf der 3er Reihe im Vergleich

Übersicht

Langsysteme:
Mittesysteme:
3/4 Systeme:
  • Jet (Links 3/4, Rechts 3/4)
  • Pin (Links 3/4, Rechts 3/4)

Beschreibung

Langsysteme

Bei Langsystemen versucht man die Deckung möglichst weit auseinanderzuziehen.
Meistens passiert das über einen Hauptschuss, den Langen. Also ein Schuss der von
einer Torseite zur anderen geht. In der Ausgangsposition hat man den Ball vor einer Ecke
des Tors liegen oder geklemmt, so dass die Stange an der Bande steht. Die Ecke, auf die man den Langen schießt, gibt dem Langsystem den Namen. Schießt man von der linken Ecke aus auf die rechte Ecke, spricht man von einem Rechtslang. Entsprechend spricht man bei einer Ausgangsposition vor der rechten Ecke von einem Linkslang.
Langsysteme unterscheiden sich nach ihrem Fokus auf lang oder kurz. Bei einem langen Fokus
ist die meistgenutzte Option der Lange. Alle anderen Optionen, Zucken oder Sprünge sollen den Langen öffnen oder vorbereiten. Ein kurzer Fokus bedeutet, dass man hauptsächlich die kurzen Optionen, wie z.B. den Geraden benutzt. Mit einem langen Schuss zieht man dann die Deckung möglichst weit, um die kurzen Optionen zu öffnen. Der Lange ist also immer noch eine der wichtigsten Optionen, deswegen gehören diese Systeme zu den Langsystemen.
Je nach Fokus bieten sich in der Theorie andere Schusstechniken an. Pins sind generell eher für
langen Fokus, Jets für kurzen Fokus geeignet. In der Praxis ist es aber wichtiger, womit man sich
wohler fühlt. Hauptsache der lange kommt explosiv und man kann die Optionen seines Fokus gut
spielen.

Mittesysteme

Bei einem Mittesystem hat man den Ball vor der Mitte des Tors geklemmt. So erreicht man alle Punkte des Tors über kurze, schnelle Wege. Das gibt einem viele verschiedene Optionen, die der Gegner gar nicht alle decken kann.
Mittesysteme werden unterteilt in statische und dynamische Systeme.
Bei statischen Systemen hat man den Ball bis zum Schuss auf einer Position. Üblicherweise werden Jets statisch geschossen, weil der Jet wenig Mobilität hat, man aber schnell von einem 3 Punkte System auf ein 5 Punkte System kommt. Bei dynamischen Systemen wandert man mit dem Ball vor dem Tor, bleibt aber immer ungefähr vor der Mitte des Tors. Durch die Bewegungen versucht man den Verteidiger zu manipulieren, um sich Lücken freizuspielen. Dieses System wird meistens als Pin gespielt, weil dieser sehr mobil ist.
Zwar gibt es für jedes System theoretisch bevorzugte Schusstechniken, aber im Grunde kann man statische und dynamische Systeme sowohl mit Jet, als auch mit Pin spielen. Für jede Variante gibt
es auch bereits sehr erfolgreiche Spieler.

3/4 Systeme

Die 3/4 Systeme sind eine Mischung aus Lang- und Mittesystemen. Man hat die Flexibilität von Mittesystemen und die Konditionierung von Langsystemen. Durch die fehlende Spezialisierung
ist zwar beides nicht ganz so gut, wie in den Reinsystemen, aber man kann seine Strategie ändern, ohne dabei das System zu wechseln. Vor allem am Setup könnte der Gegner die Strategie erkennen,
wenn man zwischen Reinsystemen wechselt. Bei 3/4 Systemen ist das Setup gleich, selbst wenn
man die Strategie ändert (z.B. von Mitte- auf Langsystemschüsse).
Durch das Setup ist es auch leichter auf Zwischenpositionen zu schießen. Die so erreichte Flexibilität
ist zwar ähnlich hoch, wie bei Mittesystemen, aber die Lücken sind andere.

Auswahl

Langsysteme sind das Richtige für dich, wenn du...
...explosive Schüsse magst
...dem Gegner damit Angst machen möchtest (Konditionierung)
...lieber mit gutem Timing schießt, statt ihn mit Optionen zu überraschen
...die Deckung weit auseinander ziehen willst

Mittesysteme sind das Richtige für dich, wenn du...
...größtmögliche Flexibilität haben möchtest
...am liebsten präzise schießt
...den Gegner mit vielen Optionen überraschen willst, statt ihn abzutimen

3/4 Systeme sind das Richtige für dich, wenn du...
...du die Stärken von Lang- und Mittesystemen haben möchtest
...dich nicht spezialisieren möchtest, um immer die richtige Antwort zu haben


Autor: Lukas Übelacker

Inhaltsverzeichnis

Sonntag, 6. Dezember 2015

ITSF Regeländerungen 2016

Ab dem 1. Januar 2016 gilt ein neues ITSF Regelwerk. Die Ankündigung von ITSF und der Downloadlink zu den Regeln sind am Ende des Artikels. Die Änderungen haben wir für euch zusammengesucht:

§4 Fertig-Protokoll

§4.2.2 To begin play, the ball must be moved from one player figure to another but may not be directly advanced from the second figure. After contacting the second player figure, the ball may be directly advanced by any other player figure. The player does not have to stop the ball or wait prior to advancing the ball. The ball is considered to be in play and the time limits begin the moment the ball contacts the second player figure.

Nachdem man den Ball beim Fertig-Protokoll mit der zweiten Puppe berührt hat, muss man nicht mehr eine Sekunde warten. Stattdessen darf man den Ball mit einer anderen Puppe als der zweiten, direkt weiterspielen (§4.2.2). Also auch wieder die erste Puppe.
Dafür darf man, egal nach welcher Zeit, nicht mehr mit der zweiten Puppe passen oder schießen. Legt man z.B. den Ball auf der 3er Reihe nach einem Time Out  von der Außenpuppe auf die Mittelpuppe und schießt mit dieser nach etwa 5 Sekunden, ist das ein Foul. Man darf aber wieder mit der zweiten Puppe den Ball weitergeben, wenn eine andere Puppe berührt wurde. Bei dem Beispiel also noch einmal auf eine Außenpuppe geben und zurück, dann darf man wieder mit der Mittelpuppe schießen.

Durch diese Änderung ist das Fertig-Protokoll nicht mehr so schwammig. Über eine Sekunde kann man sich schnell streiten, vor allem wenn kein Schiedsrichter am Tisch ist, der die Zeit nimmt. Selbst dann ist eine Sekunde aber nur schwer greifbar.
Die neue Regel ermöglicht einige neue Tricks, die sehr gemein erscheinen können. Da man jetzt aber damit rechnen kann, weil es genau geregelt ist, kann man auch schwerer überrascht werden. Und da man dem Gegner erst sagen muss, dass man bereit ist, muss er erst etwas sehr richtig machen, um zu überraschen.


§7 Ball im Aus

§7.3 If a player advances the ball and it subsequently goes off the table, it will be put back into play at the opposing team’s goalie rods. A defensive player is not considered to have advanced the ball if it goes off the table as a result of blocking or reacting to a blocked pass or shot. 

Die Regel §7.3 wurde umformuliert. Durch die Umformulierung ist leichter ersichtlich, dass man nicht den Ball ins Aus geschossen hat, wenn man einen Ball blockt. Der Verteidiger, der den Ball wieder ins Spiel bringt, muss den Ball nicht mehr auf der 2er Reihe ins Spiel bringen. Er kann den Ball auch von der Torwartstange aus ins Spiel bringen.

Eine kleine Änderung, die aber zeigt, dass man auf Verständlichkeit und Flexibilität setzt. Gerade am Tornado wirkt es eher wie eine Farce den Ball nur auf der 2er Reihe ins Spiel bringen zu dürfen.

§9 Time-Out

§9.6 If the team in possession of the ball calls time out while the ball is in play and moving, the time out will not begin until the ball has completely stopped. If the time of possession expires before the ball completely stops, the team shall be penalized according to Rule 24.3. 
§9.6.1 If the team not in possession of the ball calls a time out when the ball is in play, that team shall be charged with a distraction. (See Rule 20) 
§9.6.2 If the ball falls into the same team’s goal after requesting a time out, the point shall count for the opposing team.

Der Ball darf sich beim Rufen des Time-Outs bewegen (§9.6). Das Time-Out beginnt erst, wenn der Ball sich nicht mehr bewegt. Läuft dabei die Zeit für den Ballbesitz auf der Stange ab, gilt das als Foul und wird nach §24.3 bestraft (Ball auf der 3 =>  Gegnerischer Verteidiger bekommt den Ball; ansonsten Ball auf die gegnerische 5er Reihe).
Die alte Regel §9.6.1 wird zu Regel 9.6.2.
In Regel §9 steht bereits, dass nur das Team in Ballbesitz ein Time-Out nehmen darf, Regel §9.6.1 macht das aber nochmal deutlich.

Mit der alten Regel konnte man Bälle aberkannt bekommen, die beim Time-Out noch ein wenig gezittert oder sich auf der Stelle gedreht haben. Das kann z.B. passieren, wenn man beim Rufen des Time-Outs den Druck vom Ball nimmt. Mit der neuen Regel gibt es beim nehmen von Time-Outs also weniger Konfliktpotenzial.

§13 Seitenwechsel

§13.3 The Tournament Organizer may require teams to remain on the same sides during televised or recorded matches

Einen Wechsel der Tischseite darf man nur noch nach dem ersten Satz beantragen. Für diese Regel gibt es aber mit §13.3 eine Ausnahme. Bei aufgenommenen oder übertragenen Spielen, darf der Turnierveranstalter bestimmen, dass die Seitenwahl endgültig ist.

An gepflegten Turniertischen, sollte die Seite keine Auswirkungen auf das Spiel haben. Problematisch finde ich diese Regel nur bei Tischen in schlechtem Zustand. In diesem Fall sollte es vielleicht möglich sein, den Tisch zu wechseln, vor allem wenn das Spiel aufgenommen oder übertragen wird.

§14 Positionswechsel

Paralympic Events
In Singles, the players may move their wheelchairs between the forward and goalie positions and the ball may be directly advanced without having to wait for the opponent to get into position. Once the ball is stopped or under control of the threeman rod, the player must wait for the opponent to get into their defensive position before resuming play. The Ready Protocol must be followed when resuming play. 
§14.4 The opponent is allowed 3 seconds to reach back and grasp the defensive rods and 5 seconds to move into the defensive position before play may resume. Players are encouraged to employ good sportsmanship if an opponent requires more than 5 seconds due to issues with wheelchair movement.
§14.5 Violation of this rule is loss of possession and the ball shall be served at the opposing five-man rod
Die Regeln werden um einige Paragraphen für Spiele mit Rollstühlen erweitert.
Ein Wechsel zwischen den Stangen ist erlaubt, ohne auf den Gegner warten zu müssen. Ausnahme von dieser Regel ist die 3er Reihe. Fängt man den Ball auf der 3er Reihe, muss man warten, bis der andere Spieler zu den Verteidigerstangen gewechselt hat. Danach wird der Ball mit dem Fertig-Protokoll eröffnet. Um das nicht ausnutzen zu können, wird in diesem Fall noch Spielverzögerung genauer geregelt. Es wird aber explizit um Sportlichkeit gebeten, falls es Probleme beim Wechsel der Stangen gibt.

Ich finde es sehr gut, dass in den Regeln auch Spiele mit Rollstühlen berücksichtigt werden. Das Rollstuhl-Icon vor der Regel macht direkt ersichtlich, dass es sich um spezielle Regeln handelt. Man findet sie so z.B. auch schnell beim durchblättern der Regeln.
Die Regel erinnert stark an die allgemeinen Regeln im Einzel. Dort darf auf der 3er Reihe ein kontrollierter Ball auch nicht direkt geschossen werden, wenn man vorher z.B. die Verteidiger umstellt.

§19 Veränderung am Tisch

§19.3 A player may not place anything on the rods, handles or exterior of the table that affects the movement of the rods (example: limiting the motion of the goalie rod). Intentional bending or flexing of the rods to assist in gaining possession of the ball is illegal and is penalized with loss of possession to the opposing fiveman rod.

§19.5 Players are entitled to begin each match with brand new balls (if available) or they may agree to play with the existing balls at the table. If new balls are not available, the Tournament Organizer or Head Official shall select the best alternative.

Mit §19.3 ist es verboten, die Stangen zu verbiegen, um an den Ball zu bekommen. Zur Strafe bekommt der gegnerische Spieler den Ball auf die 5er Reihe.
Spieler dürfen jetzt für ein Match brandneue Bälle verlangen, ohne dass ein Schiedsrichter oder der Turnierveranstalter das genehmigen müssen (§19.5). Ist kein brandneuer Ball verfügbar, wählt der Turnierveranstalter oder oberste Schiedsrichter vor Ort die beste Alternative.
Beide Spieler können sich aber auch einigen, mit den Bällen im Tisch zu spielen.

Es handelt sich hier nur um kleinere Änderungen. Beide werden, so weit ich es kenne, bereits umgesetzt, da ist es schön, dass sie in die offiziellen Regeln übernommen werden.

§22 Sprache und Verhalten

§22.5 The use of headphones, ear-buds, or any similar electronic listening device is not permitted when the ball is in play. The first violation will result in a warning. Subsequent violations will be a technical foul.

Es ist nicht mehr erlaubt über Kopfhörer während dem Spiel Musik zu hören (§22.5). Die Regel ist sehr allgemein formuliert und verbietet generell alle elektronischen Geräte zum Hören. Sie ist also nicht unbedingt auf Musik reduziert.
Gehörschutz ist von dieser Regelung nicht betroffen, da es sich nicht um ein elektronisches Gerät handelt.

Eine eher seltsame Regel. Es sollte klar sein, dass die Musik nicht so laut sein darf, dass der Gegner sie hören kann. Vielleicht wird es verboten, weil es schwieriger sein kann, den Gegner anzusprechen (z.B. beim Fertig-Protokoll).

§31 "Side Events"

Die neuen Regeln haben einen ganzen neuen Paragraph zu verschiedenen Spielmodi.
In diesem werden die Modi Goalie War, Four on Four, Two-Ball Rollerball und Forward Shootout offiziell geregelt.

Ich werde bei diesen Regeln nicht ins Detail gehen, weil es sich um eher ungewöhnliche Spielformen handelt und die Regeln keine Auswirkungen auf das übliche Spiel haben. Eine Regel, die bei Team-Events (Liga) zum Tragen kommen könnte, ist die Regel zum Forward Shootout. Dort gibt es eine kleine Inkonsistenz zum neuen Fertig-Protokoll:

§31.4.3 Time Limits - Players have a time limit of 15 seconds. The time limits begin one second after the ball has touched the second man.

Die Zeit beginnt erst eine Sekunde, nachdem die zweite Puppe den Ball berührt hat, dürfte aber nach dem neuen Fertig-Protokoll direkt mit einer anderen Puppe geschossen werden. So wäre es möglich, vor dem Beginn des Zeitlimits ein gültiges Tor zu schießen. Einen wirklichen Einfluss auf das Spiel sollte das nicht haben, die Regeln wirken nur nicht bis ins allerkleinste Detail schlüssig.
Ich finde es aber sehr gut, dass diese Regeln offiziell aufgenommen wurden, da sie das Gesamtbild des Regelwerks abrunden.

Allgemein

Insgesamt wurden viele Regeln ausführlicher formuliert. Das beugt Missverständnisse vor und macht die Regeln insgesamt verständlicher. Die Formatierung hat sich leicht geändert. Die Seitenränder sind jetzt schmaler, in der linken unteren Ecke ist das ITSF Logo, die gesamte Seitenzahl steht nicht mehr bei der Seitenzahl in der unteren Mitte und das Datum in der rechten unteren Ecke hat nur noch Monat und Jahr.

Fazit

Viele kleine Umformulierungen machen die Regeln insgesamt verständlicher. Die Änderungen bei Time-Out und Fertig-Protokoll machen die Regeln flexibler und geben so mehr Optionen. Welche Optionen das sind und ob diese zu stark sind, muss man erst noch sehen. Das Verbot zum Musik hören wirkt etwas eigenartig. Da würde ich mir ein wenig mehr Informationen wünschen. Generell hätte man die Regeln besser ankündigen können. Eine Liste der Veränderungen und 1-2 Sätze zumindest zu den größeren Änderungen, würde das neue Regelwerk transparenter machen.
Insgesamt sind die neuen Regeln aber sehr gut. Sie lassen den Spielern an einigen Stellen mehr Freiheiten, geben aber an den wichtigen eine klare Linie.


Quelle:

ITSF Ankündigung

ITSF Rules 2016


Autor: Lukas Übelacker

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