Sonntag, 20. Juli 2014

Was bedeutet "gut rauskommen"? (Teil 1)

Ein guter Verteidiger hält gut und kommt immer raus. Er wird nie direkt ein Spiel gewinnen. Dafür sind zu viele Figuren im Weg, als dass er alle Tore schießen könnte. Er kann aber den gegnerischen Stürmer durch das Decken aus dem Spiel nehmen und seinen eigenen durch gutes rauskommen ins Spiel bringen.
Ein guter Verteidiger gewinnt also Spiele – nur eben nicht direkt.

Doch was bedeutet "gut rauskommen"?

Zum einen kann man das rauskommen an der Effektivität festmachen:

1. Tor schießen

Ein Tor ist natürlich das beste, was man mit einem Ball anstellen kann.

2. Pass auf die 3er Reihe (Einzel auch Pass 2er auf 5er Reihe)

Ein solcher Pass baut einen Stürmer perfekt auf - selbst wenn er verschießt. Durch die erhöhte Anzahl an Chancen kann er sich stabilisieren und auch über das gesamte Spiel konstanter Tore schießen. Man könnte daher auch argumentieren, dass ein Pass auf die 3er Reihe am Effektivsten ist. Ich habe mich aber für diese Reihenfolge entschieden, weil für sich betrachtet ein Tor effektiver ist.

3. Auf die Deckung schießen

Wenn man auf die Deckung des Verteidigers schießt passiert es schnell, dass der Ball auf die eigene 3er Reihe fällt. Das ist ähnlich gut wie ein direkter Pass auf die 3er Reihe, nur eben nicht so konstant. Dafür übt man auch ein wenig Druck aus, weil der Ball bei einem Fehler des gegnerischen Verteidigers auch ins Tor gehen kann.

4. Auf die 5er Reihe schießen

Wenn man dem gegnerischen Stürmer auf die 5er Reihe schießt, erhält man einen ähnlichen Effekt wie beim schießen auf die Deckung. Allerdings fehlt hier die hintere Bande. Wird der Ball nämlich angeschnitten, prallt er nicht direkt von der hinteren Bande auf die 3er Reihe, sondern geht weiter zum gegnerischen Verteidigerbereich. Der eigene Stürmer könnte den Ball zwar auf der 3er Reihe fangen, aber das Zeitfenster ist dafür in den allermeisten Fällen viel zu klein.

5. An 3 und 5 vorbei

Hauptsache raus lautet hier die Devise. Der Ball geht immerhin am gegnerischen Stürmer vorbei und wird dann entweder vom eigenen Stürmer oder gegnerischen Verteidiger gefangen.Ist natürlich nicht elegant, aber manchmal braucht man eine Notlösung.

6. An der 3er Reihe vorbei

Die grundlegendste Form des rauskommens. Diese Hürde muss unter allen Umständen genommen werden. Ein Ballverlust auf die gegnerische 3er Reihe ist mit das schlimmste, was einem passieren kann.

7. Eigentor bzw. Foto

Noch schlimmer als ein Ballverlust auf die 3er Reihe ist natürlich ein Eigentor. Man ist nämlich gar nicht erst rausgekommen.
Dazu zähle ich aber keine Eigentore, die vorher an sämtlichen Reihen vorbeigekommen sind. Streng genommen ist man nämlich schon am gegnerischen Stürmer vorbeigekommen und der eigene Stürmer hatte genügend Zeit sich den Ball zu holen.


Dem Gegner ist diese Effektivitätsabstufung auch bekannt. Deswegen wird er mehr auf Tore oder Pässe auf die 3er Reihe achten. Das macht es natürlich entsprechend schwieriger. Man sollte also beim Rausspielen auch darauf achten was passiert, wenn es nicht so klappt, wie man es sich vorgenommen hat.
Bei Torschüssen sollte also darauf geachtet werden, dass man an der 3er und 5er Reihe auf jeden Fall vorbei kommt. Wird der Ball erst vom gegnerischen Verteidiger gehalten, ist die Chance hoch, dass der Ball dem eigenen Stürmer auf die 3er Reihe fällt.

Sollte man trotzdem Probleme haben, kann man Punkt 1 und 2 außer acht lassen, um möglichst sicher rauszukommen.
Ich halte sehr wenig davon bei Problemen mit schwierigen Schüssen anzufangen. Diese sind zwar schwieriger zu blocken, aber eben auch schwieriger zu schießen. Dabei passiert es schnell, dass man den Ball auf die 3er Reihe verliert oder mit der Effektivität nur auf 6 kommt.
Als Stürmer ist mir ein Verteidiger mit konstanter Effektivität 3 bis 5 tausend mal lieber als ein Verteidiger der meistens bei 6 oder weniger liegt und manchmal ein Tor schießt.

Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

Autor: Lukas Übelacker

Teil 2
Inhaltsverzeichnis

Kommentare:

  1. Hi,

    ich muss dir in einem Punkt widersprechen, bzw. ich glaube du hast nur unklar formuliert, was du meinst:

    Punkt 4: 5er Reihe anschießen

    Ich denke, es ist in der Regel nicht sinnvoll, die 5er-Reihe des Gegners anschießen zu wollen, in den meisten Fällen wird der Abpraller auf der 3 des Gegners landen oder sogar Richtung eigenes Tor fliegen.

    Das Anschießen der 5er-Reihe ist nur in wenigen Fällen (z.B. direkt an der Bande entlang passen) wirklich hilfreich, und Grundvoraussetzung dafür ist eine gute Absprache mit seinem Stürmer, da er ansonsten nicht weiß, wo der Ball hinkommen wird und die Reaktion normalerweise nicht ausreicht, um die Rebounds zu fangen.
    (Zumindest nicht so konstant, um von einem "sicheren Rausspiel" sprechen zu können)

    In jedem Fall würde ich den Punkt hinter "5. An 3er und 5er vorbei" einordnen, da es auf jeden Fall riskanter und anspruchsvoller ist als das einfache Vorbeischießen an 3 und 5, das oft die beste und einfachste Lösung für einen Verteidiger darstellt!
    (Nicht nur im Notfall, sondern zum Beispiel auch im Szenario "Mein Stürmer hat einen Lauf und ich will nur keine groben Fehler machen, der diesen Lauf brechen könnte" ^^)

    Macht auf jeden Fall Spaß, deine Artikel zu lesen und regt zum Denken an.

    Weiter so! ;-)

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    1. Sehr interessanter Punkt.
      Ich habe bedacht, dass beim Schießen auf die gegnerische 5er-Reihe ein Gegntor fallen kann, deswegen gibt es Punkt 7: Eigentor.
      Dass der Ball aber für den eigenen Stürmer schwierig zu fangen ist, habe ich nicht bedacht.

      Ich finde es trotzdem effektiver die gegnerische 5er Reihe gezielt anzuschießen, statt irgendwie an 3 und 5 vorbeizukommen.Wenn man nur am gegnerischen Stürmer vorbeikommen möchte, hat nämlich meistens der gegnerische Verteidiger den Ball.
      Klappt der Schuss auf die 5er Reihe, hat der eigene Stürmer den Ball auf der 5.

      In Anbetracht auf Risiko und Umsetzbarkeit würde ich aber "Punkt 4: Auf die 5er Reihe schießen" und "Punkt 5: An 3 und 5 vorbei" tauschen.
      Es muss wie du sagst beim Schuss auf die 5er Reihe zu viel richtig laufen.

      Punkt 7 würde ich dann glaube ich sogar ganz streichen. Dieser Punkt ist nämlich im Grunde bei der Risikobetrachtung der anderen Punkte inbegriffen.

      Die Risikobetrachtung ist natürlich ein ganz großes Thema beim rausspielen. Der Verteidiger darf niemals zu riskant spielen, aber wenn er zu sicher spielt, überträgt er dem Stürmer meiner Meinung nach zu viel Verantwortung.
      Deswegen ist "An 3 und 5 vorbei" zwar die einfachste, aber nicht immer die beste Möglichkeit. Wenn der eigene Stürmer z.B. einen Lauf hat, möchte man als Verteidiger den Lauf möglichst erhalten. Pässe auf die 3 sind dabei brutal effektiv.

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