Sonntag, 2. September 2018

Offensive - starke oder schwache Optionen zuerst?

Jeder Spieler hat starke und schwache Schüsse. Dieser Unterschied wird mit besserer Technik immer geringer. Aber gerade unter Druck sind starke Schüsse zuverlässiger, weil sie besser abrufbar und konstanter sind. Beginnt man dagegen mit schwachen Schüssen, führt man die Defensive in die Irre. Die Frage ist deshalb, mit welchen Optionen das Spiel begonnen werden sollte, um über das ganze Spiel hinweg Tore zu schießen.

Für diesen Denkansatz ist es entscheidend, dass der Gegner noch nicht weiß, welche Optionen stark und welche schwach sind. Bei großen Turnieren ist diese Annahme wahrscheinlicher. Bei bekannten Gegnern ist dieser Denkansatz nicht unbedingt sinnvoll. Stattdessen sollte man mehr mit den Erwartungen des Gegners spielen.

Im Verlauf eines Spiels werden mehrere offensive Aktionen gespielt. Dabei stellt sich der Gegner auf die Optionen ein und versucht diese zu Verteidigen. Um beurteilen zu können, mit welcher Option begonnen werden sollte, vergleichen wir die unterschiedlichen Vor- und Nachteile.

Starke Option zuerst

Mit starken Optionen ist es leichter Tore zu schießen. Sie sind abrufbar und technisch zuverlässig. Deshalb lässt sich mit ihnen schon früh viel Druck ausüben. Der Gegner muss sie aufhalten können oder verliert einfach das Spiel. Gleichzeitig wird die Offensive des Gegners geschwächt, weil er unter Zugzwang gerät.
Kann der Gegner allerdings gut mit den starken Optionen umgehen, muss auf die Schwachen gewechselt werden. Eine schwierige Situation, weil es bereits mit den starken Optionen Probleme gab. So ist es schwer eine offensive Quote aufrecht zu halten und der Gegner kann frei aufspielen. Außerdem ist es grundsätzlich erschwert, den entscheidenden Ball zu schießen, wenn man die starke Option bereits mehrfach gezeigt hat.

Schwache Option zuerst

Mit den schwachen Optionen zu beginnen, macht es im späteren Spielverlauf leichter, erfolgreich zu spielen. Der Gegner hat sich auf die schwachen Optionen eingestellt und muss plötzlich mit den starken Optionen umgehen. Bis er sich darauf eingestellt hat, kann es aber bereits zu spät sein, weil das Spiel bereits vorbei ist.
Die schwache Option muss aber stark genug sein, um Tore schießen zu können. Je nach Verteidiger kann das schwierig werden. Die schwache Option ist nicht so gut abrufbar, technisch konstant und schnell wie die starke Option. Das macht es auch schwieriger, Druck aufzubauen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

Fazit

Grundsätzlich ist es besser mit der starken Option anzufangen. Für die letzten Tore kann man sich auch etwas anderes ausdenken. Vor allem weil der Gegner die starke Option unbedingt zu machen muss. Passiert das nicht, wird er einfach überfahren.

Diese Denkweise funktioniert eigentlich nur bei noch unbekannten Gegnern. Es ist auch nicht zielführend, sich schon direkt eine Option vorzunehmen. Denn jeder Gegner ist anders und ein anderes Spielverständnis. Trotzdem ist dieser Denkansatz ein guter Einstieg, um Optionen bewerten zu können. Mit einer guten Vorstellung davon, was sinnvolle Optionen wären, ist es einfacher, die richtige Option zu ermitteln.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 26. August 2018

Erwartungen fallen lassen

Turniere werden gespielt um Spaß zu haben, sich zu messen und um zu gewinnen. Doch was ist die richtige Einstellung in einem Turnier? 

Erwartungen sind ein Zweischneidiges Schwert auf Turnieren. Auf der einen Seite können sie zu großen Leistungen motivieren, auf der anderen Seite aber auch Sorgen und Ängste entfachen. Ist es also sinnvoll mit hohen Erwartungen in ein Turnier zu gehen? Oder doch lieber mit niedrigen Erwartungen, um nicht enttäuscht zu werden? Das sind entscheidende Fragen, die man sich stellen kann und auch sollte. Denn sie haben einen großen Einfluss auf die eigene Leistung und entsprechend auch auf das Ergebnis.

Hohe Erwartungen

Es hat große Vorteile in ein Turnier zu gehen, mit der Erwartung es auch zu gewinnen. Diese Erwartung bringt auch viel Selbstsicherheit, denn sie zeigt ein Vertrauen in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten. Konkrete Ziele bringen einen klaren Blick darauf, was getan werden muss und was nicht. Zusätzlich bringen hohe Erwartungen einen großen Motivationsschub, der einem hilft, über sich selbst hinaus zu wachsen.
Allerdings bringen diese Erwartungen auch einen enormen Druck. Die Einstellung hat sich in so weit geändert, dass nur ein Sieg das Gefühl bringt, ein Ziel erreicht zu haben. Jede andere Platzierung wird als Versagen gewertet. Das bringt eine große Angst vor dem Verlieren. Rückschläge, Pech oder Hindernisse werden stärker empfunden und man neigt zu Panikreaktionen. Aber selbst wenn das Turnier gewonnen wird, ist die Freude nicht so groß, wie sie sein könnte. Schließlich hat man nur das Mindestziel erreicht.

Niedrige Erwartungen

Diese Nachteile verschwinden mit niedrigen Erwartungen für ein Turnier. Der Druck wird kaum wahrgenommen und es macht mehr Spaß zu spielen. Trotz Turnierdruck ist das Spielgefühl mehr mit Freundschaftsspielen zu vergleichen. Die Technik läuft besser und es werden strategisch klügere Entscheidungen getroffen. Rückschläge, Hindernisse und Pech werden objektiv betrachtet oder gar nicht erst beachtet.
Durch die Nähe zu Freundschaftsspielen geht aber die notwendige Durchsetzungsfähigkeit ein Stück weit verloren. Spielzüge werden unvorsichtig oder nicht konsequent optimiert. Das Fehlen eines konkreten Ziels nimmt die Angst vor dem Verlieren. Das hilft zwar mit Niederlagen umzugehen, wenn eine Niederlage aber keinen Unterschied macht, wird man weniger dagegen unternehmen.

Welche Einstellung ist besser?

Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile. Hohe Erwartungen sind gut, solange das Turnier reibungslos verläuft. Probleme verstärkt sie allerdings und auch das Gewinnen wird zum Pflichtprogramm herabgestuft. Niedrige Erwartungen sind hingegen auch bei Schwierigkeiten noch eine gute Einstellung. Niederlagen werden positiv verarbeitet und Siege machen durch den Überraschungsfaktor noch mehr Spaß.

Die richtige Einstellung

Am Ende haben beide Erwartungshaltungen ihre Nachteile. Deshalb ist es nie wirklich gut, mit bestimmten Vorstellungen von der Platzierung in ein Turnier zu gehen. Selbst wenn man gut spielt, führt das nicht immer zum Sieg. Manchmal reicht ein einziges Glückstor aus, um ein Spiel zu entscheiden. Die Varianz ist je nach Modus unterschiedlich hoch, aber sie ist immer Teil des Spiels.
Dasselbe gilt für KO Bäume, die unterschiedlich schwer ausfallen können. Die letztendliche Platzierung ist also nie 100% kontrollierbar.
Man hat aber Kontrolle über das eigene Spiel. Deshalb ist die richtige Einstellung ein hoher Leistungsstandard. Sie kombiniert die Vorteile von hoher und niedrieger Erwartungshaltung, allerdings ohne die Nachteile. Die Motivation zu Gewinnen kommt durch den Antrieb, möglichst gut zu spielen. Dabei bedeutet "gut", dass man immer versucht, die richtige Entscheidung zu treffen. Selbst bei Fehlentscheidungen kann man so aus Fehlern lernen und sich dem Gegner anpassen. Der Druck wird dabei nicht erhöht, weil der Erfolg nicht an einem Sieg, sondern an sinnvollen Spielzügen gemessen wird. So kann die Lust auf den Sieg und der Spaß am Spiel erhalten bleiben.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 19. August 2018

Schusstaktik: Kasten

Beim Schießen auf der 3er Reihe kommt es darauf an, den richtigen Blick auf die Deckung zu haben. Die Schusstaktik: Kasten hilft dabei, beide Puppen vor dem Tor gleichzeitig im Blick zu haben.

Die beiden Puppen vor dem Tor können gedanklich mit einer Linie verbunden werden. Diese Linie spannt einen Kasten auf. Der Kasten zeigt gut auf, welcher Bereich des Tors abgedeckt ist und was offen ist.


Der Gegner bewegt sich natürlich während dem Verteidigen. Dadurch verschieben sich die Puppen und damit auch der Kasten. Durch diese Sichtweise ist es aber leichter, den abgedeckten Bereich zu erkennen.


Die Puppen verschieben sich nicht immer mit gleichem Abstand zueinander. Gehen die Puppen auseinander, geht auch der Kasten auseinander. Das passiert entweder mit einer Puppe, oder mit beiden Puppen.


Die Puppen können auch zusammen gehen. Dadurch wird der Kasten kleiner. Beim Kreuzen der Puppen geht das so weit, dass der Kasten kurzzeitig zu einem Strich wird und dann wieder aufgespannt wird.


Beim Kreuzen wird der Kasten kurz zerstört. Dasselbe passiert auch, wenn die 2er Reihe von Außen hereinzieht. In diesem Fall geht der Kasten auseinander bis er reißt und dann von der anderen Seite mit der Außenpuppe neu aufgespannt wird. In diesen Fällen kann mit der Schusstaktik: Kasten keine sinnvolle Entscheidung getroffen werden. Die Situationen ändern sich aber schnell, so dass die Schusstaktik wieder funktioniert. Sollte der Gegner zu häufig Kreuzen oder Außenmann benutzen, kann man einfach auf eine andere Schusstaktik wechseln. Zu häufig bedeutet in diesem Fall so oft, dass man sich mit der Schusstaktik: Kasten nicht mehr wohl fühlt. Je nachdem wie gut man sie beherrscht, kann der Kasten unterschiedlich häufig zerstört werden, bis man wechselt.

Um den Kasten herum

Mit dem Kasten ist es sehr leicht zu erkennen welcher Bereich des Tors abgedeckt ist. Daraus ergibt sich, welche Seite des Tors frei ist und ob der Gegner überhaupt auf die Ecken fährt. Dann muss man nur noch um den Kasten herum schießen.


Das ist die üblichste Methode, die Schusstaktik: Kasten zu verwenden.

In den Kasten

Oft genug sind die Puppen so weit auseinander, dass noch ein Ball zwischendurch passt. In diesem Fall gibt der Kasten vor, wo und wann ein Schuss in die Mitte des Tors (Positionen 2-4) frei ist. Wird der Kasten auseinander gezogen, sind sogar zwei oder mehr Ballbreiten Platz.


Diese Methode ist am besten geeignet, wenn der Gegner den Kasten öfter auseinander zieht.
Die Methoden "In den Kasten" und "Um den Kasten" passen sehr gut zusammen. Der Verteidiger ist bei "In den Kasten" dazu verleitet enger zu stehen, was "Um den Kasten" erleichtert und umgekehrt.

Schräg

Der Kasten wird durch eine Verbindungslinie zwischen den beiden Puppen vor dem Tor aufgespannt. Dadurch ist auch die Stellung der Puppen leicht wahrzunehmen.



Die Schusstaktik: Kasten gibt einem eine andere Sicht auf die Deckung. Die Bewegungen werden vereinfacht und schneller verarbeitet. Das steigert die Abrufbarkeit und verhindert, dass der Gegner verschleiern kann, welche Lücken frei sind. Außerdem wird die gesamte Deckung betrachtet, nicht nur eine Puppe oder nur eine Lücke.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 12. August 2018

Wie wird man Amateur bei P4P

Die P4P Turnierserie bietet mit die härtesten Turniere. Die besten Spieler Europas treten hier regelmäßig gegeneinander an. Durch die fortlaufende Rangliste lässt sich gut nachvollziehen, wie stark jeder Spieler ist und die Einstufung (Neuling, Amateur, Master, Elite) ist ein guter Richtwert, um die Spielstärke einschätzen zu können. Normalerweise steigt man über die Elopunkte auf, außer man möchte vom Neuling zum Amateur werden. Den ersten Stufenaufstieg muss man mit Platzierungen erreichen. Entweder Top 3 oder zwei Mal Top 5 in einer Disziplin*. Diese Hürde ist schwierig zu meistern und sorgt dafür, dass viele Spieler sehr lange Neuling bleiben. Teilweise sogar auf ewig. Ich selbst habe lange gebraucht, um diese Hürde zu überwinden, es aber 2014 mit mehreren Turniersiegen geschafft.

Auch wenn die erste Einstufung "Neuling" heißt, bedeutet das nicht, dass man es mit Anfängern zu tun hat. Das Niveau auf P4P Turnieren ist auch schon im Neulinge Bereich sehr hoch. Das wichtigste ist, zuerst die Basics zu lernen. Pässe, Schüsse und Rausspiel müssen nicht nur beherrscht, sondern auch mit System gespielt werden.

Spielen mit System

Auf der 5er Reihe braucht man ein Brushpasssystem mit mindestens zwei Pässen pro Abspielpunkt. Zusätzliche Pässe können auch helfen. Auf der 3er Reihe muss man sich für ein System entscheiden und das perfektionieren. Am besten geeignet sind Rechtsland Pin oder Jet Mitte. Diese Systeme sind vergleichsweise leicht zu lernen und sind auch bis ins höchste Niveau sehr stark. Ein Blick auf die besten Neulinge der letzten Jahre zeigt das:

  • 2017: Paul Sochiera (Jet Mitte)
  • 2016: Nils Hahne (Jet Mitte)
  • 2015: Thomas Haas (Jet Mitte)
  • 2014: Constantin Rubel (Jet Mitte)
  • 2013: Mario Lachetta (Pin Rechtslang)
  • 2012: Ryan Merrifield (Pin Rechtslang)
  • 2011: Benjamin Struth (Pin Rechtslang)

Ich selbst habe Pin Mitte gespielt und bin 2014 zweitbester Neuling des Jahres geworden. Es hat aber mehrere Jahre gedauert, bis ich so weit war.
Beim Rausspiel empfehlen sich Zieher, Pin Mitte Bande oder Pin Rechtslang. Zieher ist auf P4P nicht so stark, wie auf anderen Tischen, wenn man aber an die weitere Tischfußballkarriere denkt, empfiehlt sich dieses System. Pin Mitte Bande ist vergleichsweise leicht zu lernen und verleitet weniger zu voreiligen Aktionen. Pin Rechtslang ist gerade auf P4P ein starkes System, weil die Ballkontrolle leichter als an anderen Tischen ist.

Für welches System man sich letztendlich entscheidet, ist Geschmackssache. Man sollte kein System erzwingen, nur weil andere damit erfolgreich sind. Wichtig ist nur, dass man seine Entscheidungen mit einem Sinn dahinter trifft. Ein Fehlschuss ist nur dann schlimm, wenn man nichts daraus gelernt hat.

Turniererfahrung

Das Doppel KO ist ein sehr harter Modus. Man hat keine Vorrunde, mit der man in das Turnier finden kann. Jedes Spiel ist direkt entscheidend und bedeutet schnell das Turnier Aus. Zwar hat man mit der Verlierseite noch eine zweite Chance, ein Satz bis 7 ist allerdings stärker vom Glück abhängig. Man muss also jedes Spiel direkt voll da sein. Das ist nicht immer leicht, denn der Doppel KO Modus bringt auch unvorhersehbare Wartezeiten mit sich. Da ist es wichtig, in den Pausen fit zu bleiben. Die richtige Ernährung ist da sehr hilfreich. Persönlich am weitesten haben mich aber Gespräche mit anderen Turnierteilnehmern gebracht. Da wird einem nicht langweilig und man ist das ganze Turnier über fit.

Um sich in diesem Format durchzusetzen, ist eine starke Offensive entscheidend. Auch weil die Gegner in den ersten Runden meistens wenig Erfahrung haben. Da kommt es schnell zu misslungenen Schüssen, die trotzdem reingehen. Gerade dann gilt, dass man schneller Tore schießen muss, als der Gegner (Oder anders gesagt: Schneller Tore schießen, als der Gegner Eier). Eine starke Defensive ist hilfreich, um das Spiel zu kontrollieren. Die beste Kontrolle hilft aber nichts, wenn man selbst keine Tore schießt. Viele Neulinge sind noch nicht so sicher in ihrem System und versuchen mit ungewöhnlichen Aktionen Tore zu schießen. Irgendwann fallen also genug Tore für den Gegner, selbst wenn man Defensiv sehr stark ist.

Oft reichen wenige unterschiedliche Optionen aus, um im Neulingefeld zu punkten. Das liegt daran, dass viele Neulinge noch nicht verstehen, wie man eine Option aufhält oder es fällt ihnen gar nicht erst auf, dass sie nur von wenigen Optionen besiegt werden. Kurz gesagt: Beibehalten was funktioniert. Nach dem selben Prinzip kann man die Defensive aufbauen. Da ein Neuling noch nicht sehr viele Optionen auf Turnierniveau hat, kann man dem Gegner Lieblingsoptionen wegnehmen. Selbst wenn der Gegner dann noch Tore schießt, wird das viel seltener passieren, weil die Abrufbarkeit und die technische Stabilität noch nicht gut ausgebaut sind.

Hat man einige Spiele gewonnen und die weniger erfahrenen Spieler hinter sich gelassen, kommen die wirklich harten Spiele. Das beginnt etwa bei Top 10. Manchmal fragt man sich bei diesen Spielern, warum sie noch Neulinge sind, da sie eigentlich auf Amateurniveau spielen. Hier gelten die oben genannten Regeln im Grunde immer noch, man muss sich aber auf mehr Spieltiefe einstellen. Hier darf man sein Spiel aber nicht verkomplizieren. Durchziehen was funktioniert und wenn man einen Fehler macht, versuchen immer etwas daraus zu lernen. Wenn man es regelmäßig in diesen Bereich schafft, aber noch nicht ganz den Sprung zum Amateur, ist das kein Problem.

Wichtig ist, dass man regelmäßig so weit kommt. Das Format ist so schwer, dass man schon deutlich stärker als das Feld sein muss, um mit einem Gesamtsieg rechnen zu können. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man einen guten Tag oder guten Baum erwischt. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, viele Turniere zu spielen. Nur dann hat man oft genug die Möglichkeit aufzusteigen oder zu verbessern. Man wird nämlich auch nicht besser, wenn man nicht spielt. Dieser Punkt sollte aber der leichteste sein, immerhin geht man auf Turniere um Spaß zu haben.



*Ausnahme sind hier nur die größeren Turniere wie die Deutsche Meisterschaft.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 5. August 2018

Einstieg in Tischfußballsport: der Guide auf Ungeblogt

Egal ob aus der verrauchten Kneipe, dem heimischen Keller oder aus dem Jugendzentrum: Tischfußball kennt jeder. Doch der Sprung vom Hobby zum Tischfußballsport wirkt sehr schwierig.
Mit diesem Guide sind die wichtigsten Grundlagen zusammengetragen, um Tischfußball als Sport zu erlernen.

Der einfachste Einstieg geht über einen Verein in der Nähe. Auf der Seite des Deutschen Tischfußballbunds (DTFB) sind die Kontaktdaten der größten Spielstätten gesammelt: Leistungszentren
Es gibt aber auch viel mehr Vereine in ganz Deutschland verteilt, in denen gespielt wird.

Wer keinen Verein in seiner Nähe findet oder zu Hause einen eigenen Profitisch haben möchte, hat verschiedene Optionen zur Auswahl. Gute Einstiegsmodelle sind Ullrich Beast und Leo_pro home.


In der Reihe "Anfängertraining" gibt es viele Trainingstipps, die besonders für Einsteiger und Hobbyspieler geeignet sind.
Ballkontrolle
Hand-Auge-Koordination
Schießen
Verteidigen

Diese Übungen sind die Grundlage, für die fortgeschrittenen Techniken, die auf Turnieren gespielt werden. Am beeindruckendsten sind die Schusstechniken. Mit ihnen sind Schüsse möglich, die so schnell sind, dass sie nicht mehr reagiert werden. Die verbreitetsten sind Jet und Pin. Auf Ungeblogt gibt es dafür Schritt für Schritt Anleitungen, um diese zu lernen:
Jet
Pin

Um diese Schüsse verteidigen zu können, ist eine fortgeschrittene Defensive notwendig. Die 3-Punkte Theorie (Artikel) gibt an, worauf der Stürmer beim Schießen grundlegend achtet. Mit den verschiedenen Defensivbewegungen (Artikel), kann man sich dann gegen die Schüsse wehren.

Im Sportbereich wird möglichst kontrolliert gespielt. Deshalb sieht man Pässe von der 5er Reihe auf die 3er Reihe. Von der 3er Reihe ist es am leichtesten ein Tor zu schießen, weil die wenigsten Reihen noch im Weg sind. Die wichtigsten Passtechniken, wie sie funktionieren und wie sie gelernt werden, sind hier zusammengestellt:
Stickpass und Beschleuniger
Brush
Kante


Das sind die wichtigsten Grundlagen, um den Sprung vom Hobby zum Tischfußballsport möglichst leicht zu schaffen. Auch wenn es am Anfang nach sehr viel aussieht, ist der Einstieg gar nicht so schwierig. Zum Glück ist die beste Möglichkeit besser zu werden, so viel zu spielen wie möglich.
Viel Spaß!


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 29. Juli 2018

Die 5-3-2 Methode

Ein Tor von Hinten kann schnell den entscheidenden Vorteil bringen. Rausspiel ist aber mehr als nur Tore schießen. Mit Zuverlässigkeit nimmt der Verteidiger den gegnerischen Stürmer aus dem Spiel und bringt den eigenen Stürmer zu Spitzenleistungen.

In der Artikel Reihe Was bedeutet "gut rauskommen"? wurde schon gezeigt, welche Ergebnisse beim Rausspiel erreicht werden können und wie gut diese sind. Hier soll genauer geklärt werden, wie man diese Ergebnisse erreichen kann.

Von der 5 über die 3 bis zur 2

Die 5-3-2 Methode hat ihren Namen von den verschiedenen Reihen der gegnerischen Deckung. Sie gibt an, in welcher Reihenfolge man auf die Reihen schaut, um eine Schussauswahl zu treffen. Die wichtigste Reihe ist die 5er Reihe. Sie hat die meisten Figuren, blockiert also die meisten Optionen. Aus diesem Grund gibt sie auch das Stellungsspiel für den Verteidiger vor. Die Abstimmung der beiden Spieler erfolgt also mit Hilfe der 5er Reihe (Im Einzel fällt diese Eigenschaft natürlich weg, wobei der Gegner die Verteidiger so stellt, dass sie zur 5er Reihe passen). Die zweitwichtigste Reihe ist die 3er Reihe. Sie kann die gefährlichsten Blocks erzeugen, nämlich ein Gegentor oder ein Turnover auf die gegnerische 3er Reihe. Als letztes kommt die 2er Reihe oder genauer gesagt 2er Reihe und Torwart. Sie sind für das Ergebnis beim Rausspiel weniger wichtig, weil sie keine Pässe blocken und auch keine gefährlichen Blocks erzeugen können.

Betrachtet man die 5er Reihe alleine, sind schon viele Optionen erkennbar, gleichzeitig fällt aber auch schon ein Großteil weg, weil diese Optionen gedeckt werden. Danach wechselt der Blick zur 3er Reihe. Hier fällt wieder ein Teil der Optionen weg. Ab diesem Punkt kann man schon eine der wichtigsten Faustregeln beim Rausspiel umsetzen: "An 5 und 3 vorbei". Das ist mit Abstand die wichtigste Grundlage für ein sicheres Rausspiel. Jetzt kommt die Frage, ob Pass oder Schuss aufs Tor. Bei einem Pass sind weitere Reihen uninteressant. Bei einem Schuss aufs Tor wechselt der Blick auf die Torwartstangen. Diese decken auch wieder viele Optionen ab, so dass meistens nur eine, maximal eine Handvoll Optionen offen sind. Ist die Schussauswahl getroffen, wechselt der Blick wieder auf 5 und 3, um diese Abzutimen, falls diese sich bewegen.

Das ist die 5-3-2 Methode. Es gibt aber für jede Reihe noch Feinheiten zu beachten. Diese sind vor allem dann notwendig, wenn man keine Option sieht oder die Optionen nicht funktionieren.

5er Reihe

Diese Reihe gibt die Stellung vor. Dabei kann sie entweder an der Bande stehen oder in der Mitte. Meistens wird sie in einer schwingenden Bewegung gehalten, wenn sie in der Mitte steht, um die Schüsse zu erschweren. Hier gilt es schneller als der Stürmer zu sein oder eine Option zu wählen, mit der er nicht rechnet. Reagiert die 5er Reihe beim Schuss nicht, muss man sie nach der Schussauswahl nicht weiter beachten. Bei einer schwingenden Bewegung muss man höchstens abtimen und das geht sehr gut mit der Schussstrategie: Schießen auf Shuffledeckung. Reagiert die 5er Reihe, kann man mit Fakes herausfinden, wie die Reaktion aussieht. In der Regel wechselt die 5er Reihe nur die Grundstellung (Bande auf Mitte und umgekehrt). Das liegt daran, dass sie nur kurze Strecken bewegt werden kann. Spielt man ein System, bei dem man nicht gut Faken kann (z.B. Zieher), betrachtet man die Bewegung der 5er Reihe beim Schuss und versucht erstmal nur schneller zu sein. Provoziert der Schuss eine Reaktion, ist es sinnvoll auf die Puppen zu zielen und sich auf die Bewegung zu verlassen. Das ist vor allem dann effektiv, wenn man Optionen abwechselt, für die die 5er Reihe reagieren bzw. stehen bleiben muss.

3er Reihe

Mit der 3er Reihe werden Schüsse meistens reagiert. Die Puppen sind so weit auseinander, dass meistens nur eine Puppe Teil der Stellung ist. Maximal sind 2 Puppen gleichzeitig an der Stellung beteiligt und dann auch nur bei Pässen oder Banden. Die Grundstellung der 3er Reihe ist entweder direkt vor dem Ball oder auf strategisch wichtigen Punkten. Direkt vor dem Ball bedeutet dabei nicht, dass unbedingt ein gerader Schuss abgedeckt wird, sondern dass Schüsse ohne Seitwärtsbewegung abgedeckt werden. Beim Ziehersystem kann das z.B. ein Pass auf die 3er Reihe an der Bande entlang sein. Bei einer Seitwärtsbewegung zieht die 3er Reihe dann entsprechend mit, um den Schuss zu racen. Strategisch wichtige Punkte, auf denen die 3er Reihe stehen kann, sind z.B. die Gabel bei Bandensystemen oder der Schnittpunkt des 16ers mit dem Halbkreis bei Ziehersystemen (falls eingezeichnet). Durch die Reaktion werden Schüsse erschwert, was vor allem bei technisch anspruchsvollen Schüssen erheblich stören kann. Gerade wenn man technische Schwierigkeiten mit einem Schuss hat, ist das ein großes Problem. Auch Pässe müssen eine gewisse Geschwindigkeit haben, damit sie nicht einfach wegreagiert werden. Das macht es für den eigenen Stürmer evtl. schwieriger diese zu fangen.

2er Reihe und Torwart

Die Verteidigerstangen sind das letzte Hindernis zum Tor. Bei direkten Pässen können sie ignoriert werden. Dafür sind sie wichtig für indirekte Pässe. Selbst wenn ein Schuss nicht trifft, kann immer noch ein gutes Ergebnis erreicht werden. Die Grundlage "An 5 und 3 vorbei" ist bereits erfüllt, was Gegentore und Turnovers auf die gegnerische 3er Reihe unwahrscheinlich machen. Der eigene Stürmer hat dafür die Möglichkeit einen Abprlaller zu fangen. Neben der eigenen Schussstärke sind angeschossene Stange und Haltung dieser entscheidend. Auf den Torwart geschossen, prallt der Ball selten auf die eigene 3er Reihe. Und selbst wenn er gut abprallt, kann der Verteidiger noch mit der 2er Reihe den Ball im Bereich halten. Auf die 2er Reihe geschossen, kann der Ball schon eher auf die eigene 3er Reihe abprallen. Vor allem wenn die 2er Reihe nach vorne geklappt ist. Dann ist es zwar immer noch möglich, den Ball im Verteidigerbereich zu halten, der Verteidiger darf die Stange aber nicht zu fest halten und muss schnell genug mit der Puppe nach hinten reagieren. Mit unterschiedlichem Timing beim Rausspiel wird das dem Verteidiger deutlich erschwert. Diese Option ist als Notnagel ganz gut. Es ist aber auch sinnvoll, sie bei der Schussauswahl zu beachten. Muss der Verteidiger einen Schuss reagieren oder geht der Schuss auf die 2er Reihe, wenn er nicht mit genügend Präzision kommt, kann immer noch ein gutes Ergebnis erreicht werden.



Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 22. Juli 2018

Stimmung kontrollieren

Tischfußball wird im Kopf entschieden! Deshalb ist es ganz wichtig, sich selbst im Griff zu haben. Hier sind 4 nützliche Tipps, damit ihr eurem Gegner mental einen Schritt voraus seid.

Die 5-5 Atemtechnik

Die beste Methode den Kopf zu beruhigen, ist es, den Körper zu beruhigen. Mit dieser Atemtechnik wird die Atmung reguliert und entspannt. Dafür atmet man für 5 Sekunden durch die Nase ein und danach für 5 Sekunden wieder durch den Mund aus. Die Atmung soll über das Zwerchfell und nicht über den Brustkorb geschehen. Das kann man kontrollieren, indem man eine Hand auf den Bauch legt. Hebt sich dieser beim Atmen, macht man es richtig.
Um den gewünschten Effekt zu erhalten, wiederholt man die Übung über mehrere Atemzüge. Das kann man im Time Out oder zwischen den Sätzen machen. Beherrscht man die Übung besser, kann man auch während dem Ballbesitz den gewünschten Effekt erzielen. Noch beruhigender wird die Übung, wenn man sich setzen oder legen kann. Oder man richtet seine Aufmerksamkeit noch stärker auf die Atmung, z.B. indem man den Verlauf der Luft im Körper gedanklich verfolgt.

Vom Tisch gehen

In einem Spiel kann man die verschiedensten negativen Stimmungen erleben: Angst, Wut, Verzweiflung, etc. All diese Empfindungen haben eins gemeinsam, sie schwächen das eigene Spiel. Geht man während einem Time Out oder zwischen den Sätzen weg vom Tisch (mindestens 3 Meter) oder besser ganz aus dem Raum, erlebt man bei der Rückkehr einen Reset. Es ist als würde man in ein komplett neues Spiel gehen.
Um diesen Effekt zu verstärken, versetzt man sich gedanklich an einen ruhigen Ort. Naturlandschaften wirken sehr entspannend, genauso wie persönliche Ruhepole. Das lässt sich auch während dem Spiel umsetzen, wenn man gerade nicht vom Tisch weg kann.

Visualisieren

Im perfekten Konzentrationszustand sind wir voll im Spiel. Es wird kein Gedanke an etwas anderes verschwendet. Man hat das Gefühl die Zeit vergeht langsamer, man ist kreativer und durchschaut den Gegner. Man befindet sich sozusagen in der "Zone". Diesen Zustand möchte jeder Sportler erreichen, um die maximale Leistung abzurufen. Doch ihn zu erreichen ist sehr schwierig und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Eine Hilfe auf diesem Weg ist das Visualisieren. Man geht gedanklich Spielsituationen durch; visualisiert sie vor dem inneren Auge. Das können Aktionen sein, die man gleich durchführen möchte, aber auch vergangene Situationen. Am besten eignen sich Visualisierungen, in denen die Aktion im Kopf gelingt. Das fördert das Selbstbewusstsein und blendet Zweifel aus. Dafür ist es nützlich, sich eine Liste starker Spielsituationen oder Aktionen sein. Entscheidende Matchbälle, die man geschossen hat, Spiele in denen man den Gegner gelesen hat oder Spiele in denen man wichtige Gegner geschlagen hat.

Bewegung

Wie auch beim Beruhigen, ist die beste Möglichkeit, den Kopf aufzuwecken, den Körper in Schwung zu bringen. Durch Bewegung überwindet man die geistige Trägheit und kann sich wieder konzentrieren. Am besten eignen sich Bewegungen, die mit Tischfußball selbst nichts zu tun haben und den Kreislauf in Schwung bringen. Eine Bewegung die man gut am Tisch umsetzen kann, ist Springen. Danach ist man wieder Fit im Kopf und bereit das Spiel zu gewinnen.


Die 5-5 Atemtechnik und das Weggehen vom Tisch sind toll, um sich zu beruhigen und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Dafür verliert man ein Stück weit den Bezug zum Spiel. Um den Fokus auf das Spiel zu lenken, fit und aufmerksam zu sein, sind Visualisieren und Bewegung großartige Methoden. Sie nützen aber nichts, wenn einen das momentane Spiel belastet (Nervosität, Angst, etc.). Deshalb ist es sinnvoll, mehrere Methoden zu verwenden, um mental voll da zu sein. Und mit ein bisschen Übung bringt einen so schnell nichts mehr aus der Ruhe.

Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 15. Juli 2018

Schusstaktik: Kreuzen

Kreuzen ist eine Möglichkeit die Stellung der Verteidigerpuppen zu ändern und eine Falle zu stellen. Als Stürmer ist es sehr wichtig, dieses defensive Manöver durchbrechen zu können.

Es gibt zwei mögliche Stellungen der Verteidigerpuppen. Entweder steht die 2er Reihe links neben dem Torwart oder rechts davon. Für die Stellung ist es egal, wie weit die Puppen auseinander sind, in welchem Bereich des Tors sie sich befinden und welche Puppe von der 2er Reihe daran beteiligt ist. Für jede der beiden Stellungen gibt es eine Diagonale Option, die gegen die Stellungsrichtung der Puppen geht (in die Schere schießen).



Die Stellung kann durch zwei Bewegungen geändert werden. Entweder durch die Außenpuppe, die von außen vor das Tor zieht oder durch Kreuzen von 2er Reihe und Torwart. Schießen auf Außenpuppe haben wir schon in einem anderen Artikel behandelt. Um einen Stellungswechsel zu erzwingen, kann man in die Schere schießen oder auf die wegziehende Puppe.

Auf die wegziehende Puppe zu schießen erzwingt das Kreuzen, weil Kreuzen ein hervorragendes Mittel gegen diese Schusstaktik ist. Eine Puppe zieht aus einer Lücke weg, gibt also den Impuls für den Stürmer zu schießen. Im selben Moment zieht aber eine Puppe der anderen Stange vor genau diese Lücke und deckt so den Schuss.

Bei der einfachsten Form des Kreuzens tauschen beide Puppen die Position. In diesem Fall kann man auf eine Position schießen, die vor dem Kreuzen schon frei war. Durch das Kreuzen ist das Zeitfenster zum Treffen sehr groß und man erkennt schon früh, welche Positionen frei sind.

In der Regel tauschen die Puppen aber nicht einfach ihre Positionen. Stattdessen gibt es eine ersetzte und eine ersetzende Puppe.


In diesem Beispiel ist der Torwart die ersetzte, die 2er Puppe die ersetzende Puppe. Position 1 ist vor und nach dem Kreuzen gedeckt. Die Position der ersetzten Puppe ist keine gute Wahl, weil die Position nur während dem Kreuzen selbst offen ist, also in einem kleinen Zeitfenster. Um auf Kreuzen zu schießen gilt es herauszufinden, ob Torwart oder 2er Puppe ersetzt werden. Danach muss man nur herausfinden, auf welche Position die ersetzte Puppe zieht. Die neue Position der ersetzten Puppe ist meistens unterschiedlich, je nachdem zu welcher Reihe die Puppe gehört. Herauszufinden zu welcher Reihe die ersetzte Puppe gehört ist also aus verschiedenen Gründen nützlich.

Schießen auf Kreuzen

An dem oben gezeigten Beispiel lassen sich verschiedene Taktiken zeigen. Position 2 ist vor und nach dem Kreuzen offen, währenddessen aber von beiden Puppen gedeckt. Sie ist deshalb keine gute Wahl. Position 5 ist durchgängig offen und wird auch während dem Kreuzen von keiner Puppe abgefahren. Sie ist die ideale Wahl. Position 3 ist die Position der ersetzenden Puppe. Es ist klug auf diese Position zu schießen, weil sie nur im Sonderfall gedeckt wird (beide Puppen tauschen die Positionen).

Die Wahl der Taktik hängt von der eigenen Reaktionsgeschwindigkeit und den vorangegangenen Kreuzbewegungen des Verteidigers. Schüsse mit einer hohen Abrufbarkeit können für kleine Zeitfenster und Lücken genutzt werden. Langsame Schüsse müssen länger vorbereitet werden. Welche Puppe ist die Ersetzte? Welche die Ersetzende? Wohin fährt die Ersetzte? Das Kreuzen kann schon früh erkannt werden, wenn die Puppen aufeinander zugehen. Dann hat man genug Zeit den Schuss auszulösen. Muss man auf die Position der ersetzten Puppe reagieren und hat für den Schuss nur wenig Zeit. Deshalb lohnt es sich mehrere Kreuzbewegungen zu beobachten.

Allgemein haben Schüsse auf die Ecken bei dieser Schusstaktik einen Vorteil, weil die ersetzte Puppe erst auf die Position fahren muss. Durch das Kreuzen erkennt man die Bewegung früher und hat einen leichten Zeitvorteil.

Diese Schusstaktik ist mit allen Schusssystemen umsetzbar, erfahrungsgemäß bei Langsystemen aber stärker. Das liegt zum einen an den langen Kreuzwegen und zum anderen an starken schrägen Schüssen von der Ausgangsposition, die Kreuzen erzwingen.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 8. Juli 2018

Schusstaktik: Indirekt gucken

Beim Schießen auf der 3er Reihe ist es wichtig den richtigen Blick auf die Deckung zu finden. Es ist schwierig, immer das gesamte Tor und beide Puppen im Blick zu behalten. Die Kunst liegt darin, auf weniger aktiv zu achten, aber immer noch alles zu berücksichtigen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

Das bedeutet einen Schuss auf eine Lücke abzugeben, vor der keine Puppe steht oder aus der eine Puppe gerade wegzieht. Achtet man dabei auf eine Lücke, kann man in dem Fall schießen oder hält den Schuss zurück, wenn eine Puppe vor der Lücke steht. Beim indirekten Gucken nutzt man genau diesen Fall aus. Denn steht eine Puppe vor einer Lücke, kann sie nicht mehr vor einer anderen stehen. Sieht man z.B. dass links abgedeckt ist, kann man nach rechts schießen.

Das ermöglicht es, konsequent auf eine Lücke zu achten. Das wiederum hat den Vorteil, dass man sich stark auf den Schuss konzentrieren und ihn deutlich schneller auslösen kann. Egal ob auf offene Lücke oder wegziehende Puppe. Steht der Gegner dann nicht konsequent vor der Lücke, ist es leicht zu treffen. Mit indirektem Gucken hat man aber auch für diesen Fall eine Lösung.

Grundsätzlich kommt man mit dieser Methode schon sehr weit, weil die andere Puppe des Verteidigers 4 Lücken abdecken muss (75% Trefferchance). Um die Schusstaktik noch zu erweitern, wird darauf geachtet, was die andere Puppe macht. Dafür wartet man, bis eine Puppe auf die gewünschte Position zieht und beobachtet wohin die andere Puppe zieht. In der Regel sind die abgedeckten Positionen unterschiedlich, je nachdem ob Torwart oder 2er auf die gewünschte Position zieht. Hat man für beide Fälle ein Verhalten der anderen Puppe beobachtet, kann man die gewünschte Position fokussieren (und dann entsprechend auf Lücke, Wegziehen oder indirekt schießen).

Um das zu verdeutlichen noch ein Beispiel: Die fokussierte Lücke ist links. Steht der Torwart vor links, ist die 2er Reihe auf Mitte. Steht die 2er Reihe vor Links, ist der Torwart auf rechts. Fokussiert man jetzt auf Links und schießt indirekt, muss man nur darauf achten, welche Puppe auf links steht. Steht der Torwart vor links, trifft ein Schuss nach rechts. Steht die 2er Reihe vor links, trifft ein Schuss auf die Mitte.

Diese Schusstaktik lässt sich mit vielen anderen Taktiken gut kombinieren. Sie gibt einem die Möglichkeit auch dann noch gefährlich zu sein, wenn etwas gedeckt wird, worauf man gerade achtet.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 27. Mai 2018

Zeit lassen

Immer wieder bekommt man den Tipp, sich beim Schießen oder Passen Zeit zu lassen. Das hilft die Quote zu verbessern. Trotzdem ist es leichter gesagt als getan. In diesem Artikel durchleuchte ich warum es schwer fällt und wie man lernt seine Zeit zu nutzen.

Lässt man sich länger Zeit, erhöht sich die Quote in der Offensive. Ist man erst im Setup, ist es schwierig, den Gegner mit einer schnellen Option zu überraschen. Spätestens nach einigen Schüssen weiß die Defensive, worauf man achtet und wie man seine Schussauswahl trifft. Das kann z.B. eine Lieblingsoption, Optionenabfolge, eine Wegziehende Puppe oder eine Lücke sein. Je kürzer das Zeitfenster ist, in dem man die Entscheidung trifft, desto vorhersehbarer wird sie. Man sollte also nicht direkt die erste Lücke wählen, sondern mehrere Optionen abwarten.

Das hilft auch dabei, die Schussauswahl abzusichern. Versucht die Defensive zu locken? Hat man die Deckung tatsächlich richtig gedeutet oder gibt es eine sicherere Option. Führt man den Gedanken weiter, kann man auch noch mehr Informationen sammeln. Findet man mehr als eine Bewegung, die man ausnutzen kann, hat man es in der nächsten Situation leichter.

Genauso ist es bei der Wahl der Schusstaktik. Kann man die Deckung mit einer Schusstaktik ausnutzen, wird es erheblich leichter, eine gute Quote zu haben. Danach muss man seine Option aber immer noch abtimen und technisch sauber ausführen. Beides ist deutlich leichter, wenn man in Ruhe einen Moment abwartet, in dem man selbst stark ist.

Durch Variation des eigenen Timings, wird man schwer vorhersehbar und die Quote steigt. Das bloße Zeit lassen ist also noch nicht der Schlüssel zum Glück, sondern das bewusste anpassen der Zeit. Die Informationen für eine schnelle Aktion sollten aber vorher gesammelt werden, um sicher sein zu können, dass sie auch gelingt.

Zu guter letzt gibt einem mehr Zeit auch die Möglichkeit, Fakes anzubringen. Durch antäuschen findet man heraus, was und wie der Gegner verteidigen möchte. Außerdem macht man Druck und kann so den Verteidiger aus dem Konzept bringen.

Doch warum ist es bei diesen ganzen Vorteilen schwierig, sich Zeit zu lassen? Der Grund sind verschiedene Ängste. Wenn man sie aber kennt, kann man sich ihnen stellen und sich auf die Vorteile von Zeit lassen besinnen. Die Ängste sind:

  • Ball verlieren
  • Schuss einschläfern
  • Zu lange Zeit lassen (Zeitfoul)
  • Geblockt werden (Versagen)
  • Gelegenheit verpassen
Die Ängste den Ball zu verlieren und den Schuss einzuschläfern ergeben sich aus technischen Unsicherheiten. Die technischen Probleme können auch erst durch die Angst entstehen. Hier hilft es, sich erfolgreiche Situationen vor Augen zu führen. Denn man hat die Technik vorher schon 1000 Mal richtig umgesetzt. Am besten eignen sich hier entscheidende Situationen in knappen Turnierspielen.

Die Angst ein Zeitfoul zu begehen kommt von fehlender Erfahrung. Da in kurzer Zeit viele Informationen verarbeitet werden, verschiebt sich die Zeitauffassung und es ist schwieriger diese richtig einzuschätzen. Das kann man aber mit der Timing Challenge trainieren.

Die Angst geblockt zu werden oder eine Gelegenheit zu verpassen sind sich sehr ähnlich - man möchte seine Chance nutzen. Der Unterschied ist der Umgang mit dieser Versagensangst. Bei der Angst geblockt zu werden, trifft man eine Entscheidung, die nur wenig Tiefgang hat und auch nicht durch genug Informationen abgesichert wurde. Bei der Angst eine Gelegenheit zu verpassen, wählt man eine schwierige Option, um nicht Gefahr zu laufen, nichts mehr zu entdecken. Typisch für diese Angst ist auch ein schnell ausgeführter, gieriger Schuss, mit dem man den Gegner überraschen möchte. Gemein ist beiden Ängsten, die Verantwortung so schnell wie möglich abgeben zu wollen. Hier hilft es, sich dem Ablauf dieser Fehler bewusst zu werden und sich bewusst zu machen, wie man vorher getroffen hat. 

Erkennt man die Ängste, ist es leichter, sich an die Stärken von Geduld zu erinnern und die oben genannten Vorteile wirken zu lassen. Das kann man unter dem Begriff "Zeit füllen" zusammenfassen. Denn wenn man die Zeit mit Inhalt füllt, ist es leicht, sie auszunutzen.

Sollte man trotzdem Probleme haben, gibt es noch einen Trick für Notfälle. Man geht in das Setup und zählt bis zu einer beliebigen Zahl (z.B. 5, 10, 15). In dieser Zeit schaut man nicht auf die Deckung. Danach startet man seine Routine wie gehabt. Durch die vorher abgezählte Zeit hat man sich mehr Zeit gelassen und sein Timing geändert. So bekommt man zwar nicht alle oben genannten Vorteile einer geduldigen Spielweise, ist aber trotzdem schwieriger zu durchschauen.



Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 29. April 2018

Schussstrategie: Schießen auf statische Deckung

Die statische Deckung ist wie der Name schon sagt sehr langsam. Für den Laien mag sie verwirrend sein, weil man doch einfach auf die offensichtlich offene Lücke schießen kann. Es ist aber eine Deckung, die vor allem auf Turnierniveau Stürmer zum Stolpern bringen kann, weil dort öfter auf die wegziehende Puppe geschossen wird.

Wenn das nicht passiert, ist das Vorhaben des Stürmers abgedeckt und er müsste seine Strategie komplett umstellen, um auf die offene Lücke zu schießen. Diese Schüsse kann der Verteidiger aber antizipieren und verändert seine Stellung in unregelmäßigen Abständen. Um die Quote noch zu erhöhen, passt er die Zeitunterschiede zwischen den Stellungswechseln der Abrufbarkeit des Stürmers an. Starke Optionen haben eine kürzere Abrufbarkeit, schwache Optionen entsprechend eine längere Abrufbarkeit.

Das hat zwei Effekte zur Folge. Der Verteidiger kontrolliert, welche Optionen der Stürmer schießen kann. Diese Optionen kann er dann besser reagieren oder seine Deckung daran aufbauen. Als zweiter Effekt wird der Stürmer gelockt. Er weiß nicht, wann die Lücke durch einen Stellungswechsel geschlossen wird. Vor allem wenn ein Stellungswechsel nur angetäuscht wird. Der Verteidiger bewegt dann seine Puppen, geht aber wieder in die ursprüngliche Stellung zurück. Der Stürmer muss also lange warten, um die Stellungswechsel mit Sicherheit antizipieren zu können. Das kann bei dieser Deckung auch schnell Probleme mit dem Zeitlimit machen.

Um diese Deckung zu knacken, gibt es drei Prinzipien zu befolgen.

Nicht verleiten lassen

Das erste Prinzip klingt offensichtlich, wer aber schon mal auf diese Deckung hereingefallen ist, weiß was ich meine. Vor allem wenn man auf die stehende Puppe geschossen hat, die seit mehreren Sekunden auf der Position steht, man sich aber absolut sicher war, dass der Verteidiger jetzt wegziehen muss. Dieses Problem kann man lösen, indem man sich zur Ruhe bringt und indem man aus dem Stand schießt. In den meisten Systemen schwingt man auf dem geklemmten Ball. Dadurch bleibt der Arm locker und der Schuss ist schneller abrufbar. Gegen eine statische Deckung braucht man das aber nicht. Wenn man aus dem Stand schießt, muss der Schuss bestimmter ausgeführt werden und man wird nicht mehr so leicht gelockt

Druck machen

Das wichtigste an der statischen Deckung ist Kontrolle. Der Verteidiger bestimmt was der Stürmer wann schießen kann und spielt mit der Abrufbarkeit der verschiedenen Schüsse. Diese Kontrolle kann man brechen, indem man in die Richtung zuckt, auf die der Verteidiger locken möchte. Dadurch kaschiert man sein Timing. Außerdem darf der Verteidiger nicht zu lange locken, weil man durch das anzucken zeigt, dass man bereit ist, die offene Option zu wählen. Möchte der Stürmer noch einen Schritt weiter gehen, kann er auf die offene Position wandern. So ist der abrufbarste Schuss, der Gerade, ungedeckt. Alternativ kann man auch so wandern, dass man direkt seinen abrufbarsten Schuss offen hat, z.B. Rechtspin mit halber Torlänge. Durch die hohe Abrufbarkeit ist es nahezu unmöglich gelockt zu werden und der Verteidiger kann auch nicht mehr auf schwache Optionen zwingen. Als Stürmer hat man zusätzlich noch die Möglichkeit bekommen, auf wegziehen zu schießen.

Erwartung erfüllen

Der Verteidiger versucht bestimmte Optionen zu locken, indem er andere abdeckt. Wenn man in die abgedeckte Richtung anzieht, wird er also nicht versuchen, den Schuss zu reagieren, da er schon auf der richtigen Position steht. So kann man die Erwartungen des Gegners erfüllen, es gibt aber immer eine Möglichkeit, noch zwischen die Puppen zu schießen. Entweder gerade durch beide oder schräg in die Schere. Sollte der Gegner so eng zusammen stehen, dass kein Schuss zwischen die Puppen passt, ist mehr als die Hälfte des Tors offen und man sollte keine Probleme haben, einen Schuss zu treffen.

Mit diesen drei Prinzipien, seid ihr in der Lage, den Gegner auf eine andere Deckung zu zwingen. Viel Spaß beim ausprobieren!
P.S.: Manchmal wird diese Deckung auch Arschlochdeckung genannt ;)


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 15. April 2018

Anfängertraining: Hand-Auge-Koordination

Eine gute Ballkontrolle ist die Grundlage für Tischfußball. Sie beginnt bereits vor dem Ballbesitz mit der Hand-Auge-Koordination. Zum Trainieren der Hand-Auge-Koordination gibt es tolle Übungen, die nicht nur für Anfänger, sondern bis in den Profibereich fordern und Spaß machen.

Die Hand-Auge-Koordination ist eine wichtige Grundlage zum Verteidigen, Ball erobern und Passen. Die Übung dazu basiert darauf, den Ball zwischen zwei Reihen hin und her zu spielen. So lernt man zum Ball zu fahren und kontrolliert weiter zu spielen.

Zwischen 5er und 3er Reihe

Der Ball wird mit der 5er Reihe nach vorne gespielt und von der 3er Reihe direkt zurück gespielt. Von da aus wieder von der 5er Reihe auf die 3er Reihe usw. usf. Der Ball wird dabei nicht gerade gespielt, sondern soll immer schräg nach vorne bzw. hinten gespielt werden, damit möglichst alle Puppen der beiden Reihen beteiligt sind. Wichtig ist vor allem, dass man dabei keinen Fehler macht. Die Geschwindigkeit ist nebensächlich und kann langsam gesteigert werden. Anfänger werden langsamer starten, aber das macht nichts. Immer nur so schnell spielen, wie man keinen Fehler macht. Die Geschwindigkeit kommt automatisch mit der Sicherheit.

Auf anderen Reihen

Im Verteidigerbereich kann man neben dem Torwart auch die Bande einbeziehen, wenn man mit der 2er Reihe nach hinten spielt. Ansonsten bleibt alles wie bei der Übung zwischen 5er und 3er Reihe.

Zwischen 2er und 5er Reihe ist vor allem für Fortgeschrittene bis Profis interessant. Diese Übung gibt mehr Kontrolle über die 5er Reihe und ist eine hervorragende Grundlage für das Training eines 2 auf 5 Passsystems.

Übung zu Zweit

Diese Übung kann auch mit zwei Spielern gut umgesetzt werden. Am besten klappt die Übung, wenn beide Spieler die Verteidigerstangen haben und sich die Bälle zuspielen. Wichtig ist hier wieder darauf zu achten keinen Fehler zu machen. Die Geschwindigkeit kommt mit der Sicherheit. Je näher die Stangen aneinander sind, desto schwieriger ist die Übung. Deshalb ist sie auf den 5er Reihen am schwierigsten. Wenn jeder Spieler eine 3er Reihe hält, ist es ein wenig einfacher. Beim Training mit zwei Spielern sind Spielsituationen wie z.B. 5 auf 3 nicht so wichtig, wie die reine Reaktion auf die Ballbewegung. Man muss nämlich darauf reagieren, wie der Trainingspartner den Ball zuspielt. Aus diesem Grund ist die Übung zwischen den 3er Reihen immer noch sehr sinnvoll, obwohl diese Situation für das eigentliche Spiel irrelevant ist.

Übung für Profis

Diese Übung ist vor allem zum Einspielen auf neuen Tischen und zum warm Spielen auf Turnieren sinnvoll. Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie der Ball rollt und wie die Stangen sich bewegen lassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 8. April 2018

Spielmodus: Timing-Challenge

Wer kennt es nicht: Man möchte seinen Schuss oder Pass üben und stellt sich an den Tisch. Die Zeit spielt dabei für uns keine Rolle. Nach zwei Sekunden wird geschossen, 10 Mal, 100 Mal, 1000 Mal. Und ehe man sich versieht, pendelt sich ein Rhythmus ein, welchen man im richtigen Spiel nicht haben möchte. Mit der Timing-Challenge hat man dafür den idealen Trainingsmodus.

Training auf Zeit ist langweilig und es gibt im Training kaum einen Grund die 15 Sekunden wirklich auszunutzen. Wenn man sich aber mit einem Trainingspartner (oder einer ganzen Trainingsgruppe) messen kann, kriegt das ganze wieder einen anderen Reiz.

(Der Einfachheit halber gehen wir von nun an davon aus, dass wir uns für das Schusstraining auf der 3 entschieden haben. Dieses Training kann aber auch sehr effektiv auf der 5 oder 2 sein.)

Max-Timing-Challenge

- Am Tisch stehen ein Spieler und ein Zeitnehmer.
- Der Spieler besitzt 50 Punkte, der Zeitnehmer eine Stoppuhr und am besten Zettel und Stift zum Notieren.
- Die Verteidigung wird aufgebaut, um dem Spieler die gewünschte Lücke zu präsentieren. So kann zusätzlich zum Timing noch die Abrufbarkeit bestimmter Schüsse trainiert werden.
- Wie nach einem Time-Out wird der Ball ins Spiel gebracht und die Zeit beginnt wie üblich sobald die zweite Puppe in Ballkontakt kommt.
- Wichtig: Der Spieler muss sich nun so verhalten, als würde ein echter Gegner vor ihm stehen. Fakes, Wandern und alles was man selber so im Spiel macht, gehören also dazu. Alternativ kann man hier auch einen Verteidiger ins Spiel bringen oder der Zeitnehmer übernimmt diese Rolle. Die zuvor definierte Lücke muss aber durchgehend verfügbar sein.

Es bleibt dem Spieler überlassen, wann er schießt. Sobald der Ball allerdings die Stange verlässt, wird die Zeit gestoppt.

Die Zeit wird auf volle Sekunden abgerundet und für jede Sekunde, die sich der Spieler unter den 15 Sekunden befindet, wird ein Punkt abgezogen. Auf diese Weise wird nach jedem Schuss mindestens ein Punkt abgezogen. Überschreitet der Spieler die 15 Sekunden-Marke, so werden 10 Punkte abgezogen. Verliert der Spieler den Ball, werden entsprechend der Zeit Punkte abgezogen.

Um Fehlschüsse zu "bestrafen" können hier zusätzlich 5 Punkte abgezogen werden.

Gespielt wird, bis der Spieler keine Punkte mehr besitzt.
Anzahl der Versuche, Tore und Fehlschüsse werden notiert und zum Schluss zusammengerechnet.
Das Ziel ist es, so viele Versuche und Tore wie möglich zu erhalten.

Simon-Says-Timing-Challenge

Hier werden die Rollen von Zeitnehmer und Spieler durchgehend gewechselt.
Der Spieler (Simon) schießt wann er es will und gibt damit eine Zeit vor. Spieler und Zeitnehmer tauschen die Rollen, der nun neue Spieler muss die vorher vorgegebene Zeit erreichen. Die zeitliche Differenz (positiv und negativ) wird Simon als Punkte zugerechnet. Hier kann es also durchaus auch zu Runden kommen, in denen keine Punkte vergeben werden.
Die Verschärfungen (Überschreiten der 15s etc.) können auch hier angewendet werden um Punkte abzuziehen.
Wer zuerst X Punkte (alternative: X Punkte Vorsprung) hat, gewinnt. Bei ausgeglichenen Matches sollte dem zweiten Spieler die Möglichkeit gegeben werden, nachzuziehen.

Die Max-Timing-Challenge ist eine von vielen Trainings-Challenges, die ich regelmäßig mit unseren Neulingen durchführe. Ziel ist es, dass die Spieler lernen die Zeiten besser einzuschätzen. Grade zu Beginn ist das häufiger ein Problem.
Die Ergebnisse der Max-Timing-Challenge können dabei auch über einen längeren Zeitraum notiert und verglichen werden. Viele Spieler tendieren dazu ihren Fortschritt zu übersehen und erhalten somit einen messbaren Wert.

Der Simon Says Modus dient eher dazu das Timing von Gegnern besser zu verstehen. Dieser befindet sich aber noch in der Entwicklungsphase, Feedback ist also jeder Zeit gerne Willkommen.


Autor: Patrick Bogdan

Sonntag, 18. März 2018

Turniertagebuch

Wenn ich ein Turnier spiele, möchte ich mein Spiel mit anderen messen. Nur so erkenne ich was funktioniert und was noch verbessert werden muss. Ein Turniertagebuch hilft mir dabei, möglichst viel Informationen aus einem Turnier zu ziehen.


Wie man sein Turniertagebuch führt, ist jedem selbst überlassen. Am besten ausprobieren, dann merkt man schnell, was einem gefällt und was nicht. Ich selbst habe einen DIN A5 Ordner, in den ich die Einträge einhefte. Mit dem Ordner ist es einfacher, die Einträge zu strukturieren. Außerdem sind noch andere Notizen und Zusammenfassungen abgeheftet. Die Größe finde ich ideal, um das Turniertagebuch überall hin mitzunehmen. Vor allem natürlich Turniere.

Genauso muss man ausprobieren, was man alles in sein Turniertagebuch schreiben möchte. Ich habe am Anfang versucht, möglichst viele Aspekte zu berücksichtigen. Beim nächsten Turnier ist mir dann aber direkt etwas weiteres aufgefallen, worauf ich noch achten könnte. Deswegen gebe ich euch eine Liste mit Aspekten, um zum einen einen guten Einstieg zu haben, zum anderen neue Ideen zu finden, falls ihr schon ein Turniertagebuch führt.

Stürmer

  • 3er Reihe: Welche Strategien/Taktiken liefen gut? Welche Defensiven waren einfach zu durchschauen? Welche Defensiven haben Probleme gemacht? Lösungen? Technikprobleme mit Schüssen?
  • 5er Reihe: Gutes Setup gespielt? Timingwechsel? Wie wurde man auf der 5er Reihe geblockt? Wann war durchlegen einfach? Welche Fakes haben funktioniert? Technikprobleme beim Passen, Setup, Fangen? Was konnte beim Verteidigen ausgenutzt werden? 
  • Wilde Bälle: Habe ich oft wilde Bälle gefangen? Konnte ich den Gegner dabei stören? Wie schnell war die Reaktion? Gab es einen Verlauf über das Turnier hinweg? Hand-Auge-Koordination?
  • Stellungsspiel: Richtige Deckung gegen das Rausspielsystem verwendet? Warum sind Tore gefallen? Wo war die Lücke? Absprache mit dem Verteidiger gut? Raumdeckung oder Reaktion? Welche Systeme haben Probleme gemacht? Welche waren leicht zu verteidigen?

Verteidiger

  • Rausspiel: Wie effektiv war das Rausspiel (Tore? Pässe? An 5 und 3 vorbei?) => Guter Spielaufbau? Technikprobleme bei Schüssen/Pässen? Welche Optionen waren besonders stark? Welche wurden oft gedeckt? Schnell ins Setup gekommen?
  • Verteidigen: Wie gut war die Quote? Wie sicher hat man sich gefühlt? Welche Systeme waren leicht zu verteidigen? Welche haben Probleme gemacht? Ist der Ball nach dem Blocken im Torbereich geblieben? Konnte ein Abpraller auf die 3er Reihe verhindert werden? Multitable: Eigenheiten des Tischs berücksichtigt (z.B. 3 Torwartpuppen an Tornado, Torwart im Tor an Leo, Torwart außerhalb an P4P, Dead Man an Bonzini..)
  • Wilde Bälle: Bälle im Torbereich gehalten? Verhindert, dass Bälle auf die 3er Reihe gehen?
  • Stellungsspiel: Richtige Deckung gegen das Rausspielsystem verwendet? Warum sind Tore gefallen? Wo war die Lücke? Absprache mit dem Stürmer gut? Raumdeckung oder Reaktion (Goalie War)? Welche Systeme haben Probleme gemacht? Welche waren leicht zu verteidigen?

Einzel

  • Punkte von Stürmer und Verteidiger
  • Geschwindigkeit: Schnell zwischen Stangen gewechselt? Spieltempo kontrolliert?
  • Stellungsspiel alleine: Andere Stangen gut gestellt? 2 oder 3 Stangen in der Hand? Schweißer?

Mental

  • Nervosität: In welchen Situationen nervös? Wie damit umgegangen? Mögliche Methoden? 
  • Mindset: Richtige Einstellung zum Spiel? Motiviert? Fokussiert? Umgang mit Fehlern/Niederlagen? Knappe Spiele gewonnen? Regeldiskussionen? Unfaire Gegner? Selbst unfair gewesen?

Sonstiges

  • Fitness: Ernährung? Müdigkeit? Erschöpfung?
  • Besondere Situationen: Schwierigen Schuss getroffen, Ball gefangen? Knappes Spiel gewonnen? Gegen starken Gegner gewonnen? 
  • Spieler: Gewohnheiten bei Gegnern entdeckt?

Die Notizen für das Turniertagebuch mache ich während oder nach einem Turnier. So festigen sich die Eindrücke und ich kann Schwerpunkte für mein Training setzen. Mit der Zeit wiederholen sich Eindrücke, aus denen dann Methoden oder Strategien/Taktiken gezogen werden können. So hat man für viele Situationen eine Lösung, die man auch weiter verbessern kann. Durch das konkrete Aufschreiben sind sie fester und leichter abrufbar. Vor einem Turnier lohnt es sich auch, die eigenen Notizen noch einmal durchzulesen. Vor allem die Notizen zu Spielern können sehr hilfreich sein. Genauso bringt es mir sehr viel für das Selbstvertrauen, wenn ich mir noch einmal schwierige Situationen ins Gedächtnis rufe, die ich gemeistert habe.

Viel Spaß beim Führen eures eigenen Turniertagebuchs!


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 11. März 2018

Schusstaktik: Deadman

Mit der 2er Reihe an der Bande ist eine Ecke sicher gedeckt. Der Verteidiger legt sich aber auch deutlich fest, was leicht ausnutzbar ist.

Ist die 2er Reihe an der Bande, nennt man die Puppe vor dem Tor "Deadman". In der Regel ist so die entsprechende Ecke gedeckt. Für den Torwart ist es sehr gefährlich, auf Deadman zu stehen, da er sich stark festlegen muss. Mit der Bande als Orientierung ist es einfach zu erkennen, ob die 2er Reihe wirklich im Eck steht. Das passiert entweder bei unpräziser Platzierung der Puppe oder wenn sie aus der Ecke zieht. Die Schusstaktik Deadman liefert verschiedene Möglichkeiten, die Festlegung des Verteidigers und die Bande als Orientierungspunkt auszunutzen.

Schießen auf Wegziehen

Hat sich der Gegner auf Deadman festgelegt, muss er auch irgendwann aus dieser Situation heraus. Genau in diesem Moment schießt man auf die Ecke, was auch leicht zu erkennen ist, dank der Bande als Orientierung. Sieht man den Verteidiger auf Deadman fahren, hat man genug Zeit, sich auf den Schuss vorzubereiten. Das macht Technik und Reaktion besser.


Der Verteidiger hat nur zwei Möglichkeiten, einen Treffer zu verhindern. Als erstes kann er mit der 2er Reihe von der Bande weg und direkt wieder hin fahren. Die Ausfallbewegung darf aber nicht zu groß sein, sonst ist das Zeitfenster zum Schießen sehr groß. Außerdem bringt es den Verteidiger wieder in die Ausgangssituation, wenn kein Schuss kommt. Ansonsten kann er noch mit dem Torwart auf die Ecke ziehen, aus welcher der Deadman zieht. In diesem Fall antizipiert man das Muster oder nutzt diese Bildfolge als Ankündigung für einen anderen Schuss.

Vorne dran vorbei

Die dritte Möglichkeit des Verteidigers, einen Schuss auf wegziehen zu verhindern, ist schlicht stehen zu bleiben. In diesem Fall kann man aber einfach vor den Deadman schießen. Diese Option ist auch dann stark, wenn der Torwart beim Wegziehen auf die Ecke kreuzt. So oder so ist die kurze Ecke immer frei. Einziger Haken an dieser Option ist, dass der Verteidiger selten strikt an der Bande stehen bleibt. Es ist sehr unangenehm, sich voll auf die Ecke festzulegen. Deshalb machen viele Verteidiger kleine Bewegungen, um nicht dauerhaft auf der Ecke zu kleben. Diese können dann auch zufällig einen kurzen Schuss vor die 2er Reihe blocken (Raumdeckung).



Schießen auf Torwart

Schafft es der Verteidiger, trotz Deadman diese Ecke und den Kurzen zu decken, gibt es noch andere Möglichkeiten, seine Festlegung auszunutzen. Solange die 2er Reihe auf Deadman steht oder sich in kurzen Bewegungen darum bewegt, muss der Torwart die andere Hälfte des Tors abdecken (Mitte, Kurz und Eck). Den Torwart kann man dann einfach abtimen, ohne die 2er Reihe zu berücksichtigen, da diese bereits auf die andere Ecke festgelegt ist. Ausnahme sind hier Kreuzen und Außenmann, was man mit eigenen Schusstaktiken ausnutzen kann. Das Wechseln der Schusstaktik ist sehr einfach, weil der Deadman wieder eine Defensivbewegung ankündigt. Auch wenn die 2er Reihe aus Deadman heraus zieht, kann ein Schuss auf den Torwart gedeckt werden, dann greift aber wieder die Schusstaktik Deadman: Schießen auf Wegziehen.

Schräg schießen

Deadman ist nicht nur eine Festlegung auf eine Position, sondern auch auf eine Stellungsrichtung. Diese kann mit einem schrägen Schuss ausgenutzt werden. Der Torwart müsste auf die Position der 2er Reihe fahren, um den Schuss abzudecken, was allerdings dem längsten möglichen Weg entspricht und sich beide Puppen dann gegenseitig decken. Aus strategischer Sicht passiert das nur beim Kreuzen und ein Reagieren ist nahezu ausgeschlossen. Der Schräge kann entweder als Stupser, schräger Kurbler oder Cutback geschossen werden. Bei Langsystemen gibt es noch die Möglichkeit einen Spray zu schießen (vor allem bei Zieher).

Tischeigenheiten

Alle bisher genannten Taktiken gehen davon aus, dass bei Deadman die Ecke gedeckt ist. Das ist allerdings nicht auf jedem Tisch so. Auf Bonzini ist die Ecke noch weit offen. Es ist auf Turnieren sogar ein absolutes Muss, diese Lücke treffen zu können. Auf Tornado ist es schon schwieriger, aber auch hier ist die Ecke frei. Eine gute Trainingsmöglichkeit für präzise Schüsse. Auf P4P ist die Ecke bei Deadman zwar grundsätzlich offen , aber nur sehr schwierig zu treffen. Jeder Treffer ist hier Bonus und hat mehr mit Technik, als mit Spielverständnis zu tun. Ein besonders lustiges Beispiel ist noch der Hansberg (Saarlandkicker). Hier steht der Deadman in der Mitte des Tors.

Auf Tischen mit Torwart im Tor (z.B. leo_pro tournament), lassen sich die oben genannten Taktiken auch auf den Deadman Torwart anwenden. In diesem Fall ändert sich die Taktik "Schießen auf Torwart" zu "Schießen auf 2er Reihe".


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 4. März 2018

Schusstaktik: Um 2, vor 1

Mit dem richtigen Blick auf die Deckung erleichtert man es sich als Stürmer erheblich, Tore zu schießen. "Um 2, vor 1" ist eine gute Faustregel, worauf man den Fokus richten sollte.

Wir alle sind Menschen, deshalb werden im Tischfußball immer wieder Fehler passieren. Der Unterschied zwischen Topspielern und Anfängern ist, dass Topspieler seltener Fehler machen und diese auch besser erkennen. Trotzdem werden auch sie Fehler in ihrem Spiel haben, die man ausnutzen kann. Bei der Schusstaktik "Um 2, vor 1" verwendet man die typische Positionierung der 2er Reihe und des Torwarts (1).

Mit der 2er Reihe ist es generell schwieriger, die Ecke richtig abzudecken. Der Abstand zum Pfosten ist größer, da passiert es schnell, dass die Ecke nicht ganz abgedeckt wurde. Vor allem wenn der Stürmer sehr kleine Lücken noch treffen kann. Daraus ergibt sich der erste Teil der Schusstaktik. Man sollte um die 2er Reihe herum schießen. Also auf die Ecke der Torhälfte zielen, in der die 2er Reihe steht.


Anders ist es mit dem Torwart. Der Pfosten ist als Orientierung sehr nah, bei Tischen mit hohem Tor stellt man sogar den Torwart auf Anschlag, um die Ecke zu decken. Dadurch stehen Spieler öfter in der Ecke, was man mit einem Schuss auf die 1/4 Position ausnutzen kann. Der Torwart wird sich voraussichtlich nicht auf kurz bewegen, weil er davon ausgeht, bereits richtig zu stehen, wenn die Stürmerpuppe sich in diese Richtung bewegt.


Bei dieser Schusstaktik reicht es aus, nur auf eine Stange zu achten, da die Puppen selten in einem Abstand von 1/4 Torbreite stehen. Sollte doch der ungewöhnliche Fall eintreten, ist das Tor so extrem weit offen, dass man gar keine Probleme mehr hat.
Eine Sonderregel für diese Schusstaktik ist, wenn die 2er Reihe auf Anschlag steht. Man spricht von "Deadman". In diesem Fall hat der Verteidiger es zwar leicht, die Puppe auf Ecke zu stellen, es ist aber auch sehr leicht erkennbar, wenn er aus der Ecke herausfährt. An manchen Tischen wie Tornado und vor allem Bonzini, ist so nicht einmal die Ecke wirklich abgedeckt.
"Um 2, vor 1" bietet einem einen guten Ausgangspunkt für komplexere Überlegungen. Beim Kreuzen zieht eine Puppe von einer Position weg, während eine Puppe der anderen Stange auf diese Stelle zieht. Dabei stehen die Reihen für kurze Zeit hintereinander, sie kreuzen ihre Wege. Aufgrund von "Um 2, vor 1" kann man zunächst davon ausgehen, dass eine 2er Puppe nicht ganz auf Eck kreuzt, wenn der Torwart aus einer Ecke zieht. Dadurch ist ein Eckschuss auf den wegziehenden Torwart sehr sicher. Entsprechend ist ein kurzer Schuss in die Richtung der wegziehenden 2er Puppe sehr sicher, weil der Torwart auf Eck zieht.
Der größte Nachteil dieser Schusstaktik ist, dass die Mitte (Position 3) überhaupt nicht betrachtet wird. Dafür muss man eine andere Taktik verwenden.

Die Schusstaktik "Um 2, vor 1" ist eine gute Grundlage bei der Schussauswahl, da sie einem konkrete Anhaltspunkte zum Abtimen liefern kann. Ist eine Richtung weniger gedeckt? Sollte man eher kurz oder lang schießen? Sollte man auf den Torwart oder die 2er Reihe achten?
Schafft der Verteidiger es nicht, sich korrekt mit 2er Reihe und Torwart anzupassen, hat man sogar einen Plan, mit dem man leicht 100% schießen kann. Wie das aussieht, kann man im WBR Finale Felix Droese vs Gilles Perrin auf dem Maritim Open 2018 sehen.


Felix schießt annähernd 100%. Dabei sind seine Schüsse auf Eck um die 2er Reihe herum, während die kurzen Schüsse vor dem Torwart einschlagen.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 4. Februar 2018

Schusstaktik: Außenpuppe

Beim Verteidigen wiederholen sich bestimmte Bewegungen. Wenn man als Stürmer auf diese Bewegungen vorbereitet ist, kann man seine Schüsse sehr gut absichern. Eine der Bewegungen, die man ausnutzen kann, ist die Außenpuppe, die vor das Tor zieht.

Egal wie der Verteidiger steht, eine Puppe der 2er Reihe steht immer neben dem Tor. Hier in diesem Bild ist die linke Puppe (aus Stürmersicht) neben dem Tor. Ein beliebter Trick ist es, diese Puppe von außen vor das Tor zu fahren und so den Stürmer zu überraschen. Es ist auch eine gute Möglichkeit zum Kreuzen.


Kommt die Außenpuppe von links, versucht der Verteidiger sie meistens auf Position 5 zu stellen. Analog auf Position 1, wenn die Außenpuppe von rechts kommt. Viele treffen den Eckpunkt aber nicht. Dann kann man einfach auf die Ecke schießen, wenn man sieht, dass die Außenpuppe in Richtung Tor zieht. Schafft der Verteidiger es, die Puppe von Außen präzise auf die Ecke zu stellen, kann man auch auf die kurzen Positionen (2 und 4) schießen. Der Torwart wird nicht auf dieser Position stehen, da er dann direkt neben der 2er Puppe stehen müsste und so ein großer Bereich des Tors offen ist.

Diese Taktik kann man anwenden, wenn der Verteidiger öfter mit der Außenpuppe vor das Tor zieht. Für mich hat sich 2 Mal in 5 Sekunden als ordentlicher Richtwert herausgestellt. So hat man noch genug Situationen, um das Verhalten des Gegners zu beobachten. Entweder er fährt auf die Ecke und man schießt kurz (2 bzw. 4) oder er fährt darüber hinaus und man schießt auf die Ecke (1 bzw. 5). Der Vorteil dieser Taktik ist, dass man den Torwart nicht beachten muss. Man wartet einfach nur darauf, dass der Außenmann vor das Tor fährt und löst dann den Schuss aus. Um nicht durchschaut zu werden, kann man die Ecke (1 und 5) und das Timing (Beim 1., 2., 3., .. Mal) variieren.

Zieht der Gegner manchmal auf Eck (1 bzw 5) und manchmal auf Kurz (2 oder 4), muss man überprüfen, ob sich ein Muster dahinter verbirgt. Ist kein Muster zu erkennen ist der Verteidiger entweder sehr clever oder hat keine Ahnung, wo er die Außenpuppe positioniert. Man kann zwar noch darauf reagieren, auf welche Position der Verteidiger die Außenpuppe stellt, es ist aber längst nicht mehr so sicher.

Dasselbe gilt, wenn der Verteidiger auf Position 3 oder darüber hinaus bewegt. Dann muss man auch die Bewegung des Torwarts beobachten. Meistens fährt er in die selbe Richtung wie die Außenpuppe oder kreuzt diese.


Die kurzen Positionen werden eher nicht berücksichtigt, es ist aber auch sehr wahrscheinlich, dass eine Puppe nicht sauber fährt oder einen Schuss auf 2 bzw 4 auf dem Weg zu den Ecken deckt. Diese beiden Positionen sind also nicht wirklich sicher. In diesem Fall wartet man darauf, dass sich die 2er Reihe bewegt und wechselt dann den Blick auf den Torwart, ob er mitfährt oder kreuzt. Je nachdem kann man dann auf die entsprechend andere Ecke schießen.

Beispiel: 2er fährt von außen links, Blick geht auf den Torwart der kreuzt und man löst einen Schuss nach rechts aus. Der Schuss ist so lange sicher, wie der Verteidiger sich nicht schnell und hart auf die Eckposition stellt. Sollte er das tun kann man aber wieder sicher auf die Positionen 2 und 4 schießen, weil der Ball nicht zufällig beim Fahren geblockt wird. Hier ist es wieder wichtig oft genug zu beobachten wie der Gegner sich verhält, wenn er mit der Außenpuppe vor das Tor fährt.

Diese Schusstaktik ist am leichtesten mit Jet Mitte umzusetzen. Andere Systeme funktionieren ebenfalls, solange man die Positionen trifft. Zwar wird man sie nicht gegen jeden Verteidiger anwenden können, wenn sie aber greift, ist es sehr sicher zu treffen.


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 14. Januar 2018

Schussstrategie: Schießen auf Shuffledeckung

Die Shuffledeckung besteht aus schnellen Bewegungen der Defensivstangen. Dadurch legt sich der Verteidiger nie auf eine Position fest, fährt evtl unpräzise, neigt zu Rhythmus und fährt eher auf Reaktion mit. Die erhöhten Reaktionen verlangen von dem Schützen einen sauberen und schnellen Schuss. Und wegen den flüssigen Bewegungen ändern sich die offenen Lücken so schnell, dass gängige Strategien wie Schießen auf Lücke oder auf Wegziehen nicht funktionieren. Bei der Shuffledeckung ist die Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Puppen auf den Ecken am geringsten. Deshalb muss der Schütze präzise in die Ecken treffen können. Wie bei jeder anderen Deckung gilt es, die Schwächen zu analysieren und sich einen Plan zu erstellen.
Rhythmus durchschauen und ausnutzen
Es ist sehr schwierig, eine Shuffledeckung wirklich unrhythmisch durchzuführen. In der Regel fährt der Verteidiger einen Rhythmus der sehr komplex ist. Um diesen ausnutzen zu können, muss man ihn erst verstehen. Dafür lässt man sich möglichst lange Zeit und schaut einfach auf die Verteidigung. Allein durch die unterbewusste Aufnahme des Gesamtbilds kommt man in den Rhythmus des Verteidigers. Mit einigen Tricks kann man sich das noch erleichtern.

Indem man den Rhythmus des Verteidigers beim Wippen auf dem Ball mitgeht, bekommt schneller ein Gefühl, wie sich der Gegner bewegt. Damit man aber beim Schuss nicht mit dem Rhythmus geht und auf die Deckung schießt, muss man auf die entgegengesetzte Bewegung schießen. Dafür hält man kurz vor dem Schuss an oder zuckt in eine Richtung. Alternativ kann man schon beim Einstimmen in den Rhythmus in die entgegengesetzte Richtung wippen. Das macht es schwieriger in den Rhythmus zu finden, dafür kann man den Schuss direkt auslösen.

Die einzelnen Bewegungen der Shuffledeckung wechseln sich so schnell ab, dass man sie nicht in der gleichen Geschwindigkeit bewusst verarbeiten kann. Deshalb ist es besser, die Deckung als Ganzes zu betrachten. Dafür verschiebt man den Blick auf einen Punkt, bei dem man die Deckung nur aus dem Augenwinkel sieht (peripherer Blick). Das können der Ball, die Puppe, der Torrahmen, die Punktezähler oder Spielfeldmarkierungen sein.

Eine andere Methode die Deckung als Ganzes aufzunehmen ist die Linien- oder Kastenmethode. Dafür verbindet man die Puppen gedanklich mit einer Linie. Diese Linie spannt einen Kasten auf, der angibt, in welchem Bereich das Tor abgedeckt ist.


Um diesen Kasten kann man innerhalb des Torbereichs herumschießen. Wenn die Puppen kreuzen, wird der Kasten zunächst schmaler, bis er sich wieder öffnet. Meistens sind die Bewegungen der Defensive so schnell, dass in diesem Zeitfenster mithilfe der Kastenmethode nicht getroffen werden kann. Deshalb sollte man diese Bewegung gedanklich ausblenden, um nicht aus dem Konzept zu kommen. Wird der Kasten größer als eine halbe Torbreite oder fährt an eine Ecke, kann man in die Mitte des Kastens schießen und trifft zwischen die Puppen.
Fokus auf die Lücke
Man konzentriert sich auf eine Lücke und schießt im richtigen Moment. Im Prinzip nutzt diese Strategie auch den Rhythmus des Verteidigers aus, ist aber nicht so stark davon abhängig. Deshalb nutzt man diese Möglichkeit, wenn man Probleme hat, den Rhythmus zu erkennen. Je nach Geschwindigkeit der Defensivbewegungen schießt man entweder auf die offene Lücke oder auf die Puppe. Die Puppe fährt bei schnellen Bewegungen wieder weg, bevor der Schuss ankommt.
Seltene Lücke
Es ist für den Verteidiger nicht immer einfach, alle Positionen gleich häufig abzufahren. Dadurch sind manche Lücken seltener gedeckt. Diese Methode funktioniert nicht immer, wenn der Verteidiger eine Lücke aber zu sehr vernachlässigt, hat man so eine einfache Option. Die seltene Lücke lässt sich vor allem mit Methoden erkennen, bei denen die gesamte Deckung betrachtet wird (z.B. peripherer Blick oder Kastenmethode).
Rhythmus stören
Eine unrhythmische oder komplexe Shuffledeckung ist schwierig umzusetzen. Passt der Verteidiger nicht auf, werden die Bewegungen zu rhythmisch oder Bildern wiederholen sich zu häufig. Um das zu provozieren, setzt man den Verteidiger mit Fakes unter Druck. Durch anzucken löst man eine Reaktion des Verteidigers aus, der durch die Shuffledeckung sowieso schon schneller reagieren wird, als sonst. Einen noch stärkeren Reiz stellen Steps dar. Aus Steps ist es schwieriger sich für den Schuss an die Deckung anzupassen. Wenn die Reaktionen des Verteidigers aber sehr stark ausfallen, kann man Wechsler oder Mitnehmer schießen. Mit Steps kann man auch Druck über die Ausgangsposition machen. Der Wechsel zwischen den Ausgangspositionen von Mitte-, Lang- oder 3/4-Systemen ändert die Effektivität der Optionen. Beim Jet ist z.B. immer der gerade Schuss technisch am leichtesten. Durch Veränderung der Ausgangsposition ändert sich auch die Lücke, auf die man den geraden Jet schießt. Der Verteidiger muss entsprechend manche Lücken länger verteidigen als andere.
Diese Strategie ist sehr effektiv, wenn der Verteidiger versucht sich anzupassen. Manche werden sich aber einfach nur auf ihre Deckung konzentrieren. Das erkennt man an den Reaktionen auf Steps oder Anzucken. In diesem Fall sollte man eine andere Strategie verfolgen.
Fazit
Hat man den Rhythmus des Verteidigers einmal herausgefunden, ist es kein Problem mehr Tore zu schießen. Die verschiedenen Strategien helfen dabei, ihn zu erkennen und auszunutzen. Wenn euch noch mehr einfallen, schreibt doch in die Kommentare :)


Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 5. März 2017

Abrufbarkeit ausnutzen

In einem früheren Artikel wurde das Prinzip der Abrufbarkeit vorgestellt: Link. Man kann es nutzen, um die Geschwindigkeit seiner eigenen Schüsse zu verbessern. Aber auch für Verteidiger ist es interessant, denn es gibt einem mehr Möglichkeiten, sich an das Timing des Schützen anzupassen.

Nach der Entscheidung läuft der Rest des Schusses ab, ohne dass der Schütze noch etwas ändern kann. Währenddessen kommen die Zeitverluste Ansatz und Hemmung zum Tragen. Sie beeinflussen die Geschwindigkeit und damit auch das Timing des Schusses.

Hemmung

Sieht der Schütze keine sichere Lücke, hat technische Schwierigkeiten oder ist nervös, werden seine Schüsse gehemmt. Beim Verteidigen nutzt man das aus, indem man Lücken erschwert oder ihn zwingt die Lücke zu schießen, die er nicht schießen möchte. Die Hemmung ist für verschiedene Optionen unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb kann man stark gehemmte Schüsse deutlich länger offen lassen, als schwach gehemmte Schüsse. Hat ein Jetschütze z.B. Hemmungen nach rechts zu schießen, kann man diesen länger offen lassen und deckt so automatisch den Linken mehr.
Daraus ergibt sich für jeden Schuss ein prägnantes Timing. Um es herauszufinden, lässt man Schüsse unterschiedlich lange offen. Wenn er dann schießt, kennt man sein Timing. Dabei ist es egal, ob ein Tor fällt oder nicht. Hat man das Timing herausgefunden, wird der Schütze enorme Schwierigkeiten haben zu treffen. Man lässt dann eine Option gerade so lange, wie der Schütze braucht, um sich für den Schuss zu entscheiden. Nach der Entscheidung, wird die Schussbewegung nur noch durchgeführt, ohne dass der Schütze noch korrigieren kann.

Ansatz

Der Übergang aus dem Setup in den Schuss muss möglichst sauber erfolgen. Jede Unsauberkeit oder Korrektur wird als Ansatz bezeichnet. Dadurch verrät der Schütze schon vor der Seitwärtsbewegung, dass er einen Schuss machen möchte. Wohin er schießt, kann man dadurch kontrollieren, was man offen lässt. Man kann so auch leichter erkennen, worauf er achtet. Sprich auf welches Muster er wartet, ob er darauf wartet, dass eine Puppe wegzieht usw. Hat man den Ansatz erkannt, kann man den Schuss reagieren, weil von Entscheidung bis Abschuss viel mehr Zeit vergeht.

Zeitverluste

Hemmung und Ansatz treten eigentlich nie getrennt auf. Sie greifen ineinander und können gemeinsam ausgenutzt werden. Hat der Gegner eine Hemmung, kann sich dadurch auch ein Ansatz entwickeln. Der Schütze spürt nämlich, dass er eine Hemmung hat und versucht deswegen den Schuss technisch möglichst gut zu machen. Umgekehrt kann ein Ansatz eine Hemmung auslösen, weil der Schütze Angst hat reagiert zu werden. Diese Hemmung gibt einem als Verteidiger allerdings noch mehr Zeit, den Ansatz zu lesen und zu reagieren.



Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 26. Februar 2017

Abrufbarkeit

Die Abrufbarkeit beschreibt die Geschwindigkeit eines Schusses. Um sie verstehen zu können, muss man zuerst betrachten, woraus ein Schuss besteht und an welchen Stellen Zeit vergeht.

Schussablauf

Ein Schuss besteht in zeitlicher Abfolge aus Entscheidung, Beschleunigung, Seitwärtsbewegung und Schuss. Er beginnt mit der Entscheidung und wird aus dem Setup heraus gespielt.

  • Setup: Technische, strategische, taktische und mentale Vorbereitung des Schusses. Der Ball wird in Position gebracht, man sucht nach Lücken und kann antäuschen.
  • Entscheidung: Der Zeitpunkt, in dem man einen Schuss wählt und die technische Ausführung startet. Ab diesem Punkt wird die Bewegung nur noch durchgeführt und kann nicht gestoppt werden. Die Entscheidung kann aufgrund einer Reaktion, eines Antizipierens der Bewegungen des Gegners oder zufällig erfolgen.
  • Beschleunigung: Versetzt den Ball in Bewegung. Sie ist der technische Übergang vom Setup in die Schussbewegung.
  • Seitwärtsbewegung: Die Bewegung auf der Strecke zwischen Startpunkt des Schusses aus dem Setup und Abschusspunkt. Sie verläuft in Richtung der Stange.
  • Schuss: Abschuss des Balls Richtung Tor.
Die Ausholbewegung passiert während der Seitwärtsbewegung. Bei Jet ist sie Teil der Schussbewegung.

Pässe haben die gleiche Abfolge. Sie unterscheiden sich zu einem Schuss nur durch das Fangen des Balls auf einer anderen Reihe. Das ist für die Abrufbarkeit aber nicht relevant, deshalb ist im Folgenden nur noch von Schüssen die Rede.

Zeitverluste

An jedem Bestandteil des Schussablaufs kann man Zeit verlieren. Die intuitiven Zeitverluste passieren bei Schuss und Seitwärtsbewegung. Allerdings verliert man gerade dort die wenigste Zeit. Die Schüsse sind bei korrekter Durchführung zu schnell, um reagiert werden zu können. Trotzdem können gute Verteidiger selbst Turnierspieler reagieren. Sie nutzen dafür noch weitere Zeitverluste des Schützen aus: Ansatz, Hemmung und Unentschlossenheit.

Ansatz 

Der Ansatz beschreibt technische Zeitverluste und findet bei der Beschleunigung statt. Man kann ihn auch als Setupkorrektur bezeichnen. Der Schütze verändert sein Setup dabei so, dass er leichter oder schneller schießen kann (oder zumindest denkt, dass es so ist).

  • Körper- und Handhaltung: Je nach Haltung kann es leichter sein zu drücken oder zu ziehen. Auch werden Schüsse je nach Hand oder Griffhaltung unterschiedlich schwer. Idealerweise hat man bereits im Setup eine Haltung, die keinen Schuss benachteiligt.
  • Ballstellung: Schüsse werden unterschiedlich schwer, je nachdem wie man den Ball klemmt. Hat man den Ball nur mit der Kante geklemmt, ist es leichter, weite Schüsse in eine Richtung zu schießen, weil man zur Beschleunigung über den kompletten Ball rollt. Kurze Schüsse in diese Richtung werden schwieriger. In die andere Richtung ist es genau umgekehrt. Beim Rocken wechselt man die Ballstellung ständig und muss bei geraden Schüssen erst anhalten, um nicht aus Versehen schräg zu schießen.
  • Muskelspannung: Man braucht im Tischfußball kaum Kraft, deshalb hört man auch überall den Tipp, locker zu schießen. Genauer gesagt muss man seine Kraft gezielt einsetzen. Bei Muskelspannung im Sinne eines Ansatzes, werden zu viele Muskeln zu früh angespannt, was Zeit kostet. Die angespannten Muskeln können auch die Bewegung blockieren und so verlangsamen.

Hemmung

Ist man sich nicht ganz sicher beim Schießen, weil man Technikprobleme hat oder keine Lücken sieht, hat man eine Hemmung. Sie verzögert die Entscheidung und passiert nur im Kopf. Dadurch hat sie auch Einfluss auf die Technik. Hemmungen können verschiedene Ursachen haben:

  • Strategisch/Taktisch: Bei dem Gefühl keine Lücken zu erkennen, vom Gegner gelesen zu werden oder fehlendem Vertrauen in das eigene System.
  • Technisch: Wenn die Technik nicht läuft, muss man mehr darauf achten, sie korrekt umzusetzen. Schüsse können nicht mehr automatisch abgerufen werden und sind deshalb langsamer.
  • Nervosität: Wichtige und knappe Spiele wirken sich stark auf die mentale Verfassung aus. Man möchte unbedingt Fehler vermeiden, was zu Hemmungen führt.

Abrufbarkeit

Idealerweise hat man beim Schuss keine Zeitverluste. Hat also keinen Ansatz und ist auch nicht gehemmt. In diesem Fall hat man die beste Abrufbarkeit, also den schnellsten Schuss. Die Abrufbarkeit sinkt aber, je mehr Zeitverluste man hat. Man kann sie aber ausgleichen, wenn man weiß, um welche Zeitverluste es sich handelt.
Wird man reagiert, muss man nicht versuchen schneller zu schießen, sondern seinen Ansatz reduzieren. Selbst wenn der Schuss dann technisch langsamer ist. Die meiste Zeit verliert man nämlich nicht, weil Seitwärtsbewegung und Schuss zu langsam sind, sondern weil man sich schon vorher verrät.
Hemmungen sind reine Kopfsache. Da helfen Time Outs, die richtige Einstellung zum Spiel oder Sicherheit aus stabiler Technik.


Autor: Lukas Übelacker