Sonntag, 22. März 2015

Wie verliert man richtig?

Niemand verliert gerne. Gewinnen macht einfach mehr Spaß.
Das führt aber schnell zu einer falschen Einstellung im Spiel.

Man darf keine Angst vor dem Verlieren haben, 
sondern sollte Spaß am Gewinnen haben.

Mit Gewinnen sind bereits gute Spielzüge gemeint. Hat man den Ball erfolgreich gepasst, rausgespielt oder weggeschossen? Solche kleinen Erfolge muss man bei sich anerkennen, selbst
wenn man das ganze Spiel verlieren sollte. Ein Sieg ist auch nur die Summe kleiner Erfolge.
So fällt es leichter eine Niederlage konstruktiv zu verarbeiten. Frust schadet dem Spiel nur und wieso sollte man überhaupt weiter machen, wenn man vom Spielen nur frustriert wird.

Es gibt natürlich Gründe, warum man verloren hat und diese muss man genau analysieren,
um sich zu verbessern:

Mangelnde Technik

Hat man den Ball oft verschossen? Hat man den Pass nicht gefangen? Hat man den Ball auf die 3er Reihe verloren? Mangelnde Technik kann überall auftreten. Im Training kann man dann aber seinen Fokus darauf legen. Sind es viele Baustellen gleichzeitig, muss man erst einmal Prioritäten setzen.
Fängt man seine Pässe nicht und verschießt oft, sollte man zuerst Passen üben, da man ohne Ball eh nicht schießen kann. Worauf man genau seinen Fokus setzt, ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Man kann sich aber mit anderen, vor allem Besseren, austauschen, um herauszufinden, was man am besten trainieren sollte.

Falsche Taktik / Strategie

Hat man auf die falschen Sachen geachtet? Hat man die falsche Auswahl an Pässen / Schüssen gespielt? Spielt man die richtige Taktik / Strategie? Der Fehler liegt meistens darin, dass man spielt, was man spielen möchte und nicht, was gerade am besten ist. Man muss immer darauf achten, was der Gegner tut und sich darauf einstellen. Es hilft nichts, wenn man einen sehr guten Schuss/Fake/Pass hat, der Gegner aber genau das blockt. Das gleiche gilt auch beim Blocken. Will der Gegner unbedingt die eine Option spielen, dann sollte man sich da hinstellen. Selbst wenn es nach dem 4. oder 5. Mal bescheuert wirkt.
Wenn man das Spiel als Ganzes betrachtet, hat man die Spielgeschwindigkeit dominiert? Technische Spieler neigen dazu, die Spielgeschwindigkeit anzuziehen. In diesem Fall muss man sich bei Ballbesitz  viel Zeit lassen. Das nimmt den Gegner aus seinem Spielfluss. Bei strategischen Spielern ist es umgekehrt. Sie sind meistens nicht sehr schnell in ihren Entscheidungen. Also etwas unkonventioneller spielen und vor allem schneller sein.


Schlechte Einstellung / Nervosität

Wenn es schlecht läuft, spielt man oft riskanter und versucht mehr Druck zu machen. Schneller spielen ist aber in Wirklichkeit ein Zeichen von Angst. Mit dem Ballbesitz kommt auch eine Verantwortung in sinnvoll zu verarbeiten (z.B. zu einem Tor). Diese Verantwortung kann man leicht abgeben, indem man den Ball schnell schießt. Wenn man sich dazu entschließt schneller zu spielen, dann nur aus taktischen Gründen. Läuft es aber schlecht, sollte man sich eher Zeit lassen und einen neuen Plan entwickeln.
Nervosität ist ein Zeichen für fehlende Konzentration. Man ist nicht mehr voll auf das Spiel fokussiert, sondern denkt auch über Rahmenbedingungen nach. Um das abzustellen, denkt man über vergangene und zukünftige Spielzüge nach (z.B. während einem Time-Out). Das lenkt den Fokus wieder auf das Spiel.

Bei einem verlorenen Spiel kann einem sehr viel auffallen, was man falsch gemacht hat. Wenn man Spaß am Gewinnen hat, dann sucht man auch nach Möglichkeiten, um diese Probleme zu beheben.
Hat man zum Beispiel den Ball gerade verschossen, sollte man sich nicht darüber ärgern. Stattdessen sollte man überlegen, wie man den Ball am besten blockt und wieder bekommt. Das gleiche gilt, wenn man den Ball auf die 3er Reihe verloren oder einen Pass nicht gefangen hat. Selbst wenn man ein Tor kriegt, sollte man besser darüber nachdenken, wie man den Ball am besten ins gegnerische Tor bekommt.
Diese Einstellung hat jeder, der gerade am Gewinnen ist. Das führt dazu, dass Rückschläge besser verarbeitet und konstruktiv angegangen werden können. Diese Einstellung muss man auch beim Verlieren erreichen, um zum Sieger zu werden.
Ein Problem hat aber nicht nur eine Lösung. Hat man eine gefunden, sollte man nach weiteren suchen. Dadurch erlangt das eigene Spiel mehr Tiefe.

Man hat aber nicht alles falsch gemacht, wenn man verloren hat. Wie oben beschrieben, muss man auch kleine Siege (an-)erkennen und sich darüber freuen. Auf diesen Stärken kann man sein Spiel aufbauen.

Was hat man richtig gemacht?

- Gegner Probleme bereitet
- Spielgeschwindigkeit dominiert
- Bestimmte Reihen stärker? (Defensive, 5er, 3er)
- Fakes, Schüsse, Pässe herausgefunden, die immer/oft funktionieren
- An Gegner angepasst
- Trainiertes gut umgesetzt

Verlieren gehört zum Spiel einfach dazu. Wer aber richtig verlieren kann, wird mehr daraus lernen und viel öfter gewinnen.

The master has failed more times than the beginner has even tried.- Stephen McCranie

Autor: Lukas Übelacker
Berater: Phillip Pauli

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