Sonntag, 13. September 2015

Schusssystem: Jet (aus der Defensive)

Es gibt viele verschiedene Systeme, um aus der Defensive heraus zu schießen. Mit der Zeit haben sich Systeme als besonders stark herauskristallisiert, vor allem weil sie von Topspielern erfolgreich eingesetzt werden.
Der Jet gehört nicht dazu. Das alleine heißt noch nicht viel. Vielleicht muss nur jemand herausfinden, wie man ihn richtig spielt, damit der Jet auch hinten einen Platz unter den Topsystemen bekommt.
Systeme wie Backpin oder das saarländische Handgelenksystem sind zwar nicht allzu populär, haben aber das Potenzial zum Topsystem.
Beim Jet wird das nicht passieren. Er ist einfach nicht dafür geeignet, um von Hinten rauszuspielen. Die Gründe stelle ich hier in diesem Artikel vor:

Stellungsspiel

Wenn man von hinten Tore schießen will, muss man an sämtlichen Reihen vorbei. Sind beide Spieler aufeinander eingestellt, lassen sich so ziemlich alle Schüsse eines Systems verteidigen. Im Einzel funktioniert das ähnlich gut, solange die Puppen nicht umgeschossen werden (was eher glücksabhängig ist).
Ein gutes System muss also genug Optionen haben, um nicht von einer Stellung komplett geblockt zu werden.

Mobilität

Generell kann man sagen, dass eine Stellung alle Torschüsse eines Systems von einem Punkt aus verteidigen kann. Wechselt man also die Position, kann man ausnutzen, dass der Gegner sich erst auf die neue Situation einstellen muss. Entweder weil Fehler gemacht werden oder die Stellung nicht schnell genug wechselt.
Beim Jet ist das sehr schwierig, weil er eine geringe Mobilität hat. Das macht Positionswechsel und lange Schüsse nicht unbedingt unmöglich, aber zu langsam oder inkonsistent. Verlorene Bälle landen auf der 3er Reihe und können fatal bestraft werden.

Schräge Bälle

Gerade Schüsse aufs Tor lassen sich extrem leicht mit 4 Stangen verteidigen. So weit sogar, dass keine Lücke mehr übrig bleibt, die man evtl. abtimen könnte.
Meistens kann man dieses Problem mit schrägen Schüssen umgehen. Banden aus dem Jet sind zwar möglich (und auch konstant möglich), aber Banden können mit der gleichen Stellung geblockt werden, wie für gerade Schüsse.
Man bräuchte aus dem Jet also schräge Schüsse mit verschiedenen Winkeln. Aus Pinsystemen kann man den Ball brushen oder aus dem Handgelenk schießen. Schiebersysteme haben generell gute Winkelkontrolle, weil aus dem Handgelenk geschossen wird. Deswegen sind diese Systeme auch von nur einem Punkt aus möglich. Man kann zwar einen Winkel von verschiedenen Abschusspunkten blocken (z.B. Schieberneulinge oder gerade Schüsse), aber verschiedene Winkel von verschiedenen Abschusspunkten müssen mit einem beweglichen Stellungsspiel verteidigt werden.
Im Jet gibt es diese Option nicht, weil man den Ball nicht brushen kann. Der Ball wird (auch für Banden) mit der Puppe exzentrisch geschlagen. Dadurch hat man nur sehr geringe Winkelkontrolle.

Pässe

Eine Stellung kann prinzipiell alle Torschüsse von einem Punkt aus verteidigen. Dann sind aber alle Passoptionen offen, weil diese nicht auf das Tor abzielen. So kann man den Gegner dazu zwingen Torschussoptionen wieder zu öffnen, um auch Pässe abdecken zu können.
Diese Option hat man im Jet nicht, weil es fast unmöglich ist Pässe zu spielen.
Das erste große Problem ist die Schussstärke. Der Jet ist mit Abstand der härteste Schuss und die Schussstärke lässt sich nur geringfügig steuern. Für den Partner ist es also sehr schwierig den Ball überhaupt zu fangen.
Dazu kommt, dass der Jet wenig Mobilität hat und wenig Winkelkontrolle hat. Man kommt also gar nicht erst auf Passwege, ohne sich zu verraten.


Der Jet wird also nie ein Topsystem beim Rausspielen sein. Seine geringe Mobilität, wenig Winkelkontrolle und fehlende Passoptionen werden ihn immer beschränken, egal wie gut jemand dieses System beherrscht.


Autor: Lukas Übelacker

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