Sonntag, 17. Januar 2016

Glaubenssätze und Selbstanweisungen

Jeder Mensch hat Glaubenssätze in sich eingeprägt nach denen er handelt und denen er unbewusst seine Leistung anpasst. Diese können positiv wie negativ sein. Manche Glaubenssätze hat man chronisch, andere entstehen spontan.
Einige Glaubenssätze wie "ich bin gut in ..." motivieren und andere hemmen. Hier ein paar Beispiele:
  • "Ich bin besonders gut in ..."
  • "Ich kann nicht ..."
  • "Ich habe eine Matchballschwäche."
  • "Ich kann den Schuss/Pass an die Position nicht."
  • "Ich kann gegen den Spieler nicht gewinnen."
  • "Ich verliere, weil ich Pech habe."
  • "Der Gegner hat nur Glück."
  • "Der Spieler ist viel zu gut, ich kann nicht gegen ihn gewinnen."
  • "Ich verliere das Spiel."
  • "Ich gewinne sowieso." 
  • "Den Ball schieße ich gegen den Pfosten." 
  • "Auf diesem Tisch kann ich nicht spielen, weil..."
  • "Mädchen sind schlecht in Mathe."
  • "Bei Vollmond schlaf ich schlecht."
  • ...
Dadurch, dass man an diesen Glaubenssatz glaubt, findet man auch viele Anzeichen, dass er wirklich wahr ist. Man baut sich eine selbsterfüllende Prophezeiung. Es hilft einem sehr viel weiter, wenn man hemmende Glaubenssätze bei sich erkennt.
Einen Glaubenssatz kann man nicht unterdrücken. Dadurch wird eine Kontrollinstanz hervorgerufen, die nachprüft ob man diesen Gedanken nicht mehr verfolgt und dadurch wird er wieder aktiv ins Denken übernommen. Besser funktioniert es, diesen negativen Glaubenssatz durch einen positiven anderen auszutauschen.
Wenn man zum Beispiel gegen einen starken Spieler steht und führt, dann muss man seine Konzentration halten. Wenn man sich gedanklich mit dem Sieg beschäftigt ("Ich gewinne sowieso."), dann besteht die Gefahr, dass die Konzentration verloren geht und man am Ende verliert.
Ähnlich verhält es sich, wenn man den Gegner als übermächtig einschätzt und glaubt nicht gewinnen zu können. Dann wird man auch nicht in der Lage sein ihn zu besiegen. Selbst wenn man dazu in der Lage wäre.
Zum Beispiel anstelle von "Ich habe eine Matchballschwäche, hoffentlich fällt der Ball so ins gegnerische Tor" den Satz "Ich bin beim Matchball besonders fokussiert". Das verdrängt den negativen Glaubenssatz und man kann wahrnehmen, was man bei solchen Bällen gut und richtig macht.
Falls man in einem guten Spiel denkt: "Der letzte Ball wird nochmal schwer.". Dann funktioniert zum Beispiel "Den letzten Ball spiele ich wie jeden anderen Ball.".
Oder wenn der Linke Pin nicht klappt und man daraus einen Glaubenssatz ("Der Linke Pin klappt nicht.") macht, kann man diesen ersetzen durch etwa "Ich schieße den linken Pin wie im Training." um im Unterbewusstsein wieder die Erinnerung von der Trainingssituation mitsamt der korrekten Bewegung hervorzurufen und den Schuss wieder auf Spur zu bringen. Es hilft zudem, sich kurz das Bild von dem Training zu Hause vor Augen zu führen.
Bei der Formulierung von Anti-Glaubenssätzen oder Selbstanweisungen sind folgende Richtlinien zu beachten:
  • Er muss konkret sein.
  • Er muss positiv formliert sein.
  • Er muss durch eigene Kompetenzen erreichbar sein.
Häufige Fehler:
  •  "Nicht gegen den Pfosten schießen" funktioniert schlecht. Es ruft im Unterbewusstsein ein Bild von einem gegen den Pfostn geschossenen Ball hervor. Das Bild will man nicht feststzen.
  • Etwa "Keine Fehler machen." ist ebenfalls negativ und zudem viel zu unspezifisch.
  • "Besser spielen." ist ebenfalls zu unspezifisch.
Mit genügend Selbstreflektion kann man hemmende Glaubenssätze aufspüren und im weiteren über Disziplin auflösen. Hemmungen bei wichtigen Bällen und Technikverlust sollten einen Großteil der Glaubenssätze ausmachen. Die Details und wie man diese am besten auflösen kann muss jeder für sich entdecken und ausprobieren.
Diese Technik funktioniert nur, wenn man dran glaubt sich ändern zu können. Wenn man hingegen fest davon überzeugt ist, dass ein Glaubenssatz von einem übernatürlichen Wesen oder einer höheren Macht gegeben (für Theisten "gottgegeben") ist, dann kann man ihn nicht ändern.
Die Selbstanweisungen funktionieren auch in anderen Bereichen. Wenn man sich vornimmt, sein Offensiv- oder Defensivverhalten an den Gegner anzupassen und dann die nächsten Schritte plant empfehlen sich die selben Richtlinien für die Selbstanweisung. Beispielsweise wenn man nicht mehr auf die Täuscher des Gegners reagieren möchte, nimmt man sich anstelle von "nicht reagieren" besser vor "Ich fahre einfach weiter mein Muster"...

Wer mehr zum Thema erkennen und anpassen der eigenen Denkmuster lesen möchte, der findet mehr bei Schweppe & Schwarz - NLP Praxis


Autor: Fabian Wachmann

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