Sonntag, 13. März 2016

Passspiel 3 - Strategie

In Teil 1 und Teil 2 wurden Pass- und Setupeigenschaften vorgestellt, um einzelne Pässe beschreiben zu können. Betrachtet man mehrere Pässe, lassen sich verschiedene Strategien formulieren.

Konditionierung

Wenn man einen Pass erfolgreich gespielt hat, macht es Sinn ihn zu wiederholen. Da der Gegner das auch weiß, sollte man versuchen herauszufinden, wegen welcher Pass- bzw. Setupeigenschaft der Pass erfolgreich war. Für den defensiven Spieler ist es sehr schwierig alle Eigenschaften im Auge zu behalten, deswegen behält man einen Teil bei und ändert andere Eigenschaften.

Beispiel 1: 

  1. Pass: Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls.
  2. Pass: Kantenpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  3. Pass: Langes Setup; Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls.
  4. Pass: Kurzes Setup; Stickpass ins Feld
  5. Pass: Brushpass ins Feld nach einer Bandenberührung in Rollrichtung des Balls.

In Beispiel 1 ist eine typische Konditionierung auf Feldpass gezeigt. Die Passeigenschaft "Anspielposition: Feld" bleibt bei jedem Pass gleich, andere Pass- und Setupeigenschaften werden geändert. Dadurch ändert sich automatisch auch das Timing. Der Gegner weiß zwar, wohin der Pass kommt, aber nicht wann. Irgendwann wird er auch denken, dass man doch auch mal an die Bande spielen muss. Dann wird er auch öfter an der Bande stehen wollen, um den Wechsel abzupassen. Dann ist aber auch öfter der Feldpass frei und man kann immer weiter ins Feld passen.


Abwechslung

Nach einem erfolgreichen Pass geht man davon aus, dass der Gegner weiß, dass es sich lohnt den Pass zu wiederholen. Wechselt man dann Pass- und Setupeigenschaften bleibt man unvorhersehbar. Am besten funktioniert das, wenn man die Pass- und Setupeigenschaften beibehält, auf die der Gegner achtet, und gezielt einzelne Eigenschaften ändert.

Beispiel 2:

  1. Pass: Brushpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  2. Pass: Brushpass an die Bande in Rollrichtung des Balls mit gleicher Abspielposition wie in Pass 1
  3. Pass: Kantenpass ins Feld gegen die Rollrichtung des Balls
  4. Pass: Schneller Stickpass an die Bande
  5. Pass: Brushpass ins weite Feld auf Mittelpuppe

In Beispiel 2 sind 5 sehr unterschiedliche Pässe aneinandergereiht. Pass 1 und 2 ähneln sich noch etwas, weil sie den gleichen Abspielpunkt haben, was eine gewisse Erwartung für den Feldpass generiert. Bei Pass 3 und 4 werden die abwechselnden Anspielpositionen beibehalten, aber die Passtechnik gewechselt und Pass 5 hat eine eher ungewöhnliche Anspielposition. Der Gegner kann nicht wirklich wissen, wohin der nächste Pass kommt. Er muss den Pass erraten und ist mehr oder minder zum Reagieren gezwungen. Vielleicht kann er durch Locken noch verteidigen, aber er weiß nicht wirklich, worauf er locken kann.


Anwendung

Konditionierung und Abwechslung sind die grundlegendsten Strategien beim Passspiel. Weitere Strategien lassen sich durch eine Verbindung beider Extrema umsetzen. Zum Beispiel könnte man die Konditionierung verstärken, indem man alle 3-4 Pässe die beibehaltene Passeigenschaft ändert (In Beispiel 1 also auch mal Bandenpässe einstreuen). Entsprechend kann man bei der Abwechslung auch manchmal Pässe wiederholen, weil der Gegner nicht noch einmal mit demselben Pass rechnet.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten Strategien zu formulieren. Die beiden Beispiele für Konditionierung und Abwechslung enthalten noch nicht alle Pass- und Setupeigenschaften, haben aber schon sehr viele Variationsmöglichkeiten. Mithilfe der Eigenschaften lassen sich aber verschiedene Strategien einfach und vollständig beschreiben. In den Artikeln Offensive 5er Reihe und Defensive 5er Reihe sind Anregungen, welche Fragen man sich stellen sollte, um Strategien zu formulieren.


Autor: Lukas Übelacker

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Kommentare:

  1. Hey, die Links zu Teil 1 und 2 sind tot. VG

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    1. Vielen Dank für den Tipp! Die Links funktionieren jetzt.

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