Sonntag, 29. April 2018

Schussstrategie: Schießen auf statische Deckung

Die statische Deckung ist wie der Name schon sagt sehr langsam. Für den Laien mag sie verwirrend sein, weil man doch einfach auf die offensichtlich offene Lücke schießen kann. Es ist aber eine Deckung, die vor allem auf Turnierniveau Stürmer zum Stolpern bringen kann, weil dort öfter auf die wegziehende Puppe geschossen wird.

Wenn das nicht passiert, ist das Vorhaben des Stürmers abgedeckt und er müsste seine Strategie komplett umstellen, um auf die offene Lücke zu schießen. Diese Schüsse kann der Verteidiger aber antizipieren und verändert seine Stellung in unregelmäßigen Abständen. Um die Quote noch zu erhöhen, passt er die Zeitunterschiede zwischen den Stellungswechseln der Abrufbarkeit des Stürmers an. Starke Optionen haben eine kürzere Abrufbarkeit, schwache Optionen entsprechend eine längere Abrufbarkeit.

Das hat zwei Effekte zur Folge. Der Verteidiger kontrolliert, welche Optionen der Stürmer schießen kann. Diese Optionen kann er dann besser reagieren oder seine Deckung daran aufbauen. Als zweiter Effekt wird der Stürmer gelockt. Er weiß nicht, wann die Lücke durch einen Stellungswechsel geschlossen wird. Vor allem wenn ein Stellungswechsel nur angetäuscht wird. Der Verteidiger bewegt dann seine Puppen, geht aber wieder in die ursprüngliche Stellung zurück. Der Stürmer muss also lange warten, um die Stellungswechsel mit Sicherheit antizipieren zu können. Das kann bei dieser Deckung auch schnell Probleme mit dem Zeitlimit machen.

Um diese Deckung zu knacken, gibt es drei Prinzipien zu befolgen.

Nicht verleiten lassen

Das erste Prinzip klingt offensichtlich, wer aber schon mal auf diese Deckung hereingefallen ist, weiß was ich meine. Vor allem wenn man auf die stehende Puppe geschossen hat, die seit mehreren Sekunden auf der Position steht, man sich aber absolut sicher war, dass der Verteidiger jetzt wegziehen muss. Dieses Problem kann man lösen, indem man sich zur Ruhe bringt und indem man aus dem Stand schießt. In den meisten Systemen schwingt man auf dem geklemmten Ball. Dadurch bleibt der Arm locker und der Schuss ist schneller abrufbar. Gegen eine statische Deckung braucht man das aber nicht. Wenn man aus dem Stand schießt, muss der Schuss bestimmter ausgeführt werden und man wird nicht mehr so leicht gelockt

Druck machen

Das wichtigste an der statischen Deckung ist Kontrolle. Der Verteidiger bestimmt was der Stürmer wann schießen kann und spielt mit der Abrufbarkeit der verschiedenen Schüsse. Diese Kontrolle kann man brechen, indem man in die Richtung zuckt, auf die der Verteidiger locken möchte. Dadurch kaschiert man sein Timing. Außerdem darf der Verteidiger nicht zu lange locken, weil man durch das anzucken zeigt, dass man bereit ist, die offene Option zu wählen. Möchte der Stürmer noch einen Schritt weiter gehen, kann er auf die offene Position wandern. So ist der abrufbarste Schuss, der Gerade, ungedeckt. Alternativ kann man auch so wandern, dass man direkt seinen abrufbarsten Schuss offen hat, z.B. Rechtspin mit halber Torlänge. Durch die hohe Abrufbarkeit ist es nahezu unmöglich gelockt zu werden und der Verteidiger kann auch nicht mehr auf schwache Optionen zwingen. Als Stürmer hat man zusätzlich noch die Möglichkeit bekommen, auf wegziehen zu schießen.

Erwartung erfüllen

Der Verteidiger versucht bestimmte Optionen zu locken, indem er andere abdeckt. Wenn man in die abgedeckte Richtung anzieht, wird er also nicht versuchen, den Schuss zu reagieren, da er schon auf der richtigen Position steht. So kann man die Erwartungen des Gegners erfüllen, es gibt aber immer eine Möglichkeit, noch zwischen die Puppen zu schießen. Entweder gerade durch beide oder schräg in die Schere. Sollte der Gegner so eng zusammen stehen, dass kein Schuss zwischen die Puppen passt, ist mehr als die Hälfte des Tors offen und man sollte keine Probleme haben, einen Schuss zu treffen.

Mit diesen drei Prinzipien, seid ihr in der Lage, den Gegner auf eine andere Deckung zu zwingen. Viel Spaß beim ausprobieren!
P.S.: Manchmal wird diese Deckung auch Arschlochdeckung genannt ;)


Autor: Lukas Übelacker

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