Sonntag, 28. September 2014

Spielplan und Strategie - Teil II

Erster Teil

Wenn man eine gut funktionierende Strategie hat, dann sollte man bei dieser bleiben. Wenn der gleiche Trick 5 mal hintereinander geklappt hat und der Gegner keinen Weg findet da gegenzusteuern, sollte man dies auf jeden Fall noch weiter ausnutzen. Wenn man hoch in Führung liegt und die eigene Strategie sehr gut aufgeht, dann sollte man tunlichst nichts an seiner Strategie ändern. Falls man doch etwas ändert, kann man sehr leicht seinen Gegner in das Spiel wieder reinbringen und sich selbst rausbringen. Einzige Ausnahme ist hier eine Trainingssituation in der man beispielsweise sein Schuss- oder Passsystem um ein paar Optionen erweitern möchte. Generell ist es aber empfehlenswert turniernah zu trainieren. Heißt ernsthafte Taktiken inklusive Time-Outs auch im Training zu vollziehen.

Im Turnier versuche ich so einfach wie möglich zu spielen. Denn ich möchte Fehlern möglichst wenig Raum lassen. Und mit sehr einfachem Spiel, wenn man seine Optionen gut nutzt, kann man schon sehr viel bewirken. Wenn man an seiner Technik ein paar kleinere Änderungen machen kann, kann man bei seinem Gegner schon sehr viel bewirken.

Im Doppel kann man sehr von der Absprache mit seinem Partner profitieren. Zum einen sollte man sich auf ein passendes Defensivkonzept einigen, aber zum anderen kann man sehr gutes Feedback über die eigenen Aktionen kriegen, denn er hat diese gerade als "Außenstehender" betrachtet. Denn es kann sein, dass einem die offensichtlichsten Sachen nicht auffallen. Frei nach dem Motto "Unter den Blinden ist der Einäugige schlau." Es hilft, diese direkt auszusprechen. Zum Beispiel wie der gegenerische Stürmer gerade geschossen hat. Als nächstes kann man sich Gedanken machen, wie man diese ausnutzen kann.

Allerdings ist dies nicht immer ganz so einfach. Man muss einen Weg finden, wie man in einem Spiel gut mit seinem Partner reden kann. Eine Turniersituation ist eine sehr emotionale Angelegenheit. Jeder Spieler reagiert anders darauf. Aber letztendlich kämpfen alle irgendwie mit ihren Emotionen. Unter Druck werden oft die einfachsten Ratschläge nicht mehr berücksichtigt. Wenn man seinen Partner kennt und weiß wie dieser in gewissen Situationen reagiert, kann man hier mit etwas Übung gegensteuern.

Es hilft auch sich Strategien zurechtzulegen, die einem helfen, die Turniersituation möglichst gut bestreiten zu können. Hier einige Beispiele die nicht so offentsichtlich sind:

  • Trinken: viel und regelmäßig - auch wenn man eigentlich keinen Durst hat. Wenn man zu wenig trinkt, dann sinkt auch das Leistungsvermögen. Wenn man erstmal richtig Durst hat ist es schon zu spät.
  • Essen: Oft und leicht - auch wenn man eigentlich keinen Hunger hat. Obst bringt einem sehr viel. Dadurch wird lange der Blutzuckerspiegel hochgehalten. Wenn dieser erstmal im Keller ist, kann man sich nicht mehr richtig konzentrieren. Wenn man irgendwann richtig Hunger hat, ist es schon zu spät. Große Mahlzeiten sind schlecht. Weil danach ist das Blut erstmal woanders. Trauben sind sehr gut geeignet um immer wieder zwischendurch ein paar zu futtern. Dies kann man sogar zwischen Sätzen oder während Time-Outs machen.
  • Am Abend vorher: Stundenlang Kicker Videos schauen und dann vor lauter Vorfreude nicht schlafen können ist keine gute Strategie.
  • Tempo: Sich erst locker einspielen. Nicht unbedingt die schwierigsten Sachen versuchen, sondern sein Ballgefühl finden und locker warmspielen. Dabei darf man sich nicht von dem Gegner hetzen lassen. Das gleiche geht dann im Spiel weiter. Erst langsam anfangen und in die Situation hineinfinden und danach erst richtig Gas geben.
  • Nervosität: vor und während des Wettkampfs: Wie kann man diese durchbrechen?! -> siehe Mentales Training.

Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 21. September 2014

    Spielplan und Strategie - Teil I

    Egal ob man das Ziel hat auf höhstem Niveau kickern zu können, oder ob man nur gelegentlich mal ein bisschen spielen möchte: Gewinnen macht Spaß!

    Mit ein paar Grundlegenden Gedanken über die eigene Strategie kann man seine Gewinnchancen deutlich erhöhen. Es bringt einem sehr viel den Ansatz des Gegners lesen zu können und seine Gegner darüber einschätzen zu lernen. Einige Spieler machen dies intuitiv so, andere kommen erst über eine deutlich analytischere Vorgehensweise zu diesem Punkt

    Auf niedrigem Niveau haben viele Leute nur einen starken Schuss oder Pass. Wenn man ihnen den wegnimmt und sie auf ihre Schwächen zwingt, dann sind sie sehr einfach zu besiegen. Je weiter das Niveau eines Spielers steigt, desto besser werden die vermeintlich schwachen Optionen.
    Es gilt immernoch der Leitspruch: Finde die Schwächen des Gegners.

    Wenn man auf diese Weise konstant Druck auf einen Gegner ausübt, wird irgendwann der Punkt kommen, an dem er bricht und sein gesamtes Spiel in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn man selbst ein Spiel hatte, bei dem man totgehalten wurde, bringt es sehr viel, sich Gedanken zu machen, wie man gehalten wurde und was man beim nächsten mal anders machen kann. Man sollte sich Standardstrategien zurechtlegen wie man bestimmte Verteidigungen durchbricht bzw wie man auf gewisse Angriffsstragegien reagiert.
    Hier gibt es oft kein Patentrezept, sondern mehrere Möglichkeiten. Man kann hier viel von anderen lernen.
    Wenn man keinen Plan hat sondern einfach "auf Autopilot" mitspielt, ist das gut wenn es funktioniert, aber wenn es nicht funktioniert hat man ein Problem.

    Hier hilft der Leitspruch "WER macht WAS mit WEM?"

    Zu der Antwort kommt man wenn man sich nach jeder Aktion folgende Fragen beantwortet:

    Was habe ich gemacht?
    Was hat der Gegner gemacht?
    Wieso ist das Ergebnis so eingetreten?

    Am Anfang wird dies sehr viel Konzentration kosten, aber mit etwas Übung geht das dann wie von selbst.
    Man sollte auch sehr neugierig sein und viel Ausprobieren - vor allem im Training. Wenn man ein paar gute Ansätze gefunden hat, sollte man versuchen, diese so allgemein wie möglich einsetzen (3, 5, 1&2). Auf diese Weise kann man sehr viel über seinen Gegner lernen. Wenn gute Spieler gegeneinander spielen, dann passen sie ihre Strategie konstant an die Gegnerische an. Dazu gehört auch zu erkennen wann der Gegner die Strategie gewechselt hat.
    Aber wozu das ganze eigentlich?

    Eine schlechte Strategie ist besser als gar keine Strategie, denn ein denkender Spieler kann eine schlechte Strategie anpassen und kriegt eine bessere Strategie.

    Sollte man gar keine Ahnung haben, was als nächstes kommt, kann man auch raten - zum Beispiel der nächste kommt nach rechts. Wenn er wirklich nach rechts geht hat man gute Chancen ihn zu blocken. Wenn dies wie die Strategie vorher auch nicht funktioniert hat, hat man auch nichts verloren. Man hat aber auf jeden Fall etwas dabei gewonnen. Man muss dann seinen eigenen Weg finden, wie man zu einer möglichst guten Strategie kommt.

    Weitergehend kann ich hier "Winning Ugly" von Brad Gilbert empfehlen. Dieser war in den 80er Jahren einer der weltbesten Tennisspieler. Sein Spielstil zeichnet sich dadurch aus, dass er keine überragend gute Technik hat. Dafür hat er eine überragende Strategie und über diese hat er ein Buch geschrieben. Das meiste was er geschrieben hat, sind weniger Tennisstrategien, sondern eher Wettkampfstrategien und lassen sich wunderbar auf Tischfußball übertragen.

    Autor: Fabian Wachmann

    Zweiter Teil
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    Sonntag, 14. September 2014

    Was bedeutet "gut rauskommen"? (Teil 3)

    Im zweiten Teil habe ich die Ergebnisliste vorgestellt und erklärt worauf man achten kann, um an der 3er Reihe vorbeizukommen.
    Um auch an den anderen Reihen vorbeizukommen, muss man verstehen, worauf der Gegner beim Decken achtet.

    Dem Gegner ist die Effektivitätsliste genauso bekannt wie einem selbst. Er versucht also primär Tore zu verhindern. Dafür spricht er sich mit seinem Verteidiger ab oder stellt sich im Einzel die Puppen so hin, dass insgesamt möglichst alles abgedeckt wird.
    Jede Verteidigung hat allerdings Lücken. Man kann grob sagen, dass je mehr Torschüsse gedeckt werden, desto mehr Pässe sind offen. Das liegt daran, dass der eigene Mitspieler natürlich nicht im Weg für die Torschüsse des Verteidigers sein möchte. Möchte der Gegner also einen Pass blocken, muss er sich auf einen Weg stellen, der für Torschüsse uninteressant ist.
    Zusammengefasst bedeutet das:

    Pässe öffnen Torschüsse ; Torschüsse öffnen Pässe


    Pässe und Torschüsse sind die effektivsten Optionen beim rausspielen. Die Ballkontrolle wird innerhalb des Doppels nämlich nicht abgegeben. Sollte man Probleme haben das zu erreichen (Gegner deckt gut; Technik, Auge usw.), kann man trotzdem noch gut rausspielen, wenn man es dem eigenen Mitspieler möglichst leicht macht an den Ball zu kommen oder dem Gegner den Ball an eine möglichst unbrauchbare Stelle gibt (Gegnerischer Verteidiger).
    Deswegen ist es auch noch sehr gut auf den gegnerischen Verteidiger zu schießen. Dabei ist es sehr leicht den Ball auf der eignen 3er Reihe zu fangen.
    Die anderen Möglichkeiten lassen sich mithilfe der Ergebnisliste beschreiben.

    1. Tor
    2. Stürmer hat den Ball auf der 3
    3. Stürmer hat den Ball auf der 5
    4. Verteidiger hat den Ball wieder
    5. Gegnerischer Verteidiger hat den Ball 
    6. Gegner hat den Ball auf der 5
    7. Gegner hat den Ball auf der 3
    8. Eigentor

    Das sind nur die wahrscheinlichsten Ergebnisse bei einem Block. Aber man kann schon gut erkennen, wie sehr sich das mögliche Ergebnis pro passierte Reihe verbessert.

    Wird der Ball geblockt, gibt es viele verschiedene Faktoren die zu Abweichungen im Ergebnis führen:
    - Schussstärke
    - Schusswinkel
    - Eigene Technik
    - Gegner
    - Deckungsart des Gegners
    - ...

    Die Deckungsart des Gegners lässt dabei die besten allgemeinen Schlüsse zu.

    Statische vs. reaktive Deckung

    Bei einer reaktiven Deckung nutzt der Gegner aus, dass der Weg bis zum Tor sehr weit ist - er also viel Zeit zum reagieren hat. Er kann aber auch technisch schwierige Schüsse durch ihren großen Ansatz auf Reaktion blocken oder lockt den Verteidiger auf eine bestimmte Lücke.
    Beim Rausspielen erkennt man ein solches Blockverhalten vor dem Schuss durch zucken oder springen. Nach dem Schuss erkennt man es meistens daran, dass ein Schuss auf eine vorher offene Lücke trotzdem geblockt wurde.

    Gegen leichte Optionen wird der Gegner eher versuchen schon vorher richtig zu stehen. Mit seinem Verteidiger baut er dann durch Stellungsspiel eine Verteidigung auf, die die wichtigsten Schüsse bereits dicht macht. Für solche Fälle sollte man sich schon vorher Optionen überlegen die trotzdem funktionieren. Um solche Schüsse zu finden, kann man sich im Training die Reihen entsprechend hinstellen und dann Schüsse auf die Lücken der verschiedenen Reihen probieren.

    Natürlich ist jede Deckung anders, aber bei jeder Reihe gibt es gewisse Stellungsstandards.



    Deckung kurz ; Deckung Bande & gerade
    Die beiden klassischsten Deckungen für den Verteidiger. Die kurze Deckung ist vor allem gegen Zieher/Drücker-Systeme gedacht. Sie ist anfällig für Banden und lange Schüsse. Steht
    die Deckung nicht eng genug, können auch schräge Schüsse zwischen den Puppen hindurchkommen.

    Bei der anderen Deckung wird mit der 2er Reihe die Bande mit der Puppe an der äußeren Ecke des 16ers geblockt. Die Andere steht im kurzen Eck und der Torwart blockt direkte Schüsse auf die 3/4- bzw. Langposition. Diese Deckung ist anfällig gegen schräge Schüsse aufs lange und aufs kurze Eck (von außen).


    5er Reihe Mitte ; 5er Reihe Bande
    Die 5er Reihe hat (offensichtlicherweise) die meisten Puppen und kann deswegen am vielfältigsten eingesetzt werden. Die wichtigsten Stellungen sind Bande für gerade Schüsse und Banden und Mitte für schräge Schüsse.

    Gabel/Dreieck
    Mit dieser speziellen Deckung kann man Bandenschüsse decken. Sie deckt im Grund nur Bandenschüsse, das allerdings sehr gut. Wahrscheinlich ist diese Deckung die einzige Möglichkeit mit nur einer Reihe alle Bandenschüsse zu decken.





    Risiko


    Anhand solcher Standardstellungen einzelner Reihen kann man erkennen, wie die Deckung des Gegners aufgebaut sind. Welche Schüsse werden statisch, welche reaktiv gedeckt? Welche Schüsse übernimmt der Stürmer, welche der Verteidiger?
    Fragen die vor allem dann wichtig sind, wenn man Probleme hat rauszukommen. Dann kommt es plötzlich nur darauf an, möglichst viele Reihen zu passieren.
    Deckt z.B. der Stürmer die eine Bande und der Verteidiger die andere, kann man trotzdem noch effektiv rausspielen, wenn man dem Verteidiger eine Bande auf die Puppen schießt.
    Mit dieser Vorgehensweise kann man auch seine Sicherheit beim Rausspielen erhöhen, indem man seine Effektivität senkt, aber die Streuung seiner Ergebnisse reduziert.


    Risiko = Schwierigkeit * Erwartung

    Diese Tabelle ist ein kleines Rechenspiel, mit dem man den Charakter des Risikos beim Rausspielen sehen kann.
    Schwierige Schüsse mit denen der Gegner rechnet sind unglaublich riskant, während leichte Schüsse mit denen der Gegner nicht rechnet wie ein Geburtstagsgeschenk mit Schleife aussehen.
    Viel Spaß beim ausprobieren der einzelnen Kombinationen. Es sei aber noch dazu gesagt, dass es nur eine grobe Abschätzung ist. Außerdem bricht die ganze Liste bei der Anwendung von Fakes auseinander. Die Schwierigkeit wird bei Fakes nämlich erhöht, während die Reaktion des Gegners nur schwer abschätzbar ist.

    In das Risiko spielen Schwierigkeit und Erwartung hinein.
    Die Schwierigkeit wird durch die eigenen technischen Fähigkeiten bestimmt. Es gibt zwar Schüsse, die generell schwieriger zu spielen sind, aber ich denke es kommt vor allem auch darauf an, wie sehr man den entsprechenden Schuss trainiert hat.
    Die Erwartungen werden durch die Effektivitätsliste bestimmt (siehe oben).

    Effizient wäre es also, wenn man die größtmögliche Effizienz bei kleinstmöglichem Risko (= geringe Abweichung von angestrebter Effektivität) erreicht.

    Schlussfolgerung

    Generell kann man sagen, dass man immer versucht, Ballkontrolle in ein Tor zu verwandeln.
    Als Verteidiger ist es natürlich am besten, wenn man das direkt macht. Bei der Menge an Stangen auf dem Weg ins Tor ist das allerdings überaus schwer.
    Der Stürmer hat nur 2 Stangen zu passieren.
    Aus diesem Grund ist es auch schon sehr stark, wenn man versucht seinen Stürmer ins Spiel zu bringen. Sprich: ihm Möglichkeiten zu geben. Entweder direkt mit einem Pass oder der Möglichkeit sich selbst die Ballkontrolle zu holen (z.B. Schuss auf die Deckung).
    Riskante Bälle können alles von Tor bis Eigentor beinhalten. Zufall ist es auf jeden Fall.
    Und die Ballkontrolle gibt man auch meistens ab.
    Man beraubt also selbst den eigenen Stürmer seiner Möglichkeiten. So hat er dann auch den Druck, immer seine Ballkontrolle in ein Tor zu verwandeln.
    Riskante Bälle haben vielleicht eine höhere Chance ins Tor zu fallen, als z.B. ein Pass. Dafür überlässt man aber das Spiel dem Zufall und das geht selten länger als ein Spiel gut.

    Also lieber sicher die Ballkontrolle halten oder zumindest an möglichst vielen Reihen vorbeikommen, damit der eigene Stürmer sich die Ballkontrolle holen kann.

    Ich hoffe ihr hattet viel Spaß mit diesem 3-Teiler. Es wird nicht der einzige sein. Schließlich gibt es viele, sehr komplexe Themen im Tischfußball.
    Demnächst wird es dann auch Artikel zu konkreten Systemen geben.
    Bis dahin, vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 7. September 2014

    Täuscher und Ansatz auf der 3

    Jesus sagte einmal "Man kann nicht nicht kommunizieren." Dieser Leitsatz ist sehr hilfreich und man kan ihn sogar auf Tischfußball anwenden:

    Eine Aktion ohne Ansatz gibt es nicht.

    Diese These gilt für alle Positionen. Ich möchte hier in erster Linie die Idee übermitteln. Stellvertretend werde ich hier nur über Schüsse von der 3 ins Tor sprechen. Die Ausgangssituation ist ein Pin-Shot aus der Mitte. Der Ball liegt also in der Mitte vom Tor unter der mittleren Figur eingeklemmt.

    Das klingt erstmal wie eine sehr provokante These, aber wenn man sich damit etwas mehr auseinandersetzt bringt es einen sehr viel weiter. Man muss sich nämlich bewusst werden, dass vor einer Aktion etwas anderes passiert ist und alle Spieler in irgendeiner Weise vorhersehbar sind. Das klingt zunächst nach einem riesengroßen Nachteil, aber wenn man sich dessen bewusst wird, kann man diesen auch clever ausnutzen. Es kommt halt jeweils darauf an, was der Torwart erkennt und worauf er reagiert. Gängige Ansätze sind zum Beispiel:
    • die Zeit: jemand schießt nach kurzer Zeit nach links und nach längerer Zeit nach rechts, oder jemand schießt immer nach einer bestimmten Zeit
    • die Position vom Ball: jemand wandert immer ein bisschen in oder gegen die Richtung in die er schießen will bevor der Schuss kommt
    • die Position der Figur auf dem Ball: jemand der nach rechts schießen will, hat kurz vor dem Schuss den Ball mit der Figur nur noch halb geklemmt (die Kante der Figur ist in der Mitte des Balls)
    • Handhaltung: Bevor der Schuss kommt, wird die Handhaltung verändert oder der Arm angespannt
    • Bewegung: kurz vor dem Schuss verändert sich die Bewegung auf dem Ball (z.B. An- oder Gegenreißen der Schussbewegung)
    • Reihenfolge: jemand schießt bevorzugt abwechselnde oder gleiche Optionen
    • Körperhaltung: vor dem Schuss passiert etwas...
    • ...
    Diesen Punkt kann man immer weiter mit Beispielen untermauern. Sehr viel lernen kann man, wenn man sich immer nach einem Schuss bewusst macht:

    Was habe ich gemacht?
    Was hat der Gegner gemacht?
    Wieso ist das Ergebnis so eingetreten?

    Gute Spieler haben zu jeder dieser Fragen eine Antwort. Und es bringt einen sehr viel weiter, wenn man sich diese Fragen permanent nach jeder Aktion stellt. Denn dadurch kriegt man Anfasser, was man verbessern kann. Wenn man dann auch die entsprechende Antwort schießen kann, hat man direkt eine gute Antwort. Es lohnt sich viele Optionen zu trainieren. z.B.:
    • nach rechts angezuckt und nach rechts geschossen
    • nach links angezuckt und nach rechts geschossen
    • mit dem ruhenden Ball nach rechts geschossen
    • auf den Ball gehauen und dann geschossen
    • mit langsamer Seitwärtsbewegung nach rechts geschossen
    • nach links gegangen und nach rechts geschossen (Wechsler)
    • nach rechts gegangen und nach rechts geschossen
    • langsam auf 3/4 geschossen
    • langsam in die Ecke geschossen
    • auf 3/4 gesprungen und dann gekurbelt
    • die Position der Figur auf dem Ball variiert und danach geschossen
    • in dem Moment geschossen als die Lücke dort war
    • in dem Moment geschossen als der Torwart/Verteidiger in der Ecke stand
    • ....
    Einige Spieler streuen möglichst viele von diesen Ansätzen ein, damit der Torwart nicht erkennen kann, auf welchen geschossen wird. Es kommt dann in erster Linie auf einen sanften Übergang von der Ausgangebewegung in den Schuss an.
    Angenommen man merkt, worauf der Gegner reagiert, dann kann man seinen Schuss sehr effektiv anpassen, wenn man den Ansatz bewusst variieren kann. Deswegen ist ein Täuscher immer vom gegnerischen Spieler abhängig.  

    Hat ein Ansatz bzw. Täuscher nicht funktioniert, heißt das, dass der Gegner ihn entweder durchschaut oder nicht erkannt hat. 
    Man sollte aber nicht unbedingt mit der Intelligenz des Gegeners rechnen.

    Wenn man vor der Frage: "Geschwindigkeit oder Präzision?" steht, sollte man sich für Präzision entscheiden. Denn Geschwindigkeit alleine macht keinen guten Schuss aus. Hierzu kann man sich mal ein kleines Rechenbeispiel vor Augen führen.
    Wenn man von der Mitte des Tores in eine Ecke schießt, dann bewegt man den Ball ca. 10 cm zur Seite und etwa 30cm in Richtung Tor. Diese ganze Bewegung dauert ca. 0,25s bis 0,3s (siehe Masterarbeit zu "Biomechanische Analyse unterschiedlicher Schusstechniken im Tischfußball" von Martin Heyen, 2011) und der Ball schlägt mit ca. 30 km/h bis 40 km/h im Tor ein. Wenn man mal einen mit 36 km/h = 10 m/s schnellen Schuss annimmt, dann braucht der Ball für die Distanz ins Tor (30 cm) nur 0,03s. Der Ball legt also in 90% der Zeit nur 10cm seitlich (von der Mitte in die Ecke) zurück.  
    Viel wichtiger als die reine Ballgeschwindigkeit ist die Lateralbewegung.
    Wenn man zu viel Kraft in die Ballgeschwindigkeit steckt, dann kann man nicht so schnell seitlich ziehen. Ganz nebenbei sind lockere Schüsse meistens im Ansatz deutlich schwieriger zu erkennen.

    Der schnellste Schuss ist nutzlos, wenn der Gegner schon vorher dort steht. Die Menschliche Reaktionszeit liegt auch ungefähr bei 0,25 Sekunden. Wenn man also immer nur auf die offene Lücke schießt, vergeht eine halbe Sekunde bis der Ball im Tor ankommt, abhängig von der Zeit die der Spieler braucht um die offene Lücke zu erkennen. Viel besser funktioniert es da hinzuschießen wo eine Lücke auf geht. Einen guten Spieler zeichnet aus, dass er antizipieren kann, wo sich als nächstes eine Lücke öffnet.

    In einem zukünftigen Artikel werde ich mehr zu diesem Thema schreiben. Ihr findet ihn dann wieder hier.

    Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 31. August 2014

    Trainingsphilosophie



    Es gibt unterschiedliche herangehensweisen an das Thema Training. Wenn man sich beim Kickern verbessern will, dann muss man trainieren. Wenn man sich viel verbessern will, dann muss man viel trainieren. Topspieler haben auch ein top Trainingspensum. Sie haben über Jahre mehrere Stunden täglich trainiert.

    Es gibt sehr viele verschiedene Herangehensweisen an Training alleine am Tisch. Zuerst wird es als sehr stumpf empfunden. Denn wenn man gewisse Techniken gut imWettkampf anwenden möchte, dann muss man diese sehr oft wiederholt haben. Sie müssen total in Fleisch und Blut übergegangen sein, sodass sie sich ganz natürlich anfühlen und ohne jede bewusste Steuerung einfach abgerufen werden können.

    Weiterhin muss man im Wettkampf einen Zustand erreichen in dem man sehr Fokussiert ist und wenig Fehler macht. Es gibt viele Wege wie man da hinkommt. Aber das Training alleine am Tisch, Spiel gegen andere und der Wettkampf gegen Unbekannte sind immer drin enthalten.
    Letztendlich muss jeder seinen eigenen Weg finden was Technik und Mindset angeht. Eine Grundvoraussetzung hierfür ist, dass man sehr viel rumprobiert hat und vor allem sehr viel Selbstreflexion betrieben hat. Man muss seine Technik an seinen Gegner anpassen können. Zum Thema Täuscher und Ansatz kommt noch ein eigener Artikel, da dies nicht in ein paar Zeilen beschrieben werden kann.

    Voraussetzung für eine gute Technik ist, dass man eine Technik gefunden hat, die man gerne trainiert. Der Anfang ist immer etwas frustrierend, aber wenn eine gewisse Schwelle überschritten wird und man eine gewisse Souverenität erlangt hat, dann macht das Training auch richtig Spaß. Diese Technik muss man dann in gewissen Ansätzen variieren können, um sich auf Gegner einzustellen. Auch hierzu wird ein eigener Artikel folgen.

    Hinzu kommt die Frage nach den idealen Trainingsbedingungen. Diese muss jeder für sich selbst beantworten. Wichtig ist, dass die Trainingsbedingungen nicht dem Spaß im Weg stehen und einen gut auf Turniere vorbereitet.

    Was sind ideale Trainingsbedingungen für mich?


    Meiner Meinung nach ist es zu einem gewissen Grad unmöglich die Turniersituation im Training nachzustellen. Es ist aber sicher, dass es sehr viele störende Faktoren geben wird, die man zu Hause bei bestmöglicher Beleuchtung in lockerer Athmosphäre schwer nachstellen kann. 

    Deswegen versuche ich im Training für möglichst viele störende Faktoren zu sorgen:

    ·         Beleuchtung: Mein Tisch zu Hause ist nicht gut beleuchtet. Denn bei guter Beleuchtung zu spielen ist einfacher, als bei schlechter. 

    ·         Bälle: Ich habe viele verschiedene Bälle in meinem Tisch, z.B. P4P, Leo ITSF (mehrere unterschiedliche Versionen), Bonzini, Garlando, Tornado, Plastikmurmel, etc, und vermeide lange mit dem gleichen Ball am Stück zu trainieren und wechsel die Bälle oft durch. Denn mit guter Technik macht ein anderer Ball nicht so viel Unterschied. Selbst wenn man zu Hause immer mit neuen Bällen trainiert, dann wird es sich auf einem Turnier mit genau dem gleichen Tisch und genau dem gleichen neuen Ball trotzdem ganz anders anfühlen. 

    ·         Griffe: Die Griffe haben einen vermeindlich großen Einfluss auf das Spiel. Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten sich die Griffe vorzubereiten. Wenn man dies immer auf die selbe Art macht und immer an den selben Tischen spielt, birgt das die Gefahr, dass man im Turnier nicht mit der Situation zurecht kommt, wenn sich die Grundlage geändert hat. Beispielsweise weil man beim entscheidenden Ball stark an den Händen schwitzt, oder weil man mal mit seinem Partner getauscht hat, der sich die Griffe anders vorbereitet hat. Deswegen sorge ich auch hier für Abwechslung. Die ultimative Matchballsimulation ist das Spielen ohne Bändchen, das im Training den Schwierigkeitsgrad etwas erhöht :)

    ·         Tische: Mittlerweile bin ich in der glücklichen Situation ein Trainingszentrum in der Nähe  zu haben, in dem mehrere unterschiedliche Tischtypen zur Verfügung stehen. Dieses Angebot wird aber von den meisten Spielern überhaupt nicht genutzt, sondern es wird immer nur der Heimtisch gespielt. Damit macht man es sich sehr einfach. Andere Tischtypen fühlen sich am Anfang komplett anders an, aber im Prinzip funktioniert alles auf die selbe Weise. Es ist am Anfang schon etwas schwieriger seine Technik dort umzusetzen, aber man kann sehr viel dabei lernen. Das fängt dabei an, dass man nicht nur Leo spielt, sondern auch die anderen Soccer Tische. Im nächsten Schritt dann alle Tische die einem zur Verfügung stehen. Deswegen nutze ich immer noch die Chance auch ein bisschen Bonzini, Garlando, Fireball, etc. zu spielen um meine Technik zu verbessern. 

    ·         Körperhaltung: Wenn man seine Körperhaltung ein bisschen anpasst, darf einen dies nicht aus dem Konzept bringen.

    Diese Ansätze sind abgeleitet von dem Konzept des "Differentiellen Lernens".
    Dieses Konzept beruht darauf, dass die identische Wiederholung einer Bewegung nicht durchführbar ist. Es gibt also immer natürliche Schwankungen die so in dem Trainingsprozess mit integriert werden um in Wettkampfsituationen besser damit umgehen zu können.

    Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 24. August 2014

    Das Bundesligasystem

    Eine der größten Stärken der Lautrer Mannschaft ist deren Aufstellung.
    Kaum eine andere Mannschaft versucht so viel damit zu erreichen wie wir.

    Man kann natürlich argumentieren, dass die Aufstellung alleine noch keinen Sieg garantiert.
    Die Spiele müssen trotzdem gewonnen werden.
    Trotzdem kann man mit einer gelungenen Aufstellung seine Chancen deutlich erhöhen.

    Spielplan

    In diesem Spielmodus werden 16 Spiele á 10 Bälle gespielt.
    Ein gewonnenes Spiel bringt 2, ein Unentschieden 1 und eine Niederlage 0 Punkte.
    Man gewinnt also mit 17/32 Punkten.

    Es werden immer zwei Spiele gleichzeitig gespielt. Man kann die gesamte Begegnung also in Blöcke aufteilen. Spiel 1 & 2 sind in Block 1, Spiel 3 & 4 in Block 2 usw. usf.
    Es ist also egal, ob man das letzte oder vorletzte Spiel macht. So oder so hat man ein entscheidendes Spiel im letzten Block.
    Mit dieser Denkweise kann man seine Aufstellung so gestalten wie man möchte: entweder früh mit seinen stärksten Spielern Druck machen oder gegen Ende noch nervenstarke Spieler verfügbar haben.

    Ich habe eine Exceltabelle von dem Bundesligaspielplan erstellt. Da kann man seine Aufstellung für Heim oder Auswärts eintragen und genau sehen, wer wann spielt:

    Exceltabelle

    Daneben ist auch eine Tabelle mit allen Spielen für jeden einzelnen Spieler.
    z.B. Spieler 1 hat in Spiel 1 "H, E, B1"
    Das bedeutet, dass er sein erstes Spiel an seinem Heimtisch hat, ein Einzel spielt und sein Spiel in Block 1 liegt.

    In der Liste kann man sehen, dass manche Spieler 2-mal hintereinander Einzel/Doppel (z.B.Spieler 2) spielen oder 2-mal hintereinander am gleichen Tisch (z.B. Spieler 1-4 Heim) spielen.
    Das kann man ausnutzen, um "Spezialisten" einzusetzen.
    Ist ein Spieler besser im Einzel, kann man ihn einfach nur die Einzel spielen lassen und dann auswechseln.
    Oder wenn man einen Gegner mit ungewöhnlichem Tisch hat, kann man gezielt Spieler an diesem Tisch einsetzen, die sich besser daran schlagen.
    Wir selbst spielen Bonzini in der Bundesliga. Eigentlich ist es nicht unser bevorzugter Tisch, aber solang wir besser daran spielen können als unsere Gegner, ist alles gut :P
    Um die Spieler zu entlasten, kann man ihnen den Wechsel auf den anderen Tisch ersparen. Oder man setzt Spieler ein, die gar kein Bonzini spielen können. Das fällt dann gar nicht auf, weil er nie auf Bonzini spielen muss.

    Durch diesen Wechseltrick erkennt man auch den wichtigsten Unterschied zwischen Heim- und Gastmannschaft.
    Die Heimmannschaft hat den Vorteil, dass sie die Spieler von D1 und D2 mit einem Wechsel nur auf Heim oder Auswärtstisch spielen lassen kann.
    Bei der Auswärtsmannschaft haben Spieler 1 und 2 ihre Spiele 2 und 3 am Heimtisch. Man muss also nach Spiel 1 und 3 jeweils wechseln, wenn man Spieler nur am Heim- bzw. am Auswärtstisch spielen lassen will.

    Wie man sieht gibt es also viele Möglichkeiten strategisch aufzustellen.
    In diesem Sinne: Nie mehr zweite Liga!!! =D

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 10. August 2014

    Time Out

    Bei einem Time-Out wird das Spiel für bis zu 30 Sekunden pausiert.

    Klingt zunächst nicht sonderlich spannend, aber es ist eines der wichtigsten strategischen Elemente im Tischfußball.
    Dabei sind die Möglichkeiten, die man damit hat, nicht auf anhieb ersichtlich.
    Ich möchte mich in diesem Artikel mit dem Time-Out beschäftigen und einen ersten Einblick in die strategischen Tiefen geben.

    Doch zuerst:

    Wie nehme ich ein Time-Out?


    Wenn der Ball nicht im Spiel ist, kann man jederzeit ein Time-Out nehmen. Also auch, wenn z.B. der Gegner Einwurf/Auflage hat.
    Ist der Ball im Spiel, darf die Mannschaft in Ballbesitz ein Time-Out nehmen, wenn der Ball sich nicht bewegt.

    Dafür ruft man "Time-Out" oder dreht sich komplett vom Tisch weg (Regel 9.4).

    Um den Ball wieder ins Spiel zu bringen, fragt man den Gegner, ob er spielbereit ist. Ist der Gegner bereit, bringt man den Ball über das "Fertig"-Protokoll (Regel 4.2(.2)) ins Spiel.
    Man fragt also den Gegner 2-Mal, ob er bereit ist, weil beide Mannschaften die 30 Sekunden voll ausnutzen dürfen.  Mit der ersten Frage deutet man also an, dass man das Spiel wieder aufnehmen möchte.

    (Die Regelwerke habe ich am Ende des Artikels verlinkt)

    Was bringt ein Time-Out?

    Es gibt ganz unterschiedliche Gründe ein Time-Out zu nehmen. Ich versuche möglichst viele abzudecken, aber ich glaube es gibt noch viele mehr.

    Fairness Time-Out

    Auf jeder Reihe darf man den Ball 15 Sekunden (auf der 5er Reihe 10 Sekunden) behalten. Zwar darf der Gegner kein Foul reklamieren, wenn man länger braucht (nur ein Zeitschiedsrichter), aber aus Fairness Gründen kann man ein Time-Out nehmen, wenn man denkt, dass man den Ball schon zu lange hat.
    Ein solches Time-Out kann auch helfen, wenn man nicht mehr über das Spiel, sondern über die verbleibende Zeit nachdenkt. 

    Medizinisches Time-Out

    Wenn man sich geschnitten oder gestoßen hat, einen Krampf kriegt oder sonst irgendetwas,
    sollte man ein Time-Out nehmen. Die Ablenkung kann spielentscheidend sein. Man sollte auch den Gegner bitten, es als medizinisches Time-Out gelten zu lassen. Ein medizinisches Time-Out zählt nämlich nicht zu den regulären 2 Time-Outs pro Satz.
    Ein solches Time-Out darf normalerweise nur von der Turnierleitung oder anwesenden Schiedsrichtern gegeben werden. Deswegen darf man niemandem böse sein, wenn er es nicht als medizinisches Time-Out anerkennt. Ich würde es bei offensichtlichen Verletzungen oder schnell zu behebenden Problemen allerdings aus Fairplaygründen zulassen.

    Störendes Time-Out

    Man kann mit einem Time-Out auch den Gegner in den unterschiedlichsten Situationen stören.
    Regt sich der Gegner z.B. gerade auf, kann man ein Time-Out nehmen, damit er sich hineinsteigert.
    Dabei darf man den Gegner nicht mit irgendwelchen Sprüchen provozieren. Gegen viele reichen aber die 30 Sekunden Zeit zum Nachdenken aus, um ihn aus dem Spiel zu nehmen.
    Mit einem Time-Out kann man auch den Rhythmus des Gegners brechen (z.B. bei einem Lauf).


    Beruhigendes Time-Out

    Es gibt immer wieder Situationen in denen man sich am liebsten aufregen würde. In einem Time-Out hat man die Zeit sich zu sammeln und auf das Spiel zu konzentrieren.
    Regt man sich wegen einem Foul auf, sollte man vielleicht mit dem Gegner darüber sprechen. Viele Situationen lassen sich lösen, wenn man den Gegner auf das aufmerksam macht, was einen gestört hat.
    Man kann sich auch darüber aufregen, dass der Gegner Glück hat oder man selbst Pech. Dann sollte man sich daran erinnern, dass es Glück und Pech gar nicht gibt.
    Es zählt nur das spielerische, deswegen sollte man sich darauf konzentrieren.
    War man zu langsam? Was hat man falsch gemacht? Was hat der Gegner richtig gemacht? Worauf achtet der Gegner? Wie bewegt er sich? usw.

    Time-Out bei kritischen Bällen

    Es gibt Situationen in denen man unbedingt ein Tor schießen muss. Die offensichtlichste Situation ist der Match- oder Satzball. Aber auch bei einem Stand von 3:2 (bei einem Spiel bis 5) kann ein Tor entscheidend sein.
    Liegt man vorne, kann man durch ein 4:2 enormen Druck ausüben. Jeder Fehler kann den Gegner das Spiel kosten. Er riskiert auch wegen einem Glückstor zu verlieren. Schießt man als Führender kein Tor, setzt ein 3:3 das Spiel effektiv auf Null.
    Deswegen ist ein Time-Out in einer solchen Situation auch entscheidend, wenn man hinten liegt.

    Wie kann ich ein Time-Out am besten nutzen?

    Woran denkt man am besten während einem Time-Out? Wie kann man sich am besten beruhigen?
    Was sollte ich vermeiden? Wie bekomme ich wieder Selbstvertrauen?
    Über solche Fragen kann man ganze Bücher schreiben. Im Tischfußballsport selbst gibt es keine Lektüre dazu. In anderen allerdings schon. Man muss zwar ein paar Dinge übertragen, aber im Prinzip ist es dasselbe Thema.
    Ein Freund von mir hat mir dazu ein gutes Buch empfohlen: The Mental Edge
    Ich habe einiges daraus übernehmen können, weil es allgemein auf Sport ausgelegt ist.
    Ein Blick lohnt sich also.

    Wenn ich ein Time-Out nehme, versuche ich die richtige Einstellung zu finden.
    Dabei erinnere ich mich an meine Einstellung bei einem Lauf. Während eines Laufs denke ich nur über das Spiel nach und blende alles andere aus. Es ist mir auch egal, wenn der Gegner ein (Glücks-)tor schießt. Alles was zählt ist ein gutes Spiel abzuliefern. Sollte ich das nicht hinkriegen, überlege ich, was ich besser machen kann und mache das auch. Dabei ist es nicht so wichtig, ob es funktioniert. Sollte es nämlich nicht funktionieren, denkt man sich etwas neues aus. Mit dieser "Macher"-Mentalität überwinde ich dann auch Selbstzweifel.

    Ich hoffe euch hat dieser Einblick in strategische Tiefen gefallen, vielen Dank fürs Lesen und vergesst eure Time-Outs nicht :)

    Autor: Lukas Übelacker

    Regelwerke:
    ITSF Regelwerk
    P4P Regelwerk

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    Sonntag, 3. August 2014

    Was bedeutet "gut rauskommen"? (Teil 2)

    Im ersten Teil habe ich die Effektivität beim Rauskommen behandelt.
    Die Effektivität lässt sich dabei folgendermaßen einteilen

    1. Tor schießen
    2. Pass auf die 3er Reihe (Einzel auch Pass 2er auf 5er Reihe)
    3. Auf die Deckung schießen
    4. An 3 und 5 vorbei
    5. Auf 5er Reihe schießen
    6. An der 3er Reihe vorbei
    (Im Artikel ist noch die alte Reihenfolge. Erklärung in den Kommentaren)
    Im ersten Teil habe ich die Effektivität beim Rauskommen behandelt.
    Die Effektivität lässt sich dabei folgendermaßen einteilen

    Diese Liste betrachtet allerdings nur das erfolgreiche Rauskommen.
    Um besser beschreiben zu können, was gutes Rausspielen bedeutet, muss man sich überlegen, wo der Ball nach dem versuchten Rausspielen landet.
    Hier eine Liste geordnet von gut nach schlecht:


    1. Tor
    2. Stürmer hat den Ball auf der 3
    3. Stürmer hat den Ball auf der 5
    4. Verteidiger hat den Ball wieder
    5. Gegnerischer Verteidiger hat den Ball 
    6. Gegner hat den Ball auf der 5
    7. Gegner hat den Ball auf der 3
    8. Eigentor

    Die Effektivitätsliste lässt sich von dieser Liste ableiten. Zusätzlich zeigt sie auch, was am schlimmsten ist, wenn man nicht rauskommt oder ein Versuch schief geht.
    Mit dieser Liste kann man also auch Sicherheit und damit Effizienz beim Rausspielen betrachten.

    An der 3er Reihe vorbei


    Das absolut wichtigste beim Rausspielen ist die gegnerische 3er Reihe. Erst wenn man an ihr vorbeigekommen ist, ist man überhaupt Rausgekommen.

    Generell kann man sagen, dass man schnell genug ist, um mit der 3er Reihe nicht reagiert werden zu können. Sollte man trotzdem Probleme haben oder möchte es dem Gegner noch schwieriger machen, gibt es ein paar Dinge, die man beachten kann.
    Ich werde zunächst auf Allgemeines eingehen, weil man für konkrete Beispiele eigentlich das gesamte System betrachten müsste.

    Schräg schießen:

    Schräge Schüsse sind für den Gegner schwierig zu kontrollieren. Er muss präzise blocken und selbst kleine Abweichungen können dafür sorgen, dass der Ball abgefälscht wird oder durch Spin an der Puppe abrollen. Dazu kommt, dass schräge Schüsse bei jedem Spieler leichte Winkelschwankungen haben.

    Stangenbegrenzung nutzen:

    Mit der 2er Reihe kann man sehr weite Wege zurücklegen ohne die Puppe wechseln zu müssen. Man kann also in dem Bereich rausspielen, in dem der Gegner seine Puppe wechseln (also weite Wege zurücklegen) muss, um noch an den Ball zu kommen.

    Natürlich schafft man es nicht jedesmal an der 3er Reihe vorbeizukommen. Dann gibt es folgende Möglichkeiten, was passieren kann: Es fällt ein Eigentor (8), der Gegner hat den Ball auf der 3 (7), oder man selbst hat wieder den Ball (4).
    Man möchte also möglichst ein Eigentor verhindern und noch besser den Ball wieder selbst haben.
    Je nachdem, ob man gerade oder schräg schießt, gibt es unterschiedlich gefährliche Abspielpunkte.
    Rot: Torgefährlich, selbst wenn  technisch korrekt gespielt
    Gelb: Torgefährlich, wenn technisch unsauber
    Grün: Sicher

    Gerade Schüsse
    Der rote Bereich ist direkt vor dem Tor. Deswegen geht jeder von der 3 geblockte gerade Schuss direktauf das Tor.
    Bei gelb markierten Bereichen kann es passieren, dass der Ball gefährlich auf das Tor kommt, wenn er nicht sauber geblockt oder geschossen wurde.
    Im grünen Bereich ist man immer auf der sicheren Seite mit geraden Schüssen.

    Der Tormann sollte also unbedingt zum Decken von möglichen Abprallern verwendet werden. Je nach Schusssystem kann man ungefähr abschätzen, wohin der Ball kommen wird und sich vorsorglich schon mit dem Tormann hinstellen.
    Deswegen ist es auch schlecht mit dem Tormann gerade zu schießen. Er steht immer vor dem Tor und die 2er Reihe hat nur wenig Zeit den Abpraller zu blocken. Der Tormann kann auch nicht blocken, weil Abpraller zu schnell kommen, um mit der schießenden Reihe zu blocken.

    Bei schrägen Schüssen ändern sich die Gefahrenbereiche. Man muss auch zwischen zwei Arten von schrägen Schüssen unterscheiden: Innen und Außen.
    Schräge Schüsse nach innen gehenin Richtung der eingezeichneten Mittellinie, Schüsse nach Außen von ihr weg.
    Natürlich kommt es bei der Gefährlichkeit von schrägen Schüssen auch stark auf den Winkel an. Deswegen sollte man diese Grafiken eher als Orientierung sehen.


    Schräg außen

     Da der Einfallswinkel gleich dem Ausfallswinkel ist, wird der Ball beim Block mit der 3 nur noch weiter nach außen abgelenkt und ist eigentlich immer ungefährlich.

    Schräg innen

    Bei schrägen Schüssen nach innen werden dadurch Bälle gefährlich, die leicht neben dem Tor abgeschossen werden.

    Generell kann man also sagen, dass schräge Schüsse nach innen gefährlicher sind, als nach außen. Allerdings gehen schräge Schüsse nach innen auch aufs Tor und sind deswegen deutlich effektiver. Bei schrägen Schüssen nach außen kann man höchstens Pässe spielen oder Banden.
    Ab diesem Punkt muss man also betrachten, womit der Gegner rechnet.
    Das würde allerdings den Rahmen eines Artikels sprengen, deswegen werde ich mich damit im nächsten Artikel zu diesem Thema beschäftigen.

    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

    Teil 3
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    Sonntag, 27. Juli 2014

    Schritt für Schritt: Pin schießen

    Diese Anleitung ist nicht wirklich für Pin-Neulinge, sondern eher für Fortgeschrittene gedacht. Spieler die anderen den Pin strukturiert beibringen oder Feinheiten an ihrem Schuss verbessern wollen.
    Anfänger können diese Anleitung auch benutzen, sollten aber unbedingt jemanden haben, der ihnen Handhaltung oder Stellung zum Tisch zeigen kann. Solche Sachen lernt man am besten am Tisch, weil sie sowohl mit Texten, als auch mit Bildern oder Videos nur mäßig zeigbar sind.

    Bevor es zur Schritt-für-Schritt-Anleitung geht, möchte ich noch gerne einige Begriffe klären.
    Es gibt bei einem Schuss immer eine Ausgangsposition, an der der Ball am Anfang des Schusses ist, und eine Abschussposition. (Bei einem Kurbler sind Ausgangs- und Abschussposition gleich)

    Der Pin besteht aus Seitwärts-, Aushol- (, Gegen-) und Schussbewegung.
    Seitwärts-, Aushol-, Gegen- und Schussbewegung

    Nicht jeder schießt mit Gegenbewegung. Es wird auch darüber gestritten, ob der Schuss mit oder ohne Gegenbewegung besser ist. Ich werde hier beides vorstellen ohne darauf einzugehen, was besser ist.

    1. Griff fangen lernen

    Übung: Ball vorne geklemmt, Jet aus dem Stand schießen.

    Hier wird zunächst allein die Schussbewegung trainiert.
    Der Griff sollte dabei ohne Schlupf über die Hand rollen
    (Dann braucht man kaum noch Kraft).

    2. Ausholbewegung lernen

    Übung: Ball auf Stangenhöhe ungeklemmt; aus dem Stand schießen.

    Bei dieser Übung kann man gezielt seine Ausholbewegung minimieren.
    Man kann auch eine Stange über den Tisch legen, um sich eine Grenze abzustecken.

    3. Seitwärtsbewegung lernen

    Übung: Ball vorne geklemmt führen

    Die Sprünge bei der Seitwärtsbewegung sollten immer weiter bzw. ruckartiger werden.
    Hier muss man auf eine parallele Ballführung achten. So kann man präziser schießen. Es ist auch die Grundlage für Wechsler und Pins aus dem Lauf.

    4. Ball treffen lernen (auch: Gegenbewegung lernen)

    Übung: Ball auf gewünschter Abschussposition, Puppe auf gewünschter Ausgangsposition (ohne Ball); liegenden Ball wegschießen
    Mit Gegenbewegung: Man zieht in der Ausholbewegung am Ball vorbei und geht  in der Schussbewegung wieder hinter den Ball.

    Der Ball soll möglichst gerade auf das Tor kommen. Die Gegenbewegung wird beim späteren Schuss tendenziell stärker ausfallen müssen. Hier wird einfach nur der Bewegungsablauf trainiert.
    Um die Schwierigkeit zu erhöhen, kann man von der 2er Reihe schießen. Die 3er und 5er Reihe können als zusätzliches Hindernis eingesetzt werden. Wenn man von der 2er Reihe schießt ist der Weg nämlich so weit, dass man bereits bei kleinen Winkeln erkennt, dass der Ball schräg kommt.

    5. Pin schießen

    Jetzt hat man alles trainiert, was man zum Pin schießen braucht.

    6. Präzision üben

    Übung: Die 2er Reihe wird an die Bande geschoben, an der man seine Präzision verbessern möchte. Dabei hat der Puffer zur Bande einen bestimmten Abstand.

    Der Abstand gibt die Schwierigkeit an. Dabei ist die Länge der Seitwärtsbewegung entscheidend. Je weiter die Seitwärtsbewegung, desto schwieriger wird es kleinere Lücken zu treffen.
    Ich habe als Abstandsmaß "Finger" gewählt, man kann aber auch Ballbreiten nehmen.

     

    lang:    gesamte Breite des Tors
    mittel:  halbe Breite des Tors
    kurz:    viertel Breite des Tors

    7. Praxisnah trainieren

    Übung: Ein Trainingspartner gibt verschiedene Bewegungsmuster vor.

    Die rein technische Seite des Schusses wird in den ersten 6 Schritten trainiert. Jetzt geht es darum unter Spielbedingungen zu trainieren.
    Hier ein paar Vorschläge:
        a) rhythmische, synchrone Bewegung
        b) rhythmische, asynchrone Bewegung 
        c) stehenbleiben und irgendwann mit einer Puppe wegbewegen (auf Wegziehen)
        d) stehenbleiben und beim Schuss reinreagieren (auf Lücke)



    Die ersten 4 Schritte müssen nicht unbedingt in dieser Reihenfolge trainiert werden. Jeder Spieler hat verschiedene Stärken und Schwächen. Entsprechend hat auch jeder unterschiedliche Probleme beim Lernen des Pins. Manche haben Probleme den Ball zur Seite zu bewegen, haben aber eine sehr kleine Ausholbewegung, während andere manchmal die Stange verlieren, aber sonst satt auf die Ecken schießen. Mithilfe dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung kann man gezielt seine Probleme erkennen und angehen.

    Beim Trainieren sollte darauf geachtet werden, die Übungen zunächst sehr langsam zu machen. Dadurch erkennt man schnell, ob sich Fehler (gerade kleinere) einschleichen. Die Geschwindigkeit kommt dann automatisch mit der Sicherheit. Je besser also eine Übung klappt, desto schneller kann man werden. Entsprechend sollte man auch langsamer machen, wenn etwas mal nicht klappt. So erkennt man dann auch, welchen Teilschritt man gezielt verbessern sollte.

    Ich selbst hatte Probleme damit, dass ich zu viel Kraft in meinen Schuss gelegt habe.
    Um das abzutrainieren habe ich meine Ausholbewegung reduziert (2), die Anspannung bei der Ballführung reduziert (3 & 4) und den Schlupf beim Schuss reduziert (1).

    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 20. Juli 2014

    Was bedeutet "gut rauskommen"? (Teil 1)

    Ein guter Verteidiger hält gut und kommt immer raus. Er wird nie direkt ein Spiel gewinnen. Dafür sind zu viele Figuren im Weg, als dass er alle Tore schießen könnte. Er kann aber den gegnerischen Stürmer durch das Decken aus dem Spiel nehmen und seinen eigenen durch gutes rauskommen ins Spiel bringen.
    Ein guter Verteidiger gewinnt also Spiele – nur eben nicht direkt.

    Doch was bedeutet "gut rauskommen"?

    Zum einen kann man das rauskommen an der Effektivität festmachen:

    1. Tor schießen

    Ein Tor ist natürlich das beste, was man mit einem Ball anstellen kann.

    2. Pass auf die 3er Reihe (Einzel auch Pass 2er auf 5er Reihe)

    Ein solcher Pass baut einen Stürmer perfekt auf - selbst wenn er verschießt. Durch die erhöhte Anzahl an Chancen kann er sich stabilisieren und auch über das gesamte Spiel konstanter Tore schießen. Man könnte daher auch argumentieren, dass ein Pass auf die 3er Reihe am Effektivsten ist. Ich habe mich aber für diese Reihenfolge entschieden, weil für sich betrachtet ein Tor effektiver ist.

    3. Auf die Deckung schießen

    Wenn man auf die Deckung des Verteidigers schießt passiert es schnell, dass der Ball auf die eigene 3er Reihe fällt. Das ist ähnlich gut wie ein direkter Pass auf die 3er Reihe, nur eben nicht so konstant. Dafür übt man auch ein wenig Druck aus, weil der Ball bei einem Fehler des gegnerischen Verteidigers auch ins Tor gehen kann.

    4. Auf die 5er Reihe schießen

    Wenn man dem gegnerischen Stürmer auf die 5er Reihe schießt, erhält man einen ähnlichen Effekt wie beim schießen auf die Deckung. Allerdings fehlt hier die hintere Bande. Wird der Ball nämlich angeschnitten, prallt er nicht direkt von der hinteren Bande auf die 3er Reihe, sondern geht weiter zum gegnerischen Verteidigerbereich. Der eigene Stürmer könnte den Ball zwar auf der 3er Reihe fangen, aber das Zeitfenster ist dafür in den allermeisten Fällen viel zu klein.

    5. An 3 und 5 vorbei

    Hauptsache raus lautet hier die Devise. Der Ball geht immerhin am gegnerischen Stürmer vorbei und wird dann entweder vom eigenen Stürmer oder gegnerischen Verteidiger gefangen.Ist natürlich nicht elegant, aber manchmal braucht man eine Notlösung.

    6. An der 3er Reihe vorbei

    Die grundlegendste Form des rauskommens. Diese Hürde muss unter allen Umständen genommen werden. Ein Ballverlust auf die gegnerische 3er Reihe ist mit das schlimmste, was einem passieren kann.

    7. Eigentor bzw. Foto

    Noch schlimmer als ein Ballverlust auf die 3er Reihe ist natürlich ein Eigentor. Man ist nämlich gar nicht erst rausgekommen.
    Dazu zähle ich aber keine Eigentore, die vorher an sämtlichen Reihen vorbeigekommen sind. Streng genommen ist man nämlich schon am gegnerischen Stürmer vorbeigekommen und der eigene Stürmer hatte genügend Zeit sich den Ball zu holen.


    Dem Gegner ist diese Effektivitätsabstufung auch bekannt. Deswegen wird er mehr auf Tore oder Pässe auf die 3er Reihe achten. Das macht es natürlich entsprechend schwieriger. Man sollte also beim Rausspielen auch darauf achten was passiert, wenn es nicht so klappt, wie man es sich vorgenommen hat.
    Bei Torschüssen sollte also darauf geachtet werden, dass man an der 3er und 5er Reihe auf jeden Fall vorbei kommt. Wird der Ball erst vom gegnerischen Verteidiger gehalten, ist die Chance hoch, dass der Ball dem eigenen Stürmer auf die 3er Reihe fällt.

    Sollte man trotzdem Probleme haben, kann man Punkt 1 und 2 außer acht lassen, um möglichst sicher rauszukommen.
    Ich halte sehr wenig davon bei Problemen mit schwierigen Schüssen anzufangen. Diese sind zwar schwieriger zu blocken, aber eben auch schwieriger zu schießen. Dabei passiert es schnell, dass man den Ball auf die 3er Reihe verliert oder mit der Effektivität nur auf 6 kommt.
    Als Stürmer ist mir ein Verteidiger mit konstanter Effektivität 3 bis 5 tausend mal lieber als ein Verteidiger der meistens bei 6 oder weniger liegt und manchmal ein Tor schießt.

    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

    Teil 2
    Inhaltsverzeichnis

    Sonntag, 13. Juli 2014

    Schuss retten



    Viele Stürmer kennen das Problem: man übt und übt, aber immer wieder bricht einem ein Schuss weg. Wenn man allerdings erkennt, was man gerade falsch macht, kann man auch im Spiel seinen Schuss wieder retten.
    Als Pin-Schütze kann ich nur Tipps für diesen Schuss geben. Aber ich denke, dass auch Jet-Schützen sich das eine oder andere abschauen können.
    Im Spiel lässt sich der Schuss natürlich schwieriger retten, als im Training. Man kann aber bei ITSF und mittlerweile auch bei P4P zwischen den Sätzen üben. Diese Zeit sollte man unbedingt nutzen. 
    Man kann aber auch lernen den Schuss im Spiel zu retten. Dafür muss man die Probleme schnell erkennen und die Lösung schnell umsetzen können.
    Technische Probleme bedeuten so gut wie immer, dass der Schuss nicht gerade kommt. Entweder der Schuss kommt schräg an den Pfosten oder schräg zurück. Wenn der Schuss mit der Laufrichtung des Balls schräg kommt, spreche ich von „außen“ (z.B. an den Pfosten), wenn er schräg entgegen der Laufrichtung des Balls kommt, spreche ich von „innen“ (z.B. schräg zurück aufs Tor).
    Die Schüsse kommen schräg, weil man den Ball leicht exzentrisch trifft (wie bei einem Kantenpass).




    Die Gründe dafür können sehr verschieden sein:

    Schussbewegung

    Abroll- und Abschussbewegung müssen genau das richtige Timing haben, damit der Ball voll getroffen wird. Dauert die Schussbewegung zu lange, trifft man den Ball zu spät und er geht nach außen. Die Schussbewegung kann zu lange dauern, wenn die Ausholbewegung zu groß ist oder man Schlupf am Griff hat. Den Schlupf kann man mit einem Bändchen minimieren. Technisch kann man ihn auch minimieren, indem man auf seinen Griffkontakt beim Abrollen achtet (z.B. indem man leichten horizontalen Druck zu sich auf den Griff ausübt).
    Bei kurzen Schüssen kann es auch passieren, dass die Schussbewegung zu kurz gemacht wird und entsprechend geht der Ball nach innen.

    Seitwärtsbewegung

    Wenn man den Ball zur Seite bewegt, kann es passieren, dass man ihn nicht so schnell mitnimmt, wie die Puppe sich bewegt. Das kann passieren, wenn man zu wenig Kontakt auf dem Ball hat. Oder aber man macht einen Fehler (wie z.B. verkrampfen) wodurch die Puppe dem Ball hinterherhängt. Auf jeden Fall ändert sich die Stellung von Ball zu Puppe bei schlechter Durchführung und man trifft den Ball exzentrisch.

    Abschusspunkt

    Gerade wenn man mit Gegenbewegung schießt kann es passieren, dass man den Ball nicht an der richtigen Position trifft. Dabei kann der Schuss auch daneben gehen, wenn man gerade schießt, weil man den Ball an einer zu frühen bzw. zu späten Position trifft.

    Ballbewegung

    Wenn man den Ball zur Seite bewegt, sollte man darauf achten, ihn möglichst parallel zur Stange zu führen. Es kann schnell passieren, dass man den Ball nach hinten (also Richtung Stange) nimmt bei der Seitwärtsbewegung. Dann trifft man den Ball beim Schuss zu früh und er geht nach hinten.

    Die Fehlerquellen und ihre Lösung habe ich abschließend in einer Tabelle zusammengefasst. So kann man direkt sein Problem erkennen und versuchen es zu lösen.



    Es bietet sich an die Lösungen im Training auszuprobieren. Dafür empfehle ich den Schuss bewusst langsam und sauber zu schießen. Wenn es nicht klappt, einfach noch langsamer schießen, bis man es hinbekommt. Durch das langsame schießen kann man sich besser auf die Technik konzentrieren.

    Viel Spaß beim Ausprobieren und vielen Dank fürs Lesen :)

    Autor: Lukas Übelacker

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