Sonntag, 19. April 2015

HI-Ball

Am 16.5. soll bei einem P4P Testturnier der neue HI-Ball getestet werden.
Wir haben den Ball vorab getestet und möchten euch unsere Meinung dazu vorstellen:


Eigenschaften

Der neue Ball ist schwerer als der Alte und hat eine stark angeraute Oberfläche.
Das Material ist beständiger, der Ball kostet aber 5€ statt 2€.

Spielgefühl

Durch das erhöhte Gewicht wird der Ball langsamer aber wuchtiger geschossen, was schnell dafür sorgt, dass eine im Einzel aufgestellte Deckung relativ oft einfach aus dem Weg geräumt wird.  Das gleiche Problem stellt man auch auf  Leonhart und Garlando fest.
Immerhin hält der HI-Ball durch das erhöhte Gewicht besser die Spur, was gerade beim Tic Tac auf der 5er Reihe interessant ist.
Die stark angeraute Oberfläche macht den Ball zumindest anfangs sehr griffig, manchmal aber auch zu griffig. Man kann zwar wie oben beschrieben den Ball besser im Tic Tac halten, muss aber immer darauf achten, dass er nicht zu langsam rollt, sonst kann es durchaus passieren, dass er einfach so “verhungert“ und liegen bleibt. Das passiert aber nicht nur beim Tic Tac, sondern teilweise auch einfach so. Das macht das Spiel gefühlt langsamer und auch langweiliger.

Verschleiß

Der Ball behält deutlich besser seine rundheit, als der momentane P4P Ball. Auch die Oberfläche ist weniger anfällig für Kratzer und Scharten.
Ein großes Problem ist allerdings die Oberfläche. Feine Fasern, die abstehen und so für die Griffigkeit sorgen, werden durch die ständige Spielbelastung mit der Zeit plattgedrückt. Dadurch geht der gute Grip relativ schnell verloren. Diese Eigenschaft kann man auch an den ebenfalls angerauten Bällen auf Leonhart, Garlando und Tornado beobachten.

Ergebnis

Der Ball verändert kaum seine Form, behält besser seine Spur, und das Setup für den Pull- oder Pushshot bereitet kaum bis gar keine Probleme.
Tic-Tac, egal auf welcher Stange geht wesentlich besser. Absprungverhalten von den Banden ist etwas anders, aber in Ordnung.
Dem gegenüber stehen aber auch einige elementare Nachteile.
Die Oberfläche verliert relativ schnell ihre Eigenschaften, wodurch man eigentlich genauso oft gezwungen ist einen neuen Ball zu kaufen, wie momentan. Bei dem mehr als doppelt so hohen Preis eine deutliche Verschlechterung.
Für Kneipen und Vereine sehen wir es als noch wesentlich ungünstiger, wenn der Ball seine Griffigkeit verliert, da auf abgespielten Tischen selbst neue Bälle nicht mehr rund laufen.
Das erhöhte Gewicht ist ein Unding fürs Einzel. Es darf eigentlich nicht sein, dass man nur stumpf auf die Verteidigung ballern muss, um ein Tor zu schießen. Rumfliegende Bälle werden gefährlicher, da sie einfach durch die Puppen fliegen können.
Ein Langzeitproblem wird auch der Verschleiß der Puppen sein. Wer mit verschiedenen Bällen trainiert, kennt dieses Problem vermutlich. Die Puppen sind durch das größere Ballgewicht ständig einer höheren Last ausgesetzt und müssen deswegen öfter getauscht werden.
Ärgerlich und kostenintensiv für Vereine, Kneipen und Turnierveranstalter.


Fazit


Grundsätzlich ist es immer schlecht, wenn ein Ball erst angeraut werden muss, um die Griffigkeit zu verbessern. Auch wenn dieser Ball sonst einige gute konstante Anlagen aufweisen kann, ist damit nichts gewonnen, da sich der anfangs gute Grip viel zu schnell verliert.
Ein Ball der noch dazu relativ langsam im Rollverhalten ist und oft einfach liegen bleibt, und somit jeglichen Spielflow zerstört, macht einfach keinen Spaß und ist mit einem voranschlagten Preis von 5€  definitiv zu teuer.

Autor: Asimenia Kiroglou

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Sonntag, 12. April 2015

Wie spiele ich am besten, wenn mein Gegner mich in- und auswendig kennt?

Wenn der Gegner einen komplett kennt, dann bedeutet das, dass er alle Optionen kennt, die man spielt. Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, dass man seine Optionen verändert. Doch was unterscheidet die einzelnen Optionen voneinander?

Theorie

Bereits in anderen Artikeln haben wir versucht, die Eigenschaften eines Schusses oder Passes festzuhalten.

3er Reihe (Waffen nutzen (Teil 2))

- Position: Auf welche Position man schießt.
- Ausgangsposition: Von welcher Position aus man schießt.
- Timing: Nach welcher Zeit man schießt.
- Stellung auf dem Ball: Ob man den Ball voll, links versetzt oder rechts versetzt klemmt.
- Fakes: Täuschbewegung unmittelbar vor dem Schuss (z.B. Wechsler).
- Bewegung vor dem Schuss: Zucken oder Wandern, bevor man schießt. Im Gegensatz zum Fake sind diese Bewegungen nicht unmittelbar vor dem Schuss.
- Schussart: Pin, Jet, Zieher, ...




Die wichtigste Eigenschaft eines Schusses ist die Position. Je nach Schusssystem ändern sich die Anteile der einzelnen Positionen.
Jet hat noch zusätzlich die kurzen Optionen, genau wie Zieher. Bei Pin kommen noch Wechsler dazu, die ich auch nicht berücksichtigt habe.

Das sind nur Richtwerte, die von Spieler zu Spieler oder auch von Region zu Region unterschiedlich sein können. Vom Prinzip her passt die Überlegung aber immer. Man muss nur ggf. die Anteile durch Beobachtungen korrigieren.
Die Anteile kann man dann gegen Spieler, gegen die man schon oft gespielt hat, verändern und so mehr Tore schießen.

5er Reihe (Waffen nutzen (Teil 2))

- Position: Auf welche Position man passt (meist Bande oder Feld).
- Ausgangsposition: Von welcher Position aus man passt. - Timing: Nach welcher Zeit man passt.
- Stellung zum Ball: Ob man voll, links versetzt oder rechts versetzt hinter dem Ball ist.
- Fakeart: An die Bande fahren, Schuss antäuschen, wischen (Fakearten auf der 5er Reihe)
- Bewegung vor dem Pass: Wie der Ball geführt wird und welche Fakes angedeutet werden.
- Ballgeschwindigkeit: Mit welcher Geschwindigkeit der Ball geführt wird.
- Passart: Brush, Kantenpass, Stickpass,...
 
Wenn man eine dieser Eigenschaften ändert, kommt eine ganz neue Option mit anderem Setup heraus. Wenn man den Ball anders führt, klemmt oder anders zu ihm steht, weckt das andere Erwartungen beim Gegner. So kann einem die Art der Veränderung vollkommen banal vorkommen, aber sie wird trotzdem funktionieren, da der Gegner nicht mehr auf sein altes Muster zurückgreifen kann. Er muss sich anpassen und bis dahin kann man leichter passen und schießen.

Die wichtigste Eigenschaft eines Passes ist die Position. Viele haben eine bevorzugte Position (Bande oder Feld), die sie öfter spielen. Sie haben dann mehr Optionen, Fakes, Setups und können die Pässe auf diese Position besser abtimen oder sicherer spielen.
Am besten beobachtet man das und tauscht dann die Anteile. Spielt man also 70% Feldpässe und 30% Bandenpässe, sollte man zu 30% Feldpässe und 70% Bandenpässe übergehen. Dabei merkt man auch, welche Unterschiede bestehen und warum man die eine Position bevorzugt.
Bei Fakes funktioniert das genauso. Gibt es Fakes, nach denen man immer ins Feld spielt? Andere Fakes bei denen man öfter an die Bande spielt? Die Fakes kann man mithilfe von "Fakearten auf der 5er Reihe" differenzieren.

Defensive (Was bedeutet "gut rauskommen" (Teil 2))

1. Tor schießen
2. Pass auf die 3er Reihe (Einzel auch Pass 2er auf 5er Reihe)
3. Auf die Deckung schießen
4. An 3 und 5 vorbei
5. Auf 5er Reihe schießen
6. An der 3er Reihe vorbei

Beim Rausspielen gibt es meistens mehr Optionen, als auf der 3er Reihe. Deswegen dauert es tendenziell länger, bis der Gegner alle Optionen kennt. Das eigene System lässt sich auch einfacher erweitern. Man kann seine angestrebte Effektivität für einige Bälle reduzieren, um weiterhin konstant und gut rauszukommen. Die Aufgabe des Verteidigers ist es schließlich, den Stürmer zu unterstützen. Deswegen kann man sich auch darüber streiten, ob ein Tor oder ein Pass auf die 3 ideal sind. Wechselt man zwischen den beiden, ist man schwierig zu blocken und hat immernoch eine sehr hohe Effektivität.

Einstellung

Schnell macht man den Fehler, dass man nur aus dem Bauch heraus spielt. Beide Spieler kennen sich schon sehr gut und man macht sich gar nicht mehr die Mühe, über das Spiel nachzudenken.
Das kann natürlich Spaß machen, aber man wird sich nicht weiterentwickeln.
So kann es schnell passierern, dass Spielergruppen immer auf einem Stand bleiben.

Um sich auch zu verbessern, wenn man gegen einen bekannten Gegner spielt, sollte man Regelmäßigkeiten ausnutzen oder ausbessern.
Gibt es Pässe oder Schüsse, die der Gegner immer macht?
Wie kann ich das ausnutzen?
Welche Optionen spielt man selbst immer und wird immer geblockt, weil der Gegner das weiß?
Sollte man Probleme damit haben, sich anzupassen, sollte man unbedingt sein Spiel genau beobachten und sich dabei diese Fragen beantworten.

Weniger trocken ist es, das Gegenteil vom dem zu spielen, was man normalerweise tun würde. Man schaut sich dafür die gleichen Optionen an, die man sich auch sonst anschauen würde. Wenn man sich dann aber entschieden hat, tut man genau in dem Moment etwas anderes.
Schaut man also auf den Feldpass und entscheidet sich dazu ihn zu spielen, macht man stattdessen einen Bandenpass. Oder wenn man nach links schießen will, schießt man in dem Moment, in dem man sich entschieden hat, stattdessen nach rechts.
Diese Methode ist sehr gut, wenn man immer geblockt wird, obwohl man immer der Meinung war, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. (Schießen auf Muster)

Training

Etwas Neues oder Anderes zu spielen erfordert immer auch technische Mittel, die man sonst nicht spielt.
Sich neue Stile auszudenken ist sehr schwer, vor allem weil diese dann immer durch einen selbst geprägt wurden. Die Umstellung von z.B. einem Mitte- auf ein Langsystem ist also noch nicht der Schlüssel zum Glück.
Neue Stile kann man aber bei jedem anderen Spieler entdecken. Es gibt auch genügend Videos von Topspielern, bei denen man sich die verschiedensten Stile anschauen kann.
Im Training sucht man sich einen Spieler als Vorbild und versucht ihn so genau wie möglich zu kopieren.
Ruben Heinrich ist z.B. ein interessanter Einzelspieler, der unglaublich viel Druck machen kann.
Er spielt meistens sehr schnell, lässt sich aber immer wieder viel Zeit und dominiert so die Spielgeschwindigkeit.
Björn Brose spielt einen extrem statischen Rechtslang.
Jonny Müller spielt fast schon Tornado-TikTak und Szüle hat glaube ich noch nie einen Pass ohne Fake gespielt.
Die Liste ist denkbar lang und es macht sehr viel Spaß, die verschiedenen Stile auszuprobieren.
Es hilft zum einen für die Technik, weil man neue Aufgaben lösen muss und zum anderen kann man sein eigenes System verbessern, weil man einen weiteren Horizont hat.

Trainiert man alleine, sollte man sein Technikspektrum erweitern.
Spielt man z.B. Pin Mitte, lohnt es sich Jet Mitte oder Pin Rechtslang zu lernen. Oder wenn man Zieher von hinten spielt, bringt es viel, auch Banden zu lernen.
Selbst wenn man es in normalen Spielen nicht braucht, hilft es für die Ballkontrolle. Man kann so auch neue Optionen trainieren, um Gegner zu überraschen, die schon alles von einem kennen. Und wenn es nur 2-3 mal pro Spiel gebraucht wird.

Autor: Lukas Übelacker

Sonntag, 5. April 2015

Schießen auf Muster

Du hast den Ball auf der 3 und der Gegnerische Torwart zeigt dir ein langsames Muster. Egal welche Lücke du ausprobierst, der Gegner stand schon vorher da und du schießt nur gegen seine Figuren.
Was kannst du anpassen um die Lücken zu finden?

Dieser Artikel ist die Erweiterung zu "Schießen auf eine Reaktive Deckung". Hier ist die Voraussetzung, dass der Gegner euch nicht einfach 'rausfährt, sondern euch ein Muster anbietet bei dem ihr die Lücken bzw. die richtigen Zeitpunkte für die Lücken nicht findet. Das aktuelle Konzept hat sich als nicht wirksam erwiesen also muss man etwas anpassen. Hier sind ein paar Ideen die man ausprobieren kann.

Aber erstmal muss man diese grundlegende Frage klären:

Wie hält mich der Torwart?

Hierbei unterscheide ich erstmal grundlegend unter folgenden Varianten:

  1. Auf Reaktion
    siehe 
    "Schießen auf eine Reaktive Deckung"
  2. Shuffle Defense
    Zeichnet sich durch extrem schnelles bewegen aus. Hierfür sind die Tipps nicht geeignet und wir werden einen eigenen Artikel zum Durchbrechen dieser Verteidigung schreiben.
  3. Schnelle Muster
    Der Torwart fährt alle Bereiche des Tors ab. Er bewegt sich relativ schnell und die Figuren bleiben nicht stehen. Man findet die Lücken, aber ist nur etwas zu langsam um diese Lücken auch zu treffen.
  4. Variable Muster
    Der Torwart gibt einem sehr rhythmische und eher langsame Muster vor die er leicht modifiziert. Er hat die Zeit erkannt die der Stürmer braucht um sich auf ein neues Muster einzustellen und passt seine Verteidigung kurz vor diesem Zeitpunkt an. Sodass der Stürmer sich für eine Lücke entscheidet, die sich dann nicht öffnet
Die Tipps in diesem Artikel sind besonders für Verteidigungen geeignet, die in die Kategorien 3 und 4 Passen. Grundlegend sollte man:
Keine Täuscher anwenden, da der Torwart ohnehin nicht auf diese reagiert und diese Präzision und Zeit kosten.

Wie erkenne ich die Lücken?

Es ist ratsam sich erstmal eine Ecke vorzunehmen und diese dann mindestens ein paar Sekunden zu beobachten. Wenn ich die Rechte Ecke ausspähe, dann kann ich gleichzeitig auch noch die mittlere und die rechts-dreiviertel Lücke (genau zwischen der Mitte und rechts) erkennen. Diese kann ich gleichzeitig wahrnehmen. Die Linke Ecke liegt zwar nicht in meinem direkten Blickfeld aber via Ausschluss kann ich ganz genau erkennen was da vor sich geht. Wenn eine Figur rechts steht und die andere in der Mitte, dann muss links frei sein.


Welche Zeitpunkte wähle ich?

Als mögliche Zeitpunkte für den Schuss habe ich mehrere Möglichkeiten. Ich schieße wenn dort wo ich hinsehe...
  1. ...die Lücke offen ist.
    Zu diesem Zeitpunkt geht die Lücke am ehesten schon wieder zu.
  2. ...sich die Lücke öffnet.
    Der Verteidiger steht in der Ecke und zieht gerade weg. Hier hat man die meiste Zeit um diese Lücke zu bedienen. Manche Torhüter täuschen ein Öffnen von Lücken nur an um im nächsten Moment wieder in diese zu fahren 
  3. ...die gegnerische Figur steht

Welche Option wähle ich?

Hier gibt es nur zwei unterschiedliche Ideen. Man schießt...
  1. ...auf Sicht in die Lücke in die man gerade blickt
    oder
  2. ..."blind" eine Option die man gerade nicht ansieht.

Wie soll das funktionieren?

Es gibt viele Szenarien, in denen ein paar von diesen Varianten besonders gut funktionieren. Hier ein paar Beispiele:

Es gibt Verteidiger bei denen es sehr schwierig zu erkennen ist wann Lücken offen sind. Es ist jedoch deutlich einfacher zu erkennen wenn Lücken geschlossen sind. Bei diesen wartet man dann auf den Zeitpunkt zu dem Ecke und Mitte zu ist und schießt dann in die gegenüberliegende Ecke in die man gerade nicht blickt. Zudem sind sehr kleine Lücken in den Ecken oft einfacher zu treffen wenn man sich diese gerade nicht ansieht und diese nicht als vermeintlichen geschlossen einordnet.

Viele Spieler verraten unbewusst die Lücke die sie sich gerade ansehen. Beispielsweise dadurch, dass sie bei eingeklemmtem Ball ein kleines bisschen in diese Richtung wandern. Dieses kann in der Defensive dann dadurch ausgenutzt werden, dass diese Ecke die sich der Stürmer gerade ansieht bevorzugt dichtgestellt wird. Dann ist aber die andere Seite offen.

Bei Verteidigern die sich viel bewegen sind die Lücken nur relativ kurz geöffnet. Für den Fall, dass man zu langsam ist, wenn man versucht in die offene Lücke zu schießen, kann man versuchen auf die Figur zu schießen. Durch die Zeit die die Ausführung des Schusses kostet ist die Figur zu dem Zeitpunkt schon längst woanders. Manchmal funktioniert es auch gut auf eine offene Lücke zu warten und in diesem Moment in die gegenüberliegende Ecke zu schießen, die sich dann als nächstes öffnet.

Bei manchen Torhütern hat es nur den Anschein, dass sich die Lücken schließen. Die Ecken werden sind erst viel später geschlossen als es den Anschein hat. Hier kann es helfen, dass man auf die "sich schließende Lücke" schießt, da diese zu diesem Zeitpunkt noch geöffnet ist.

Gute Verteidiger bieten einem oft Muster an. Dieses Muster ist einfach zu antizipieren. Der Trick liegt darin, dass dieses Muster angepasst wird kurz bevor der Stürmer die Entscheidung getroffen hat und somit dann vor eine Figur schießt. Hier kann es funktionieren, dass man versucht eine aufgehende Lücke zu antizipieren, in diesem Moment aber eine andere Option schießt.

Fazit:
Wer merkt, dass er mit dem aktuellen Spiel nicht weiter kommt, muss etwas anpassen. Manchmal lohnt es sich auch unkonventionelle Ideen auszuprobieren. Falls diese nicht funktionieren steht man immerhin nicht schlechter da als mit dem vorherigen Spiel. Eine Schlechte Strategie ist besser als gar keine Strategie, denn ein denkender Spieler kann eine schlechte Strategie anpassen und kriegt eine bessere Strategie!



Diese Ideen funktionieren grundsätzlich auch auf der 5 und bei Schüssen aus der Verteidigung


Autor: Fabian Wachmann

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Sonntag, 29. März 2015

Offensive 5er Reihe

Du hast den Ball auf der 5 und willst ihn durchlegen. Aber der Gegner steht überall. Und das gleichzeitig. Worauf kannst du achten um den Ball durchzulegen?

Erstmal solltest du den Ball auf der 5 führen und dir dabei Zeit lassen, um ein Gefühl für die Bewegungen des Gegners entwickeln zu können. Dafür brauchst du ein gewisses Maß an Ballkontrolle, damit du nebenbei den Fokus auf den Bewegungen des Gegners haben kann. Ein für dich positiver Nebeneffekt ist, dass die Konzentration und die Reaktionsfähigkeit des Gegners mit der Zeit nachlassen.
Bei der Analyse des Gegners kannst du auf folgende Punkte achten:
  • Gibt es Bereiche in denen sich der Gegner nicht aufhält?
    • Fährt er gewisse Bereiche nicht ab?
    • Fährt er weit genug ins Feld, um den Pass direkt neben der zweiten Figur zu blocken?
    • Steht er entweder weit im Feld oder nah an der Bande? Bei manchen Spielern ist der Pass zwischen diesen beiden Optionen immer frei.
    • allgemein ändert sich bei manchen Spielern das Defensivverhalten, wenn der Ball weit von der Bande entfernt ist bzw. nah an dieser. Daraus ergeben sich mitunter noch ein paar weitere Optionen
    • Auf Veränderungen in der Defensive sollte man sich schnell anpassen
  • Fährt er immer mit der gleichen Geschwindigkeit hin und her?
    • Falls er das macht, öffnen sich gewisse Lücken zyklisch. Mit etwas Übung kann man diese gut abpassen. (Hierzu kommt noch ein eigener Artikel.)
    •  Wie reagiert der Gegner auf Fakes/Pässe? (Fakearten auf der 5er Reihe)
      • Fährt er in die Lücke?
      • Bleibt er stehen?
      • Beim ersten Ball sollte man sich dies genau anschauen. Beim Zweiten kann man testen, ob er das gleiche macht, um zu erkennen, ob er nach bestimmten Mustern vorgeht.
    •  Ändert der Gegner sein Blockverhalten mit der Zeit?
      • Manchmal ändert der Gegner innerhalb von den 10 Sekunden sein Defensivverhalten und man fängt praktisch von vorne an, sich das Muster anzuschauen. Im Notfall kann man hier eine Auszeit nehmen
    •  Was passiert, wenn man dem Ball nach einem Block des Gegners auf die eigene 5 zurück springt? 
      • Versucht er diesen dann generell besser zu blocken?
      • Kümmert er sich um die andere Option?
      • Kann der Gegner effektiv blocken?
        Wenn man einen Ball immer wieder bekommt (z.B. den Pass an die Bande), kann man diesen so lange wiederholen, bis der Gegner mal nicht an der Bande stand. 
    Man kann diese Liste auf jedes Passsystem anwenden. Sie hilft einem dabei, sein Timing besser zu wählen und den richtigen Pass für jede Deckung zu finden.
    Meistens braucht man gar nicht sein ganzes Repertoire. 3-4 Pässe reichen aus, wenn man sie gut auf
    die gegnerische Deckung anpasst.
    Reagiert der Gegner zum Beispiel unterbewusst auf einen Fake an die Bande, kann man seine 5er Offensive auf folgenden Pässen aufbauen:
    • Fake => Feldpass
    • Fake => warten bis er von der Bande wegzieht => Bandenpass
    • Feldpass
    Je nachdem, mit welchen Pässen man sich wohler fühlt, können auch andere Pässe für diese Deckung benutzt werden. Sie müssen nur genauso die Schwächen einer Deckung ausnutzen können. 

    Autor: Fabian Wachmann
    Berater: Phillip Pauli

    Sonntag, 22. März 2015

    Wie verliert man richtig?

    Niemand verliert gerne. Gewinnen macht einfach mehr Spaß.
    Das führt aber schnell zu einer falschen Einstellung im Spiel.

    Man darf keine Angst vor dem Verlieren haben, 
    sondern sollte Spaß am Gewinnen haben.

    Mit Gewinnen sind bereits gute Spielzüge gemeint. Hat man den Ball erfolgreich gepasst, rausgespielt oder weggeschossen? Solche kleinen Erfolge muss man bei sich anerkennen, selbst
    wenn man das ganze Spiel verlieren sollte. Ein Sieg ist auch nur die Summe kleiner Erfolge.
    So fällt es leichter eine Niederlage konstruktiv zu verarbeiten. Frust schadet dem Spiel nur und wieso sollte man überhaupt weiter machen, wenn man vom Spielen nur frustriert wird.

    Es gibt natürlich Gründe, warum man verloren hat und diese muss man genau analysieren,
    um sich zu verbessern:

    Mangelnde Technik

    Hat man den Ball oft verschossen? Hat man den Pass nicht gefangen? Hat man den Ball auf die 3er Reihe verloren? Mangelnde Technik kann überall auftreten. Im Training kann man dann aber seinen Fokus darauf legen. Sind es viele Baustellen gleichzeitig, muss man erst einmal Prioritäten setzen.
    Fängt man seine Pässe nicht und verschießt oft, sollte man zuerst Passen üben, da man ohne Ball eh nicht schießen kann. Worauf man genau seinen Fokus setzt, ist von Spieler zu Spieler unterschiedlich. Man kann sich aber mit anderen, vor allem Besseren, austauschen, um herauszufinden, was man am besten trainieren sollte.

    Falsche Taktik / Strategie

    Hat man auf die falschen Sachen geachtet? Hat man die falsche Auswahl an Pässen / Schüssen gespielt? Spielt man die richtige Taktik / Strategie? Der Fehler liegt meistens darin, dass man spielt, was man spielen möchte und nicht, was gerade am besten ist. Man muss immer darauf achten, was der Gegner tut und sich darauf einstellen. Es hilft nichts, wenn man einen sehr guten Schuss/Fake/Pass hat, der Gegner aber genau das blockt. Das gleiche gilt auch beim Blocken. Will der Gegner unbedingt die eine Option spielen, dann sollte man sich da hinstellen. Selbst wenn es nach dem 4. oder 5. Mal bescheuert wirkt.
    Wenn man das Spiel als Ganzes betrachtet, hat man die Spielgeschwindigkeit dominiert? Technische Spieler neigen dazu, die Spielgeschwindigkeit anzuziehen. In diesem Fall muss man sich bei Ballbesitz  viel Zeit lassen. Das nimmt den Gegner aus seinem Spielfluss. Bei strategischen Spielern ist es umgekehrt. Sie sind meistens nicht sehr schnell in ihren Entscheidungen. Also etwas unkonventioneller spielen und vor allem schneller sein.


    Schlechte Einstellung / Nervosität

    Wenn es schlecht läuft, spielt man oft riskanter und versucht mehr Druck zu machen. Schneller spielen ist aber in Wirklichkeit ein Zeichen von Angst. Mit dem Ballbesitz kommt auch eine Verantwortung in sinnvoll zu verarbeiten (z.B. zu einem Tor). Diese Verantwortung kann man leicht abgeben, indem man den Ball schnell schießt. Wenn man sich dazu entschließt schneller zu spielen, dann nur aus taktischen Gründen. Läuft es aber schlecht, sollte man sich eher Zeit lassen und einen neuen Plan entwickeln.
    Nervosität ist ein Zeichen für fehlende Konzentration. Man ist nicht mehr voll auf das Spiel fokussiert, sondern denkt auch über Rahmenbedingungen nach. Um das abzustellen, denkt man über vergangene und zukünftige Spielzüge nach (z.B. während einem Time-Out). Das lenkt den Fokus wieder auf das Spiel.

    Bei einem verlorenen Spiel kann einem sehr viel auffallen, was man falsch gemacht hat. Wenn man Spaß am Gewinnen hat, dann sucht man auch nach Möglichkeiten, um diese Probleme zu beheben.
    Hat man zum Beispiel den Ball gerade verschossen, sollte man sich nicht darüber ärgern. Stattdessen sollte man überlegen, wie man den Ball am besten blockt und wieder bekommt. Das gleiche gilt, wenn man den Ball auf die 3er Reihe verloren oder einen Pass nicht gefangen hat. Selbst wenn man ein Tor kriegt, sollte man besser darüber nachdenken, wie man den Ball am besten ins gegnerische Tor bekommt.
    Diese Einstellung hat jeder, der gerade am Gewinnen ist. Das führt dazu, dass Rückschläge besser verarbeitet und konstruktiv angegangen werden können. Diese Einstellung muss man auch beim Verlieren erreichen, um zum Sieger zu werden.
    Ein Problem hat aber nicht nur eine Lösung. Hat man eine gefunden, sollte man nach weiteren suchen. Dadurch erlangt das eigene Spiel mehr Tiefe.

    Man hat aber nicht alles falsch gemacht, wenn man verloren hat. Wie oben beschrieben, muss man auch kleine Siege (an-)erkennen und sich darüber freuen. Auf diesen Stärken kann man sein Spiel aufbauen.

    Was hat man richtig gemacht?

    - Gegner Probleme bereitet
    - Spielgeschwindigkeit dominiert
    - Bestimmte Reihen stärker? (Defensive, 5er, 3er)
    - Fakes, Schüsse, Pässe herausgefunden, die immer/oft funktionieren
    - An Gegner angepasst
    - Trainiertes gut umgesetzt

    Verlieren gehört zum Spiel einfach dazu. Wer aber richtig verlieren kann, wird mehr daraus lernen und viel öfter gewinnen.

    The master has failed more times than the beginner has even tried.- Stephen McCranie

    Autor: Lukas Übelacker
    Berater: Phillip Pauli

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    Sonntag, 15. März 2015

    Selbstbewusstsein

    Du spielst gegen einen starken Gegner. Er ist dir überlegen - eigentlich. Aber es läuft super für dich. Du führst und kommst bis zum Matchball. Nur leider nicht weiter. Am Ende fehlt ein bisschen Selbstbewusstsein und auf einmal hat sich das Blatt gewendet und du verlierst.
    Wie kann ich mit mehr Selbstbewusstsein Kickern?

    Im weiteren werden wir uns um das Tiefergehende Selbstwertefühl kümmern und müssen erstmal die  grundlegende Frage klären: Was ist Selbstwertgefühl im Tischfußball?

    Selbstwertgefühl besteht aus
    1. Selbstwirksamkeit, dem Grundvertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten das Spiel zu verstehen, also den Gegner zu analysieren, und motorisch den eigenen Angriff ausführen zu können
      und
    2. Selbstachtung, dem Vertrauen darin, die eigenen spielerischen Wertvorstellungen am Tisch umzusetzen und im Spiel ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.

    Selbstwertgefühl als solches kann man nicht direkt erzeugen. Es entspringt vielmehr aus unterschiedlichen Quellen. Diese sind:
    1. Zielgerichtet leben
    2. Sich selbst annehmen
    3. Bewusst handeln
    4. Eigenverantwortlich handeln
    5. Sich selbstsicher behaupten
    6. Persönliche Integrität


    Zielgerichtet leben

    Man muss im Tischfußball ein Ziel haben auf das man hinarbeitet. Dieses muss man für sich klar umrissen haben und dann auch die nötigen Aktionen in die Wege Leiten. Dieses Ziel kann sein, dass man zur Elite gehören will, dann muss man aber auch sein Leben dahin gehend ausrichten und mehrere Stunden täglich investieren. Es kann auch sein, dass man Tischfußball nicht unter dem Leistungsgedanken spielt und in erster Linie darüber den Kontakt mit anderen Menschen sucht und in erster Linie eine schöne Zeit beim Spielen haben will.
    Aber nicht nur große Ziele sind entscheidend, sondern auch die ganz kleinen. Wie zum Beispiel das Ziel das Match zu gewinnen und dementsprechend eine klare Strategie zu verfolgen die dies möglich macht.


    Sich selbst annehmen

    Man muss mit seinen Leistungen im reinen sein. Innere Zerrissenheit hilft einem nicht weiter. Jeder Spieler macht Fehler und die muss man akzeptieren und weiterspielen lernen als wären keine passiert. Wenn man sich selbst keine Fehler verzeihen kann, werden die zu einem großen Problem und zieht einen nur unnötig runter, was dann in noch mehr Fehlern endet. Es entstehen selbsterfüllende Prophezeiungen wie "der geht sowieso gegen den Pfosten" und die Wahrnehmung fokussiert sich auf die eigenen Fehler.
    Wenn man zum Beispiel den Anspruch hat zu den besten Spielern zu gehören, aber leistungsmäßig nicht annähernd mithalten kann, dann sollte man seine Ansprüche an sich selbst anpassen. Das heißt nicht, dass man sein Ziel aufgeben muss, es geht eher um eine realistische Selbsteinschätzung der aktuellen Fähigkeiten. Gute Zielsetzung bringt einen sehr weit voran. Mehr zu dem Thema könnt ihr hier nachlesen.


    Bewusst handeln

    Man muss im klaren darüber sein was beim Spiel passiert. Insbesondere auch was man macht und wieso man es macht. Nur wenn man sich darüber im klaren ist, kann man auch Anpassungen vornehmen, falls das eigene Spiel nicht funktioniert. Es ist also die Grundlage dafür, den Gegner analysieren zu können.
    Auf der Anderen Seite im Blindflug durch das Spiel zu gehen ist schön, wenn es funktioniert. Aber sobald dies nicht der Fall ist muss angepasst werden. Auch Panik hilft einem an der Stelle nicht, da man hier die Kontrolle komplett abgibt. Dies hat auch mit der Kontrolle eigener Nervosität im Spiel zu tun. Man muss in der Lage zu sein nicht-zielführende Gedankengänge abzuschalten und seinen Fokus auf den Moment zu lenken (siehe hier).


    Eigenverantwortlich handeln

    Keiner wird dir helfen. Du musst selbst die Initiative ergreifen, um deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse umzusetzen. Damit ist zum einen der Anspruch an die Eigene Technik, der nur durch ein angemessenes Trainingspensum erreicht werden kann, und zum anderen der Anspruch an den Rahmen von Erfolg, den man sich selbst gesetzt hat und der nur durch ein angemessene Teilnahme an Spielen/Wettkämpfen etc, gemeint.
    Hierbei noch eine Notiz am Rande: Erfolg ist nur die Spitze des Eisbergs. Die derzeit erfolgreichsten Spieler mussten auch einen sehr weiten Weg gehen um dort hinzugelangen und sind keinesfalls bei jeden Turnier erfolgreich.


    Sich selbstsicher behaupten

    Dieser Punkt umreißt, dass man sich nicht von dem Gegner beeindrucken lassen darf und stets weiter kämpft. Man darf sich auf keinen Fall in Inaktivität zurückziehen und eine drohende Niederlage als gegeben hinnehmen. Man muss weiter aktiv mitspielen und sein bestes geben.
    Es gehört auch dazu, dass man die eigenen Vorstellungen an die Regeln im Konfliktfall ausdiskutiert und den Konflikt nicht scheut.
    Hiermit ist gemeint die Regeln in einem Fairen Rahmen auszulegen. Regelfickerei, also das Klammern an den Grashalm einer möglichen Regelverletzung in einem unterlegenen Spiel ist NICHT gemeint.


    Persönliche Integrität

    Man muss die eigenen Wertvorstellungen in angemessenem Rahmen auf sich selbst anwenden und seine eigenen Fähigkeiten in einem realistischen Rahmen abschätzen können.
    Man muss sich in Regelfragen objektiv mit der Spielsituation auseinandersetzen können. Weiterhin muss man zu die eigenen Fähigkeiten realistisch in dem Ist-Zustand bewerten können und nicht an dem Soll-Zustand (alles klappt Perfekt) messen.
    Dies hat auch viel mit der persönlichen Zielsetzung zu tun und kann erst mit einem gewissen Maß an Erfahrung umgesetzt werden. Man muss seine Fähigkeiten im Vergleich zu anderen realistisch einschätzen lernen.
    Als Paradebeispiel dient dient hier die Situation eines Spielers, der das erste mal bei einem P4P Turnier mitspielt. Dies Trifft auf 99% der Spieler 100%ig zu. War bei selbst auch nicht anders. Vorher dachte man selbst, dass man schon ganz gut kickern kann und möchte auf dem Turnier etwas erreichen. Auf dem Turnier stellt man fest, dass es nicht läuft. Nicht nur, dass die anderen besser sind, sondern man selbst spielt auch viel schlechter als sonst...



    Nur wenn diese 6 Säulen fest im eigenen Spiel verankert sind wird man mit großem Selbstwertgefühl an den Tisch treten können und dadurch sein eigenes Spiel besser bewerten können. Man Spielt mit mehr Freude und kann mehr umsetzen. Dadurch spielt man letztendlich auch stärker!
    Die meisten Spieler erreichen Selbstbewusstsein durch Referenzerfahrungen. Nachdem sich erste Erfolge eingestellt haben fällt durch die Erkenntnis der eigenen Fähigkeiten einiges an Anspannung ab und das Selbstbewusstsein nimmt zu. Dies spiegelt sich auch in der Körpersprache wider.



    Wer sich tiefergehend mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich das Buch "Die 6 Säulen von Selbstwertgefühl" von Nathaniel Branden. Dies wurde in einem allgemeinen Kontext geschrieben und der Inhalt lässt sich prima auf  Tischfußball übertragen.

    Autor: Fabian Wachmann

    Inhaltsverzeichnis

    Sonntag, 8. März 2015

    Schnell an neuen Tisch gewöhnen (Teil 2)

    Strategie

    Wenn man an einen neuen Tisch kommt, kann man meistens noch nicht sein normales System voll aufziehen. Es ist besser, sich bei den ersten Bällen auf die Technik zu konzentrieren, damit die Technik möglichst schnell funktioniert. Man sollte sich dann möglichst lange auf das verlassen, was technisch funktioniert.
    Wenn der Gegner nämlich blockt, muss er trotzdem noch auf den Schuss/Pass aufpassen. Schüsse/Pässe, die technisch gar nicht erst funktionieren, kann er ignorieren und sich auf andere Optionen konzentrieren.

    3er Reihe

    Wenn man also aus der Mitte nicht nach Links schießen kann, wird der Gegner Mitte und rechts so zustellen, dass man gar nicht mehr durchkommt.
    Schießt man allerdings nie nach Links, weil man weiß, dass man mit diesem Schuss Probleme hat, wird der Gegner das nie erfahren und man kann immer noch nach rechts treffen. Hat man ihn dann konditioniert, reicht auch ein schlechter Schuss nach links. (Artikelreihe: Waffen nutzen)
    Oft funktionieren Schüsse nicht, weil man zu schnell macht. Man sollte sich aber darauf konzentrieren, den Gegner abzutimen, statt schneller zu sein.
    Hat man Angst davor reagiert zu werden, kann man Wechsler spielen. Technisch einfacher geht es auch mit zucken. Einfach in eine Richtung anzucken. Je nachdem auf welche Positionen der Gegner reagiert, wird eine übrig bleiben. Hat man oft genug gezuckt und genug Informationen gesammelt, kann man zuschlagen. Sollte der Gegner gar nicht auf das Zucken reagieren, wird er auch auf einen Schuss wahrscheinlich nicht reagieren. (Artikel: Schießen auf reaktive Deckung)
    Mit der Zeit gewöhnt man sich dann an den Tisch und kann sein System langsam aufstocken.

    Sollte die Technik gar nicht laufen, braucht man Notfallschüsse. Der geworfene Kurbler ist eine sehr leicht erlernbare Technik, die eigentlich immer geht. Im Prinzip ist es ein Jet, nur dass die Seitwärtsbewegung nicht mit dem Unterarm gemacht wird und entsprechend leichter ist. Auf dem Bonzini ist dieser Schuss allerdings sehr schwer.
    Da kann man dann aus dem Handgelenk schießen (vor allem schräg).

    2er Reihe

    Beim Rausschießen gilt grundsätzlich das gleiche, wie auf de 3er Reihe: System reduzieren. Als Verteidiger hat man es auch vergleichsweise einfach, weil es schon reichen kann, wenn man 3er und 5er Reihe vorbeikommt. Pässe sind auf neuen Tischen besonders gut für den Stürmer (vielleicht sogar besser als ein Tor). (Artikelreihe: Was bedeutet gut rauskommen?)
    Handgelenkschüsse gehen eigentlich auf jedem Tisch und wenn man schräg schießt, kommt man auch sehr gut raus. Pässe lassen sich so auch sehr einfach spielen.

    5er Reihe

    Die 5er Reihe sollte, wie die 2er Reihe, weniger Probleme machen, als die 3er Reihe, weil man aus dem Handgelenk passt. Die Ballführung kann Probleme bereiten, aber da kann man seine Zeit voll ausnutzen, ohne dass der Gegner Einfluss nehmen kann. So kann man sich in Ruhe an den Tisch gewöhnen.

    Sollte das gar nicht funktionieren, kann man ein stark reduziertes Kantenpasssystem spielen. Für mich ein absolutes Standardsystem, mit dem allerdings viele überhaupt keine Erfahrung haben. Entsprechend gut blocken sie es auch.
    Man lässt den Ball von der zweiten Puppe losrollen und wartet mit der ersten an der Bande und spielt entweder einen Kantenpass ins Feld oder einen Stickpass an die Bande. Beide Optionen kann man auch spielen, nachdem der Ball von der Bande abgetropft ist. Den Winkel des Kantenpasses kann man relativ einfach variieren, um es dem Gegner schwerer zu machen, den Pass zu blocken.
    Fakes sind auch einige möglich.

    Wie bei der 3er Reihe, gilt auch auf der 5er Reihe, dass man nicht zu schnell machen sollte.
    Gegner abtimen, nicht schneller sein!
    Solte der Gegner reagieren, spielt man einfach Fakes (Artikel: Schießen auf reaktive Deckung)

    Verteidigen

    Es gibt Tische mit flachen oder mit hohen Toren. Bei den Tischen mit flachen Toren (z.B. P4P) steht der Torwart vor dem Tor. Wenn man ihn bis zum Anschlag bewegt, steht er neben dem Tor.
    Bei Tischen mit hohen Toren (z.B. Bonzini) steht der Torwart auf der Torlinie. Muss also bis zum Anschlag bewegt werden, um ganz in der Ecke zu stehen. (Manche Tische, wie Leo gibt es in beiden Ausführungen)
    Daran muss man sich gerade in den ersten Bällen gewöhnen, sonst stellt man sie aus Gewohnheit falsch und wundert sich, dass man nichts hält. Wenn man die Puppe aber bewusst auf die richtige Position stellt, kann man seine Intuition darauf einstellen.

    Am Bonzini darf man sich noch darüber freuen, dass die 2er Reihe zu kurz ist. Man kann also nicht mit beiden Puppen beide Ecken decken. Dadurch kann man manche Stellungen erst gar nicht spielen und auch Kreuzen wird schwieriger.

    Mentale Einstellung

    Manchmal kann die Umstellung auf einen Tisch sehr schwer fallen. Jeder Spieler hat auch Tische, die ihm weniger liegen.
    Gerade dann sollte man nicht negativ an die Sache heran gehen. Das einzige was man erreicht ist eine selbsterfüllende Prophezeiung.
    Wenn man sich auf den Tisch einlässt und sein Spiel anpasst, wird jeder Tisch zu meistern sein.
    Manchmal ist es nur eine Frage der Einstellung.

    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 1. März 2015

    Schnell an neuen Tisch gewöhnen (Teil 1)

    Technik

    Wenn man frisch an einen neuen Tisch kommt, muss man sich vor allem offensiv umstellen. Frei nach dem Motto: Im Weg stehen geht immer!

    Passen

    Zum Passen muss man schauen, ob der Tisch eher glatt oder klebrig ist. Das beeinflusst vor allem den Brush. Je glatter der Tisch ist, desto weiter hinten muss der Ball abgespielt werden. Es kann schnell passieren, dass man den Ball gerade spielt, weil es schwieriger ist eine Seitwärtsbewegung auf den Ball zu übertragen. Außerdem rutscht er besser nach vorne weg. Man muss also seine Seitwärtsbewegung verstärken und weniger Druck nach vorne geben. Wird der Tisch klebriger, muss man den Brush weiter vorne ansetzen, also z.B. direkt unter der Stange, statt leicht dahinter.
    Kantenpässe und Stickpässe sind etwas leichter umzusetzen, weil sie nicht so stark von der Spieloberfläche, dem Ball oder der Puppe abhängig sind.

    Ballkontrolle

    Dieser Punkt lässt sich im Spiel nur bedingt korrigieren. Man muss einfach schon trainiert haben, auf unterschiedlich glatten Tischen zu spielen. Generell gilt, dass man bei glatten Tischen mit noch weniger Kraft spielen muss. Um Bälle leichter zu fangen, sollte man auch nicht versuchen, sie direkt zu schnappen. Stattdessen bremst man sie erst ab und fängt dann den Abpraller. Dadurch werden Timing und Druck auf den Ball leichter umzusetzen.
    Beim TicTac hat man bei den meisten Tischen keine Probleme. Soccertische können höchstens ungünstige Füße haben, was TicTac schwieriger macht.

    Schießen

    Probleme beim Schießen können an zwei verschiedenen Stellen auftreten:
    Seitwärtsbewegung und Schussbewegung

    Wenn man an einem Tisch eingespielt ist, gehen Seitwärts- und Schussbewegung fließend ineinander über. An einem neuen Tisch kann man sich aber nicht mehr auf sein Gefühl verlassen.
    Deswegen trennt man beide Bewegungen gedanklich auf. In dem Moment, in dem man sich zum Schuss entschieden hat, konzentriert man sich nur noch auf die Technik. Zuerst eine saubere Seitwärtsbewegung und dann versucht man den Ball an der richtigen Stelle sauber zu treffen. So passt man bewusst sein Ballgefühl an den Tisch an.
    Die Seitwärtsbewegung kann man sich erleichtern, indem man auf dem Ball locker hin und her wippt. Für einen Schuss lässt man den Ball dann in die gewünschte Richtung loslaufen, indem man den Ball loslässt.
    Die Schussbewegung an sich macht eher selten Probleme. Meistens verreißt man den Schuss nämlich nur, weil man noch gedanklich dabei ist, den Ball zur Seite zu bewegen.
    Beim Jet kann es sonst nur passieren, dass man Schlupf beim Rollen über den Griff hat. Gerade am Bonzini kann das durch die schweren Puppen auftreten.
    Der Pin kann da schon mehr Probleme verursachen. Meistens werden an fremden Tischen aber nur Technikfehler aufgedeckt. Da hilft es, den Schuss in der Theorie verstanden zu haben, um gezielt herauszufinden, wo der Fehler liegt. (Artikel: Schuss retten, Der linke Pin)
    Manchen hilft es am Bonzini die Hand weiter um den Griff zu drehen. Ich halte nichts davon, aber wenn es funktioniert, scheint was dran zu sein. Besser finde ich aber eine saubere Technik oder ein
    anderer Griff. Erstaunlicherweise kann man mit den kleinen Standardgriffen sehr gut Pins schießen.

    Training

    Am besten lernt man die Umstellung, indem man einfach verschiedene Tische im Wechsel spielt.
    Es gibt zwar einige Tricks seine Technik im Spiel zu retten, aber das allein wird niemals genügen. Man muss an den verschiedenen Tischen trainieren!
    Daran führt kein Weg vorbei. Die angesprochenen Tricks helfen aber, effektiver zu trainieren.

    Spielmodus:

    2 Gewinnsätze bis 5
    Spiel 1, Tisch 1
    Spiel 2, Tisch 2
    Entscheidungssatz bis 5 mit 2 Toren Abstand bis maximal 8
    Immer 2 Bälle pro Tisch

    Man hat natürlich nicht immer verschiedene Tische zur Verfügung. Eine günstigere Alternative ist es, verschiedene Bälle zu verwenden. (Artikel: Trainingsphilosophie)
    Dabei sollte man etwas aufpassen mit Bällen, die härter sind, als die für den Tisch üblichen. Da kann es passieren, dass die Puppen beschädigt werden. Habe ich bis jetzt aber nur mit Tornadeball auf P4P gesehen.

    Vielen Dank fürs Lesen, den Rest gibt es nächste Woche in Teil 2

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 22. Februar 2015

    Glück

    Es gibt zwar viele unterschiedliche Arten, wie man erfolgreich Tischfußball spielen kann, aber erfolgreiche Spieler haben ein paar Eigenschaften gemeinsam. Diese bestehen in erster Linie aus mentaler Stärke (wenig Fehler machen) und gute Technik, die sich durch eine gewisse Variablilität auszeichnet. Gegner müssen analytisch oder intuitiv gelesen werden und die Technik dementsprechend angepasst werden. Und es gibt Spieler die haben einfach nur Glück. Immer. Nur wieso?

    Die Wege, wie ein hohes Leistungsniveau erreicht werden kann, sind sehr vielfältig. Die Trainingsphilosophien sind sehr unterschiedlich, aber es geht nicht ohne Selbstreflexion, Training und insbesondere den Wettkampf gegen andere Spieler.
    Nur Glück kann man nicht trainieren. Oder etwa doch?
    Mein Leitsatz dahingehend ist: Immer Glück haben ist Können!
    Letztendlich hat man auf das Glück des Gegners einiges an Einfluss.
    Wenn man den Ball vor einer "glücklichen" Aktion berührt hat, dann hätte man auch den Ausgang ändern können. Die einzige Frage ist WIE?

    Es gibt einige Spielweisen, die sehr stark sind, aber ihre Stärke im ersten Blick vollkommen verbergen. Zum Beispiel gibt es einige Spieler die sehr gekonnt auf 3/4 Punkte schießen. Oft langsam und nicht ganz so schnell, gerne auch den Torwart dabei anschießen. Da hilft es auch nichts, wenn der angeschossene Torwart darauf beharrt, dass er "dran war" und das Tor deswegen glücklich war. Tor ist Tor. Man kann "Torwart angeschossen und dann ins Tor gefallen" auch als Gegenstück  zu "erst Innenpfosten dannt ins Tor" ansehen. Denn wer antizipiert kann wann diese 3/4 Lücke sich öffnet, der kann damit sehr erfolgreich sein.

    Ähnlich kann man "offensives Blockverhalten" bewerten. Manche Spieler haben es perfektioniert, dass Bälle, die in die Nähe ihrer 3 oder 5 kommen immer in Richtung des gegnerischen Tors fliegen. Dadurch resultiert zum einen mehr Ballbesitz auf der Stürmerreihe, aber andererseits bietet diese Fähigkeit bei dem gegnerischen Torwart auch viel mehr Raum für Fehler und dadurch fällt auch mal das eine oder andere "glückliche" Tor. Ein Paradebeispiel für offensives Blockverhalten ist Ruben Heinrich.

    Man darf sich nicht von vermeintlichen Glückstoren beeindrucken lassen. Viele Spieler machen genau diesen Fehler und werden dann inaktiv. Sie sind davon überzeugt, dass der Gegner nur Glück hat und sie nichts dagegen machen können. Wer erstmal davon überzeugt ist, fängt an zu suchen wo der Gegner Glück hatte und zieht sich damit dann selbst runter. Das ist dann sehr vorteilhaft für den Gegner, weil er sein Spiel viel einfacher durchziehen kann. Während der Ball ohne Kontrolle auf den Spielfeld unterwegs ist, gibt es nur zwei mögliche Aktionen. Man kann versuchen den Ball zu fangen oder man kann die Bahn des Balls ablenken. Dadurch wird es schwieriger für den Gegner . Also jedes mal wenn ein Pass oder Schuss geblockt wird, muss man sich aktiv viel bewegen um die Bahn des Balles möglichst abzulenken und ihn Richtung gegnerischem Tor zu befördern. Wenn man 10 mal den Ball Richtung Tor getreten hat ist, die Chance höher, dass er ins gegnerische Tor fällt, als wenn man ihn in der selben Zeit nur einmal Richtung Tor getreten hat.

    Man übersieht leicht, dass man auf lange Sicht genauso viel Glück haben wird, wie der Gegner - wenn die eigenen Techniken dies unterstützen. Vor allem bei guten Gegnern. Je stärker der Spieler ist, desto mehr kann er mit unverhofftem Ballbesitz anfangen. Er kann auch kleinere Situationen für sich nutzen. Zum Beispiel wenn ein Ball "glücklich" auf der 5er Reihe landet, kann das schneller als unfaires Glück interpretiert werden. Nicht zuletzt muss man sich nach einer für den Gegner glücklichen Aktion auch die Frage stellen wie man diesen Ausgang hätte verhindern können. Hier hätte es häufig Aktionen gegeben, die man einfach nur nicht koordinieren konnte. Glück entspringt häufig aus ausgeübtem Druck.

    Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 15. Februar 2015

    Vier Seiten Modell

    Ihr spielt gegen einen richtig starken Gegner. Ihr seid richtig gut drauf. Alles klappt. Technik ist perfekt. Der Anfang läuft super. Er hat keine Chance. Der erste Satz liegt klar auf eurer Seite. Dann im zweiten Satz läuft es nicht mehr ganz glatt. Das Blatt wendet sich. Die Technik klappt noch, aber es ist wie als wenn der Gegner Gedanken lesen könnte. Am Ende weiß euer Gegner viel mehr über eure Stärken und Schwächen als ihr selbst. Nur wie hat er das gemacht?

    In diesem Artikel werde ich ein Modell beschreiben, welches das Zusammenspiel zwischen Offensive und Defensive beschreibt. Als Beispiel dient uns dieses mal, dass du der Torwart bist und der Gegner den Ball auf der 3 hat und auf dich schießt. Im Weiteren kann man jeden Schuss unter vier Geschichtspunkten analysieren. Die Vier-Seiten eines Schusses sind:

    1. Inhalt: Dieser Punkt ist recht eindeutig und gemeint ist einfach nur die Beschreibung was der Gegner ausgeführt hat. Welchen Schuss aus welcher Ausgangsposition er wie gut geschossen hat. Zu diesem Punkt zählen alle objektiven Kriterien, mit denen man den Schuss beschreiben kann, wie zum Beispiel Startpunkt, Abschusspunkt, Ansatz, Geschwindigkeit,...
    2. Appell: Wenn der Gegner ein Konzept hat, dann möchte er mit der Auswahl seiner Schüsse eine bestimmte Reaktion beim Torwart bewirken. Zum Beispiel, dass der Lieblingsschuss wieder geöffnet wird.
    3. Selbstkundgabe: Mit jedem Schuss den der Gegner schießt, erzählt er auch etwas mehr über sich selbst. Er zeigt welche Schüsse er gut kann und welche er nicht so gut kann. Die, die er gut kann, wird er sehr wahrscheinlich in Situationen wählen, in denen es eng wird. Wenn er über ein Spiel bestimmte Schüsse nicht zeigt, dann müssen diese auch nicht gedeckt werden. Zum Beispiel wenn er den Ball immer in der Mitte hat (z.B. beim Jet) und NUR in die Ecken schießt.
    4. Beziehung: Dieser Aspekt widmet sich der Weise, in der der Gegner auf meine Deckung reagiert hat. Zum Beispiel wenn ich anfange zu shuffeln kriegt er Panik und reißt unüberlegt ab. Oder er schießt wenn ich Verteidiger und Torwart kreuze...
    Die Punkte 2 bis 4 hängen stark von der Interpretation ab. Aber mit der Zeit lernt man seine Gegner immer besser zu lesen. Man lernt aus Fehlinterpretationen und wie man diese Anpassen kann. Zum Beispiel wenn jemand nach rechts schießt und den Ball nicht trifft, dann kann man daraus den Schluss ziehen, dass dieser Schuss nicht so gut beherrscht wird. Es kann aber trotzdem sein, dass dies der Lieblingsschuss ist, den der Stürmer besonders gut beherrscht und nur gerade einen Aussetzer hat.Wichtig ist, dass man bei der Analyse nicht nur eine einzelne Aktion bewertet, sondern möglichst auch auf den Verlauf achtet. Auf das achtet, was der Stürmer vorher gemacht hat, um zu erkennen wie er sein Verhalten anpasst.

    Bisher habe ich nur die Signale des Stürmers (senderseitig) beschrieben. Wichtig ist auch anzumerken, dass diese Signale je nach Torwart unterschiedlich stark empfangen werden. Es gibt Torhüter, die unglaublich gut Ansätze lesen können und dann direkt wissen welcher Schuss kommt (Inhaltsseite) oder andere, die ableiten können was der Stürmer mit den Schüssen bezwecken wollte (Appellseite). Es gibt viele Methoden mit denen gut gehalten werden kann. Aber je nach Torwart können bestimmte Konzepte besonders gut zum gewünschten Ergebnis führen, die bei anderen Torhütern gegebenenfalls auch garnicht funktionieren weil diese auf andere Sachen achten.

    Dieses Gedankenmodell lässt sich auf alle Aspekte am Tisch anwenden. Man kann es zur Hilfe nehmen, um Offensiven wie Defensiven zu brechen. Schulz von Thun hat das Vier-Seiten-Modell entwickelt, um Menschliche Kommunikation zu beschreiben, deswegen lässt es sich wunderbar auf das menschliche Zusammenspiel beim Tischfußball anwenden.

    Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 8. Februar 2015

    Waffen nutzen (Teil 2)

    Den ersten Teil habe ich mit einem Video von Fred Collignon beendet, um zu zeigen, wie auch auf höchstem Niveau konditioniert wird.
    Er schießt in diesem Video zwar mehrmals auf die gleichen Lücken, aber die Konditionierung war nicht so simpel, wie in meinem Artikel beschrieben. In meiner Beschreibung gehe ich nur von einer Waffe und einem Öffnungsschuss bzw. Öffnungspass aus. Diese einfache Konditionierung funktioniert auch, allerdings nur bis zu einem gewissen Niveau.

    Mit der Zeit wird man aber technisch besser und hat mehr Schüsse/Pässe, auf denen man sein Spiel aufbauen kann. Dann kann man auf die gegnerische Verteidigung reagieren und versuchen Schwachstellen auszunutzen.
    Im Laufe des Spiels wird man merken, dass je nach Gegner verschiedene Schüsse unterschiedlich gut funktionieren. Bei einem Jet aus der Mitte z.B. wird man gegen manche eher nach links treffen, gegen andere nach rechts, usw. Bei anderen Schusssystemen ist das aber genauso.
    Wie im letzten Artikel beschrieben, kann man jetzt den Gegner auf eine Option konditionieren.
    Die Vorbereitung für den Schuss sollte dabei immer möglichst anders sein.
    Jeder Schuss hat Eigenschaften, die man verändern kann:

    - Position: Auf welche Position man schießt.
    - Ausgangsposition: Von welcher Position aus man schießt.
    - Timing: Nach welcher Zeit man schießt.
    - Stellung auf dem Ball: Ob man den Ball voll, links versetzt oder rechts versetzt klemmt.
    - Fakes: Täuschbewegung unmittelbar vor dem Schuss (z.B. Wechsler).
    - Bewegung vor dem Schuss: Zucken oder Wandern, bevor man schießt. Im Gegensatz zum Fake sind diese Bewegungen nicht unmittelbar vor dem Schuss.
    - Schussart: Pin, Jet, Zieher, ...

    Pässe haben auch solche Eigenschaften:

    - Position: Auf welche Position man passt (meist Bande oder Feld).
    - Ausgangsposition: Von welcher Position aus man passt. - Timing: Nach welcher Zeit man passt.
    - Stellung zum Ball: Ob man voll, links versetzt oder rechts versetzt hinter dem Ball ist.
    - Fakeart: An die Bande fahren, Schuss antäuschen, wischen (Fakearten auf der 5er Reihe)
    - Bewegung vor dem Pass: Wie der Ball geführt wird und welche Fakes angedeutet werden.
    - Ballgeschwindigkeit: Mit welcher Geschwindigkeit der Ball geführt wird.
    - Passart: Brush, Kantenpass, Stickpass,...

    Generell möchte man ändern, worauf der Gegner achtet und beibehalten worauf er nicht achtet.
    Versucht der Gegner nur herauszufinden, auf welche Position man passt, kann man einfach sein Timing oder seine Abspielpunkte variieren, um ihn zu überraschen.
    Dasselbe funktioniert auch auf der 3er Reihe. Schießt man z.B. einen Jet aus der Mitte, kann es schon ausreichen, wenn man vor manchen Schüssen wippt und manchmal aus dem Stand schießt. Der Gegner wird je nach Bewegung vor dem Schuss andere Erwartungshaltungen haben.

    Man kann an dieser Stelle leider keine genauen Vorhersagen machen. Jeder Gegner reagiert anders auf Setups. Man sollte sich also keine festen Strategien zurechtlegen, sondern versuchen herauszufinden, was funktioniert und das beibehalten.

    Nicht spielen was man will, sondern was funktioniert

    Man sollte sich für sein Setup also viel Zeit lassen, um herauszufinden, was funktioniert.
    Bei einem kurzen Setup gibt man dem Gegner auch zu wenig Informationen, die er falsch interpretieren kann. Es ist im Prinzip egal, welche Informationen man ihm durch das Setup gibt, es müssen nur viele unterschiedliche oder gezielt falsche sein. Gibt man wenig Informationen, wird er schnell herausfinden, welche er ausnutzen kann, weil Regelmäßigkeiten leichter zu erkennen sind.

    Aus den funktionierenden Optionen ergibt sich im Laufe des Spiels ein Repertoire an Schüssen/Pässen, die man nur noch aneinander reihen muss. Um sie richtig aneinander zu reihen, z.B. um eine Konditionierung zu erreichen, braucht man einen Überblick über das gesamte Spiel. Man darf nicht mehr nur einen Schuss/Pass betrachten, sondern möglichst alle des ganzen Spiels. Auch diejenigen die geblockt wurden.

    Diese Vorstellung geht davon aus, dass sich der Gegner nicht anpasst. Das ist natürlich nicht der Fall, aber man sollte den Gegner diesbezüglich nicht überschätzen. Es wird einige Bälle dauern, bis man durchschaut wird und bis der Gegner dann auch tatsächlich etwas dagegen unternehmen kann. Dann kann man seine Vorgehensweise wieder ändern. Um den Wechsel auch zu treffen, sollte man sich viel Zeit für das Setup nehmen. Denn wechselt man zu früh, wird der Gegner ohne Anpassung plötzlich viel besser blocken.


    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 1. Februar 2015

    Spielmodus: Crossover-Double


    Es ist Freitag Abend, man ist leicht angetrunken und möchte in der Kneipe seines Vertrauens mit ein paar Freunden daddeln. Genau richtig, um einen neuen, abgefahrenen Modus auszuprobieren:

    Das Crossover-Double

    Man braucht:
    • 4 Spieler
    • Eine Flasche Bier pro Person
    • Einen Kicker
    Sollte man kein Bier haben, gehen auch andere Getränke. Vielleicht. Das hängt vor allem davon ab, ob man ohne Bier mit den neuen Regeln in diesem Spielmodus klar kommt.

    Regeln
    • Ein Spieler hat Torwart und 5er Reihe
    • Der andere 2er und 3er Reihe
    Ansonsten spielt man ein ganz normales Doppel.

    Spätestens wenn man am Tisch steht, sollte klar sein, woher das Crossover-Double seinen Namen hat.
    Das tolle an diesem Modus ist, dass es ein vollkommen neues Spielgefühl ist. Strategien sind kaum anwendbar und man kann sich immer neuen Herausforderungen stellen. Perfekt also zum lockeren daddeln.

    Wer noch eine Herausforderung sucht, kann versuchen von 5 auf 3 zu passen. Oder man spielt schnelle Wechsel zwischen Torwart und 2er Reihe. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

    Letztes Jahr fand auch die Weltmeisterschaft im Crossover-Double bei der Vereinsmeisterschaft des 1. KCK statt. Die Top 3 sind:

    1. Platz: Christoph & Erik
    2. Platz: Raffael & Richard
    3. Platz: Peter & Werner

    Viel Spaß also mit diesem Spielmodus, vielleicht sieht man sich bei der nächsten WM =P

    Autor: Lukas Übelacker

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    Spielmodus: Kurblerduell

    Der Kurbler ist ein legitimer Schuss. Tor ist schließlich Tor. Und außerdem braucht ihn jeder Pinschütze, um auf die dritte Standardoption zu kommen.
    Trotzdem wehren sich viele gegen Kurbler. Ich zähle mich auch dazu. Schließlich braucht man keinerlei Technik für so einen billigen Schuss.

    Zumindest dachte ich das, bis man mir den Ball abgenommen hat. Angeblich weil ich überdreht oder die Stange verloren hatte. Also musste ich doch etwas Zeit investieren, um den Kurbler regelkonform zu lernen.
    Soll heißen man nimmt die Hand beim Kurbler nicht vom Griff und fängt ihn nach einer Umdrehung mit den Fingerspitzen.
    Plötzlich war der Kurbler gar nicht mehr so leicht, aber immer noch langweilig zu trainieren.
    Schließlich trullert man nur. Da kann man auch gleich Jet trainieren ;P

    Jetzt kann man aber nicht nur aus dem Stand kurbeln, sondern den Ball vorher noch zur Seite bewegen (geworfener Kurbler). Also eigentlich genau wie ein Jet, nur dass man nicht die gleiche Wucht hinter den Ball bekommt, wie beim Jet.

    Das Kurblerduell


    Die Regeln sind schnell zusammengefasst:
    Man darf nur mit Kurblern Tore schießen.

    Kein Jet, kein Pin, keine Schweißer von der 5er Reihe (zumindest die Ungekurbelten).
    Deswegen macht dieser Modus erfahrungsgemäß im Einzel mehr Spaß.

    Was bringt das ganze?


    Zu aller erst Spaß am Kurbler trainieren.

    Man lernt aber auch die Stärken und Schwächen des Jet kennen, ohne dass man ihn selbst schießen muss.
    So erhält man auch gute Optionen auf Zwischenpositionen, die aus dem Pin nur sehr schwer zu schießen sind. Und wenn Collignon die Viertellänge als geworfenen Kurbler spielt, muss es ja gut sein.
    Mir hat es auch geholfen die Abrufbarkeit des Kurblers zu verbessern. Er fühlt sich einfach viel mehr wie ein Schuss an. Deswegen schieße ich ihn mittlerweile auch viel lieber.
    Für den Notfall hat man auch einen sehr stabilen Schussersatz, falls man eine Seite nicht mehr schießen kann. Das gilt auch für unterschiedliche Tische, sollte man Technikprobleme haben

    Viel Spaß beim Trainieren!

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 25. Januar 2015

    Table Soccer Coach

    Der Table Soccer Coach ist eine Android App von Christopher Thiele.

    Ich möchte sie gerne vorstellen, da ich sie für ein großartiges Werkzeug beim Trainieren von Schüssen halte.
    Einen Downloadlink findet ihr hier .

    Wie funktioniert das Training?

    Man legt sein Gerät auf den Kicker über das Tor und startet das Programm.
    Nach einer zufälligen Zeit erscheint dann ein Signal und man muss schießen.
    Der Zeitraum, in dem das Signal erscheint, lässt sich einstellen. Ebenso
    die Zeit die man benötigt, um sich den Ball wieder bereitzulegen.
    Neben dem akkustischen Signal gibt es noch ein Lichtsignal das anzeigt, welche
    Lücke man schießen soll.
    Man kann die Anzahl an möglichen Lücken einstellen, sowie deren Häufigkeit.

    Was bringt dieses Training?

    Man kann die Abrufbarkeit seiner Schüsse trainieren. Also wie schnell man darauf reagieren kann, dass sich eine Lücke öffnet und dass man dann noch seine Schüsse konstant treffen kann.


    Viel Spaß beim ausprobieren! Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt uns doch einfach in den Kommentaren.

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 18. Januar 2015

    Wie bereite ich Schüsse und Pässe vor?

    Ihr analysiert gerade die gegnerische Deckung und erkennt, dass euer Lieblingsschuss-des-Todes frei ist. Den führt ihr dann in höhster Präzision aus. Und das macht ihr auf dem Geschwindigkeitslevel "brutalst schnell". aber der Torwart hält ihn. Hat ihn einfach so rausgefahren. Nur wie hat er das gemacht?

    Keiner will es zugeben, aber jeder hat einen Ansatz. Ein bisschen wie mit dem Lesen der Bild.

    Ein guter Torwart kann ihn lesen, auch wenn der Ansatz mit zunehmendem Niveau immer kleiner wird. In diesem Artikel werde ich euch ein paar Ideen vorstellen, wie man es dem Gegner erschweren kann, euren Ansatz beim Schießen oder Passen zu erkennen. Dieses Konzept ist als Denkanstoß gedacht, um sich seiner Wirkung beim Schießen, Passen und Täuschen besser bewusst zu werden. Als Beispiel werde ich von einem Pin-Shot oder Jet von der 3 sprechen. Diese Idee lässt sich ganz einfach weiter generalisieren und genauso für Schüsse und Pässe von der 5 oder dem Abwehrbereich anwenden.

    Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Ausgangssituationen, aus denen die Aktion (Schuss oder Pass) eingeleitet wird. Die Ausgangssituation kann rhythmisch oder arhythmisch sein.

    Bei einer rhythmischen Ausgangssituation wird ein bestimmtes Muster immer wieder wiederholt. Der eingeklemmte Ball wird zum Beispiel immer ein Stück hin- und hergerollt. Man kann aber auch in einem bestimmten Muster mit dem Ball wandern. Sobald eine Veränderung eintritt, wie zum Beispiel eine andere Position der Figur am Ball oder eine veränderte Geschwindigkeit, mit der der Ball wandert, ist dies ein Ansatz den der Torwart erkennt.
    Je besser der Torwart ist desto feinere Abweichungen wird er als Ansatz erkennen und im Falle eines Schusses mit bestimmten Optionen verknüpfen die der Stürmer kann oder nicht kann und demnach seine Reaktion anpassen. An dieser Stelle muss man gut beobachten und bewusst Ansätze einstreuen, auf die kein Schuss folgt. Dies sind Täuscher.
    Kleiner Tipp: Kleine Störungen in den Ausgangsrhythmus einbauen, damit der Ansatz schwieriger zu erkennen ist.
    Diese Ausgangssituation hat den Vorteil, dass man den Schuss aus weniger Ansätzen können muss und die Ansätze die eine Reaktion beim Torwart auslösen sehr subtil sein können. Wenn der Schuss gut in den Rhythmus eingebaut ist, also der Schuss in die Erwartungshaltung des Torwartes passt, ist der Schuss sehr schwierig rauszureagieren. Nachteilig ist, dass der Übergang von der Ausgangsbewegung in den Schuss besonders sauber sein muss und dass die Einsätze ein bestimmtes Muster haben. Hierdurch hat man wenig Freiheit beim Schießen auf sich rhythmisch öffnende Lücken. Wenn die Lücke sich allerdings regelmäßig mit kurzer Periode öffnet (z.B. beim shuffeln), kann man seinen Rhythmus an den des Torwarts anpassen.
    Gut nutzen kann man eine rhythmische Ausgangssituation auch, wenn der Torwart vorhersehbar auf die eigenen Bewegungen reagiert. Beispielsweise wenn man mit dem Ball in einem festen Rhythmus immer abwechselnd einen Schritt nach links und dann nach rechts macht. Manche Torhüter fahren immer ein Stück mit dem Ball mit. Dann wandert man ein bisschen hin und her bis der Fokus des Torwarts nachgelassen hat und schießt dann direkt nach einem Schritt nach links in die dann dann offene rechte Ecke.
    Man kann dieses System auch dadurch ausnutzen, dass der Torwart nach einem Schritt in die eine Richtung immer eine Aktion in die andere erwartet. Wenn man dann in diese Richtung schießt, ist es schwieriger für den Torwart den Schuss vom Rhythmus zu unterscheiden. Oder wenn man einen Täuscher einbaut, indem man zwei mal hintereinander einen Schritt nach links macht. Das wird dann direkt als Ansatz erkannt und der Torwart fährt mit. Als nächstes ist dann rechts offen.
    Es lohnt sich also auch das Muster was man vorgibt auch mal ein bisschen zu verändern. Dies eröffnet einem neue Möglichkeiten die einfach zu spielen sind. Zum Beispiel wenn man auf der 5 den Ball im Tic-Tac  zwischen 1 und 2 (die beiden äußeren Figuren) laufen lässt. Anschließend lässt man ihn zwischen 1 und 3 laufen und dieses Muster wiederholt man einige Male. Aus diesem Muster lassen sich einige Optionen sehr einfach spielen, wie zum Beispiel mit der 1 den Pass an die Bande, mit der 2 den Pass auf die mittlere Figur oder mit der 3 den Schuss in die lange Ecke vom Tor. Diese Umstellung im Rhythmus hat mir Zugang zu einem komplett anderen Satz an Schüssen und Täuschern gegeben.

    Bei einer arhythmischen Ausgangssituation streut man so viele Ansätze wie möglich hintereinander ein, sodass der Torwart nicht genau weiß auf welchen der Schuss folgt. Dies ist technisch anspruchsvoll, da man auf alle diese Ansätze auch einen Schuss können muss, aber man kann besser auf Lücken reagieren, die sich kurz und "unvorhersehbar" öffnen. Täuscher müssen meist härter gespielt werden, um eine starke Reaktion des Torwarts zu provozieren. Die Herausforderung für den Torwart ist, dass dieser sehr viele Täuscher sieht, und sich entscheiden muss, auf welche er reagiert. Wenn er auf alle Stärkeren reagiert, ist dies relativ vorhersehbar und er lässt sich auf das Spiel des Stürmers ein. Viele Stürmer streuen einige harte Täuscher hintereinander ein, bis der Torwart nicht mehr reagiert und in der Mitte vom Tor stehen bleibt. Dann sind beide Ecken offen.
    An dieser Stelle auch ein Tipp an Torhüter. Dieses Spiel kann man durch Locken schlecht bestimmen. Besser ist es meistens auf Täuscher garnicht zu reagieren und ein schwer antizipierbares Muster vorzugeben.

    Die Wahrheit sieht leider nicht ganz so einfach aus, denn die Grenze zwischen rhythmisch und arhythmisch ist fließend und wird von jedem Torwart anders interpretiert. Je besser der Torwart ist, desto mehr wird er als rhythmisch interpretieren können und unbewusste Signale, die den Unterschied zwischen Täuscher (Ansatz ohne Schuss) und Ansatz (mit folgendem Schuss) bedeuten, erkennen können. Genauso wird er bestimmte Muster erkennen die zu einem bestimmten Schuss führen. Die meisten Spieler spielen eine Mischung aus  rhythmisch oder arhythmisch. Und dieses Modell hilft dann beim Verständnis was Täuscher sind und wie man diese einsetzen kann um den gewünschten Effekt zu kriegen. Insbesondere gibt es eine Erklärung für das alte Sprichwort meiner Oma: Je mehr Täuscher du spielst, desto weniger reagiert der Torwart. Je länger die Zeit bis zu einem Ansatz, desto stärker ist die Reaktion.

    Was klappt wann?
    Wenn der Schuss als solcher vom Torwart reagiert werden kann, dann bringt einem eine arhythmische Ausgangssituation nichts. Mit der rhythmischen Ausgangssituation hingehen, kann man bei dem Torwart eine gewisse Erwartung setzen. Dieser muss dann erstmal den Unterschied zwischen Rhythmus und Schuss erkennen und so kann man auch mit langsameren Schüssen erfolgreich sein.

    Wie kann ich meinen Ansatz variieren?
    Die Antwort hierauf ist nicht einfach umzusetzen, aber hier mal eine Liste an Optionen die man hat:

    • Wenn der Ball unter der Figur eingeklemmt ist und man eine seitliche Pendelbewegung ausführt, kann man die Geschwindigkeit der Seitwärtsbewegung variieren.
    • Man kann den Ball leicht seitlich mit der Figur einklemmen. Kann man dann noch beide Richtungen gleich gut schießen?
    • Bevor der Schuss kommt, kann man den Ball in oder gegen die Schussrichtung anreißen.
    • Man kann mit dem Ball wandern. Wanderungsrichtung und -geschwindigkeit, Schrittgröße und Schussrichtung kombiniert ergeben dann einen Ansatz.
    • Man kann von anderen Positionen aus schießen bzw. andere Längen schießen. Hierdurch ändert sich auch ein bisschen die Bewegung und der Ansatz.
    • Man kann sich vor dem Schuss bewegen. Heißt Hand/Arm oder restlichen Körper.
    • Man kann die Lateralbewegung des Schusses verlangsamen. Diese Verlangsamung kann zur Folge haben, dass der Torwart nicht mehr reagiert (weil er den Ansatz nicht erkannt hat bzw. dieser zu offensichtlich war) und man so ganz einfach außen um die Verteidigung schießen. Oft denkt man sich zwar langsamer, aber in Wirklichkeit war man nur lockerer. Dadurch ist dann weniger Anspannung da, wenn der Schuss eingeleitet wird und der Ansatz ist schwieriger zu erkennen.
    • Wie groß ist die Zeitspanne in der man schießt? -> einige Spieler schießen immer nach einer festen Zeit. Wenn ein Torwart das durchschaut hat, ist es egal ob der Schuss verschleiert wird, wenn er trotzdem zu dem gleichen Zeitpunkt kommt.


    Zieher und Schieber mit ruhendem Ball sind rhythmisch. Da jede Abweichung von der Ausgangssituation (ruhender Ball und Figur neben diesem) ein Schuss oder Täuscher bedeuten. Diese Techniken kann man nur arhythmisch spielen, wenn man den Ball wandern lässt (siehe z.B. Ryan Moore).

    Schüsse aus der Mitte werden überwiegend rhythmisch gespielt (wobei Jet rhythmischer sind als Pin-Shots) und Lang-Systeme überwiegend arhythmisch (außer Zieher und Schieber).

    Schüsse aus dem Abwehrbereich, bei denen der Ball liegt, sind rhythmisch. Die sonstigen Ausgangssituationen bei Schüssen aus der Abwehr, bei denen der Ball läuft und öfters zwischen vorne und hinten eingeklemmt wechselt, sind arhythmisch.

    Tic-Tac ist meistens rhythmisch. Hier ist das Ausholen der Figuren nach hinten ein sehr starker Ansatz für den Pass. Nach P4P Regelwerk ist die Anzahl der Bandenberührungen nicht begrenzt und hiermit lässt sich einfach arhythmisches Tic-Tac spielen.

    Derzeit arbeite ich an einem Modell welches das Zusammenspiel von Offensive und Devensive etwas mehr durchleutet und dabei helfen soll eine bestimmte Offensive oder Defensive zu brechen. Mehr dazu in den nächsten Artikeln. :)

    Autor: Fabian Wachmann

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    Sonntag, 11. Januar 2015

    Pinphilosophie

    Steht man das allererste mal am Tisch und möchte den Ball schießen, macht man das mit dem Handgelenk. Es ist die intuitivste Schusstechnik von allen.
    Erst wenn man etwas länger spielt und den Sprung aus der Kneipe wagt, lernt man andere Schusstechniken.

    Natürlich möchte ich auf den Pinshot hinaus. Doch warum spielt man überhaupt Pinshot?
    Welche Vorteile hat er gegenüber dem Handgelenkschuss?

    Fester: Der Schuss kommt deutlich schneller als ein Handgelenkschuss und ist entsprechend schwieriger zu reagieren.

    Schneller: Durch die höhere Schussgeschwindigkeit kommt der Schuss schneller im Tor an. Die Seitwärtsbewegung trägt den Ball, nachdem man ihn geschossen hat, also nicht so weit nach außen. Man benötigt weniger bis gar keine ausgleichende Gegenbewegung.


    Seitwärtsbewegung vor dem Schuss, Seitwärtsbewegung während dem Schuss, Schuss, resultierender Schuss

    Schonend: Mit dem Handgelenk zu schießen belastet die Gelenke enorm. Außerdem benötigt man viel Kraft. Gerade über ganze Turniere hinweg ist der Pinshot also angenehmer zu spielen.

    Trotzdem hat der Handgelenkschuss einen entscheidenden Vorteil: er geht immer!
    Egal an welchem Tisch, mit welchem Ball, welchen Puppen, ob gerade, schräg, kurz oder lang, man hat immer die volle Kontrolle.

    Das sollte man mit dem Pinshot auch erreichen.
    Hat man nämlich zu wenig Optionen, macht man es dem Gegner viel leichter zu blocken. Dabei kommt es nicht darauf an, alle Optionen auszunutzen. Es reicht aus, dass der Gegner auf mehr achten muss. Außerdem erkennt man besser Lücken, da man mehr zur Verfügung hat.
    Auch für die Konstanz ist es gut den Pinshot in allen Lagen schießen zu können. Es ist nämlich schlimmer die Wand zu treffen, als geblockt zu werden. Der Gegner kann diese Lücke nämlich beim Blocken ignorieren, da man sie eh nicht trifft.

    Generell wird ja gesagt, dass man den Pinshot möglichst locker schießen soll.
    Damit ist nicht direkt gemeint, dass der Schuss automatisch besser wird, wenn man weniger Kraft
    einsetzt. Der Schuss wird besser, wenn man keine Hemmungen hat, ihn zu schießen.
    Man muss sich absolut sicher sein, dass man den Schuss direkt so trifft, wie man es möchte. Das erreicht man durch Routine und eine saubere Technik.
    Generell stimmt es schon, dass man bei einem guten Pin weniger Kraft braucht. Das liegt aber daran, dass man die Kraft bei Seitwärts- und Ausholbewegung komplett rausnimmt. In der Schussbewegung wird allerdings schon Kraft eingesetzt.
    (Gerade am Bonzini kann man das Gewicht der Puppen nicht allein durch Technik ausgleichen)

    Der gesamte Kraftaufwand sinkt jedoch auch, wenn man in jeder Teilbewegung weniger Kraft einsetzt. Dieser Ansatz ist falsch, da man immer noch bei Bewegungen verkrampft, bei denen man den Schuss verreißen kann.
    Etwas bildlicher ausgedrückt ist der Krafteinsatz technisch falsch, wenn der Arm wie eine Feder vor dem Schuss gespannt wird und dann explosionsartig freigelassen wird.

    Das beeinträchtigt auch die Abrufbarkeit des Schusses. Man muss erst die "Feder" spannen, bevor man schießen kann. Auf dieses Anspannen kann der Verteidiger reagieren und hat so insgesamt mehr Zeit den Schuss zu reagieren.

    Als Ziel für den Pin kann man festhalten:

    - Locker (Kraft nur in der Schussbewegung)
    - Immer abrufbar
    - Konstant
    - Kontrolliert

    So übernimmt man die Vorteile des Handgelenkschusses für den Pin.

    Trainingsmethoden

    Alle Übungen sollte man so langsam wie möglich machen. Die Schussstärke sollte in etwa einem lockeren Handgelenkschuss entsprechen. So erkennt man direkt Mängel in der Technik und gewöhnt sich besser an den Bewegungsablauf. Je sauberer der Bewegungsablauf im Langsamen ist und je sicherer man diesen abrufen kann, desto besser wird er auch im Schnellen.
    Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man an verschiedenen Tischen trainieren. Man kann als günstigere Alternative aber auch mit verschiedenen Bällen (Leo, Tornade, Bonzini, Kork, usw.) trainieren.
    Die Gegebenheiten sollten sich schnell ändern können, ohne dass man in seiner Technik beeinflusst wird. Daran erkennt man, wie gut die eigene Technik ist.

    Weit rollende Bälle schießen:
    Man lässt den Ball auf der 3er Reihe über die gesamte Länge des Tors rollen und schießt ihn dann in die Ecke.
    Für einen erhöhten Schwierigkeitsgrad kann man Push- bzw. Pullkicks schießen.

    Kurze Schüsse:
    Der kurze Pinshot ist nur mit einer sauberen Technik möglich. Langsam anfangen und dann allmählich steigern.

    Schräg schießen:
    Man kann den Ball auf zwei Arten schräg schießen: Slice oder Brush.
    Der Brush verlangt viel Kontrolle über den Bewegungsablauf beim Pin,
    während man beim Slice (z.B. Banden) den Ball exzentrisch treffen können muss.

    Brushübung:
    Man legt den Ball auf der 2er Reihe neben das Tor und versucht ihn schräg in das andere
    Tor zu schießen. Je weiter außen der Ball liegt, desto schwieriger.

    Sliceübung:
    Man legt den Ball auf der 2er Reihe in die Mitte auf Stangenhöhe und versucht Banden zu schießen.
    Dafür darf man den Pin während der Aushol- bzw. Schussbewegung nicht verreißen, sonst trifft man nicht.
    Man kann den Slice mit der gleichen Übung wie den Brush trainieren. Ich finde es aber schwierig den Winkel zu kontrollieren. Manchmal gehts aber =p

    Ball nicht geklemmt:
    Der Ball liegt ungeklemmt auf der 3er/2er Reihe. Man klemmt den Ball und nimmt ihn direkt mit für einen Schuss.
    Das trainiert die Abrufbarkeit und verhindert, dass man die "Feder" vor dem Schuss spannen kann.


    Hand nicht am Griff:
    Man nimmt die Hand hinter den Rücken, auf das rechte Bein oder ähnliches. Hauptsache man hat den Griff kurz vorm Schuss nicht in der Hand.
    Dann nimmt man den Griff an die Hand und macht direkt einen Schuss (z.B. nach rechts).
    Wie bei der Übung mit dem ungeklemmten Ball trainiert das die Abrufbarkeit und verhindert, dass man die "Feder" vor dem Schuss spannen kann.


    Weitere Ideen gibt es noch in meinen anderen Artikeln zum Thema Pinshot. Schaut einfach ins Inhaltsverzeichnis.

    Vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß beim Ausprobieren :)

    Autor: Lukas Übelacker

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    Sonntag, 4. Januar 2015

    Waffen nutzen (Teil 1)

    Egal auf welcher Reihe, mit welchem System oder auf welchem Niveau:
    Jeder hat Stärken und Schwächen.

    Viele nutzen ihre Stärken aber zu wenig aus.
    Es heißt dann, man wäre zu leicht durchschaubar. Aber man muss den Gegner gar nicht
    überraschen, wenn man seine Stärken gut ausnutzt.

    Am einfachsten ist es die Stärken an Schüssen oder Pässen fest zu machen.
    Beim Pin aus der Mitte ist das z.B. der Rechte. Das muss nicht immer so sein
    und ist auch nicht auf einen einzelnen Schuss reduziert.
    Bei allen Systemen hat sich aber ein gewisser Standard entwickelt, da gewisse Optionen
    den meisten technisch leichter fällt.
    So ziemlich immer ist es aber die Option die einem am meisten Spaß macht.
    So entstehen bei gleichen Schusssystemen auch individuelle Unterschiede.

    Wenn man ein Spiel gegen jemanden beginnt, weiß dieser meistens nicht, welche Stärken man hat.
    Gerade auf großen Turnieren kann man seine Stärken also freier einsetzen.
    Ich z.B. bleibe gerne bei ein und demselben Schuss, bis ich keine Lücke mehr sehe. Der Gegner weiß zwar irgendwann, was ich vorhabe, aber das heißt nicht, dass er auch etwas dagegen tun kann.
    Seinen besten Schuss trifft man schließlich auch technisch am besten.

    Das kann man ausnutzen, um seinen Gegner abzutimen. Dafür sollte man sich viel Zeit lassen, um nicht in eine Falle zu laufen. Man erkennt dabei auch, ob der Gegner sich bereits eingestellt hat.
    Sollte er sich nicht eingestellt haben, hat man ein leichtes Spiel. Viele erkennen das aber nicht, weil sie zu viel Respekt vor ihrem Gegner haben.
    Der defensive Spieler muss sehr viele Optionen abdecken und kann es sich nicht erlauben, eine einzige Option durchgängig zu decken. Man hat also immer ein Zeitfenster in dem man zuschlagen kann. Und da es der beste Schuss ist, kann man auch kleinere Zeitfenster als bei anderen Schüssen nutzen.

    Der Gegner wird durch eine solche Strategie auf einen Schuss konditioniert. Je besser man seine Waffe anbringen kann, desto mehr muss sich der Gegner darauf einlassen (Commitment).
    Desto offener sind dann auch andere Optionen. Man muss sie also nicht so gut treffen, wie seinen besten Schuss, wenn man den Gegner dazu zwingt diesen zu decken. (Aber nur dann!)

    Das ist eine der wichtigsten Stärken des Rechtslang Pinsystems. Der Lange ist meistens der Stärkste Schuss und muss vom Verteidiger abgedeckt werden. Die Ausgangsposition verrät zwar schon, dass es sinnvoll ist, den Langen zu decken, aber es bringt eine automatische Konditionierung.

    Um diese Konditionierung auszunutzen, braucht man Schüsse, die den Gegner dazu zwingen ihre Deckung zu ändern. Bei diesem Beispiel also von der langen Position zwingen.
    Das erreicht man durch Schüsse auf die anderen Positionen. Die Standardoptionen im Rechtslang Pinsystem sind der Kurbler und der Pin auf die Mitte.

    Man sollte für eine bessere Konditionierung die Zusatzoptionen nicht allzu oft verwenden. Ein Verhältnis von 4:1 oder 3:1 ist Erfahrungsgemäß effektiv. Indem man die Zusatzoptionen anfaket, kann man sich seine Waffe noch zusätzlich öffnen, um den Gegner dann abzutimen.

    Natürlich kann man dieses Beispiel nicht pauschal anwenden. Es soll zeigen, wie wichtig Konditionierung ist und wie man sie erreicht. Das Prinzip ist aber gültig und wird in der Praxis nur durch weitere Optionen erweitert.
    Man kann den Gegner dann nicht nur auf eine, sondern auf mehrere Optionen konditionieren. Das passiert nicht alles gleichzeitig, sondern man stellt sich darauf ein, wie der Gegner deckt.



    Für unser Rechtslang Beispiel zeige ich also noch eine weitere Option, auf die man viele Gegner konditionieren kann:
    Es ist generell schwieriger den Langen an der 2er Reihe vorbeizuschießen. Damit er auf die Ecke trifft, muss er nämlich immer gerade abgeschossen werden. Möchte der Gegner den Langen mit dem Torwart blocken, reicht es auch aus den Ball leicht schräg zu treffen. Durch diese erhöhte Toleranz erhöht sich auch die Konstanz.

    Man möchte den Gegner also auf diese Stellung zwingen:


    Die leichteste Möglichkeit ist wahrscheinlich der schräge Kurbler. Er ist schnell lernbar und hat keinen Ansatz.



    Um diesen Schuss zu decken, muss der Gegner mit der 2er Reihe vor dem Kurbler stehen (was wir erreichen wollen) oder seine Deckung zusammen ziehen (wodurch der Lange geöffnet wird).

    Was im Kleinen funktioniert, funktioniert aber auch im ganz großen:

    Im Spiel Frederic Collignong gegen Marc Balic bei der Leo WCS 2013 kann man ganz gut sehen, wie Fred seinen Gegner auf eine Figurenstellung zwingt und Schüsse gezielt mehrmals ausnutzt, um dem Gegner eine Deckung aufzuzwingen.
    Die ersten Bälle auf der 3er Reihe habe ich für euch zusammengesucht:

    Seine Waffen sollte man aber nicht nur auf der 3er Reihe, sondern auch beim Passen oder Rausspielen ausnutzen. Selbst wenn man beim Einzel schnell auf herumfliegende Bälle haut, kann das eine Waffe sein, auf die sich der Gegner auch einstellen muss.
    Also viel Neues ausprobieren und Spaß am Spiel haben.

    Autor: Lukas Übelacker

    Teil 2
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